Ziel dieser Hausarbeit ist es, die gestellte Frage nach den Bedingungen und Besonderheiten der hochmittelalterlichen Literaturproduktion zu beantworten. Diese sollen anhand des Epilogs des Eneasromans Heinrichs von Veldeke dargestellt werden.
In diesem Kontext werden Bedingungen als historische Kriterien verstanden, die im Vorfeld der Be- und Erarbeitung eines Buches erfüllt sein müssen. Besonderheiten hingegen implizieren Merkmale oder Eigenschaften, die als Gegensatz zu etwas anderem, in diesem Fall dem neuzeitlichen Konzept des Buches, dargestellt werden müssen. Um diese logische Abfolge beizubehalten, sollen anfänglich die Produktionsbedingungen der höfischen Literatur zur Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert dargestellt und anhand des Inhalts des Epilogs des Eneasromans verdeutlicht werden. Anschließend wird auf die Besonderheiten hochmittelalterlicher Literaturproduktion eingegangen, wobei auch hier versucht werden soll, Hinweise darauf dem Epilog des Eneasromans zu entnehmen.
Da diese kurze Hausarbeit vor dem Hintergrund eines Einführungsseminars vorgelegt wird und auf fünf Seiten beschränkt ist muss darauf hingewiesen werden, dass die thematische Erarbeitung keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann.
Inhaltsverzeichnis
- Vorbemerkung
- Produktionsbedingungen hochmittelalterlicher Literatur
- Historische Materialität
- Gönner und Auftraggeber
- Besonderheiten hochmittelalterlicher Literaturproduktion
- Autorkonzeption
- Publikum
- Mündlichkeit
- Schriftlichkeit
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Produktionsbedingungen und Besonderheiten hochmittelalterlicher Literatur am Beispiel des Epilogs von Heinrich von Veldekes Eneasroman. Sie differenziert zwischen historischen Bedingungen (Materialität, Auftraggeber) und Merkmalen, die sich vom neuzeitlichen Buchkonzept unterscheiden. Die Arbeit konzentriert sich auf die Darstellung dieser Aspekte anhand des Epilogs, wobei Vollständigkeit aufgrund des begrenzten Umfangs nicht gewährleistet werden kann.
- Historische Materialität der Buchproduktion im Hochmittelalter
- Rolle von Gönnern und Auftraggebern in der Literaturproduktion
- Das mittelalterliche Autorkonzept im Vergleich zur Moderne
- Das Publikum mittelalterlicher Literatur (Mündlichkeit und Schriftlichkeit)
- Der Eneasroman als Fallbeispiel für die beschriebenen Bedingungen und Besonderheiten
Zusammenfassung der Kapitel
Die Vorbemerkung erläutert die Zielsetzung der Arbeit: die Untersuchung der Bedingungen und Besonderheiten hochmittelalterlicher Literaturproduktion anhand des Epilogs des Eneasromans. Der Abschnitt Produktionsbedingungen hochmittelalterlicher Literatur beschreibt die historische Materialität (Pergament, handwerkliche Herstellung) und die Rolle von Gönnern und Auftraggebern, wobei der Epilog des Eneasromans als Beispiel herangezogen wird, um die Bedeutung von Mäzenen wie der Gräfin von Kleve zu beleuchten. Im Kapitel Besonderheiten hochmittelalterlicher Literaturproduktion wird das mittelalterliche Autorkonzept im Vergleich zur Moderne behandelt. Es wird die Rolle des Autors als Gestalter und Übersetzer, nicht als Erfinder, diskutiert.
Schlüsselwörter
Hochmittelalterliche Literaturproduktion, Eneasroman, Heinrich von Veldeke, Epilog, historische Materialität, Pergament, Gönner, Auftraggeber, Autorkonzeption, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, mittelalterliches Buchkonzept, Überlieferung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der „Eneasroman“?
Der Eneasroman von Heinrich von Veldeke (um 1170/80) gilt als der erste deutsche höfische Roman nach antikem Vorbild.
Welche Rolle spielten Gönner im Mittelalter?
Da es keinen Buchmarkt gab, war Literaturproduktion auf adlige Auftraggeber (Mäzene) angewiesen, die Material und Lebensunterhalt des Autors finanzierten.
Was war das Schreibmaterial im Hochmittelalter?
Bücher wurden mühsam von Hand auf Pergament (bearbeitete Tierhaut) geschrieben, was die Produktion extrem teuer und zeitaufwendig machte.
Wie unterschied sich der mittelalterliche Autor vom modernen?
Der mittelalterliche Autor sah sich eher als Übersetzer und Gestalter bereits existierender Stoffe, nicht als Schöpfer völlig neuer, origineller Geschichten.
Wie wurde Literatur im Mittelalter konsumiert?
Literatur war primär für den mündlichen Vortrag in der höfischen Gesellschaft bestimmt; das stille Lesen war die Ausnahme.
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- Kathrin Greyer (Author), 2011, Ausgewählte Bedingungen und Besonderheiten hochmittelalterlicher Literaturproduktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183171