Die Arbeit zeigt auf, dass Otfrid von Weißenburg ein äußerst durchdachtes literarisches Programm angewendet hat, um die Verwendung der Volkssprache, anstelle des üblichen Latein, in seinem Werk zu legitimieren. Das Programm und sein äußerst raffiniertses Vogehen dabei werden genau beschrieben und analysiert.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Zur Datierung des Evangelienbuches
- 2. Die Volkssprache zur Zeit der Entstehung des Evangelienbuches
- 3. Das Evangelienbuch Otfrid von Weißenburgs
- 3.1. Allgemeiner Überblick
- 3.2. Aufbau des ersten Kapitels
- 3.3. Untersuchung der Legitimierungsstrategie Otfrids von Weißenburg
- 4. Der weitere Verlauf der Verwendung der Volkssprache im Mittelalter
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Legitimierungsstrategie Otfrids von Weißenburg im ersten Kapitel seines Evangelienbuches und analysiert, wie die Volkssprache im Mittelalter zur Legitimierung literarischer Werke eingesetzt wurde.
- Datierung des Evangelienbuches
- Die Rolle der Volkssprache in der mittelalterlichen Literatur
- Die Legitimierungsstrategie von Otfrid von Weißenburg
- Der Einfluss von Karl dem Großen auf die Verbreitung der Volkssprache
- Die Entwicklung der deutschen Sprache im Frühmittelalter
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 befasst sich mit der Datierung des Evangelienbuches und stellt die gängige Einordnung in den Zeitraum von 863 bis 871 sowie die abweichende Interpretation von Roswitha Wisniewski dar.
Kapitel 2 analysiert die Entwicklung der deutschen Sprache bis zum 9. Jahrhundert und beleuchtet die politische Situation zur Zeit der Entstehung des Evangelienbuches. Der Einfluss der fränkischen Herrschaft und die Christianisierung durch Karl den Großen werden beleuchtet, wobei die Bedeutung der Volkssprache für die Verbreitung des Christentums hervorgehoben wird.
Kapitel 3 gibt einen Überblick über das Evangelienbuch von Otfrid von Weißenburg, fokussiert sich auf den Aufbau des ersten Kapitels und analysiert die Legitimierungsstrategie, die Otfrid zur Verwendung der Volkssprache einsetzt.
Schlüsselwörter
Otfrid von Weißenburg, Evangelienbuch, Volkssprache, Legitimierungsstrategie, Frühmittelalter, Karl der Große, Christianisierung, fränkische Herrschaft, deutsche Sprache, Literaturgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Wer war Otfrid von Weißenburg?
Otfrid war ein Mönch des 9. Jahrhunderts, der mit seinem "Evangelienbuch" das erste große literarische Werk in deutscher Volkssprache verfasste.
Warum musste Otfrid die Verwendung der Volkssprache legitimieren?
Im Mittelalter galt Latein als die alleinige Sprache für geistliche und anspruchsvolle Literatur. Otfrid musste begründen, warum die deutsche Sprache ebenso würdig für das Gotteslob sei.
Wann entstand das Evangelienbuch?
Das Werk wird meist auf den Zeitraum zwischen 863 und 871 datiert.
Welchen Einfluss hatte Karl der Große auf die Volkssprache?
Karl der Große förderte die Volkssprache im Rahmen der Christianisierung, damit das Volk die christlichen Lehren in der eigenen Sprache verstehen konnte.
Wie sieht Otfrids Legitimierungsstrategie aus?
Er nutzt das erste Kapitel seines Buches, um durch ein durchdachtes Programm aufzuzeigen, dass die Volkssprache den klassischen Sprachen in Ausdruckskraft nicht nachsteht.
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- Julia Eder (Author), 2010, Die Volkssprache des Mittelalters in der Epik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183449