Mit dem Begriff der "Form" bezeichnet man im normalen Sprachgebrauch den Umriss oder die Erschinung von meistens gegenständlichen Dingen. In der Interpretation von Literatur im Allgemeinen und bei der Betrachtung der Werke Witold Gombrowiczs im Besonderen ist der philosophische Formbegriff von besonderem Interesse. Innerhalb der Philosophie nimmt die Form eine zentrale Stellung ein. Je nach philosophischer Schule wird Form als Ursprung von Wesen und Dasein angesehen oder als Idee, als Möglichkeit, als Abgrenzung zu Materie definiert. Form ist essentiell bei Gombrowicz. Er weist innerhalb seiner Werke selber auf deren Wichtigkeit hin. Er greift dabei verschiedene Aspekte der Form auf und betrachtet sie aus unterschiedlichen Perspektiven.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Der Formbegriff
- 2. Konzept der Form bei Gombrowicz nach Łapiński
- 3. Antiform
- 4. Gegensatzpaare
- 5. Ferdydurke
- 6. Die Dialektik der Form
- 7. Umsetzung
- Handlungsgefüge
- Perspektive
- Kommunikation
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit untersucht den Begriff der Form und Anti-Form im Werk Witold Gombrowiczs, insbesondere in seinem Roman „Ferdydurke“. Ziel ist es, die dialektische Darstellung der Form bei Gombrowicz zu analysieren und deren Umsetzung in Handlungsgefüge, Perspektive und Kommunikation zu beleuchten.
- Der philosophische Formbegriff und seine Bedeutung in der Literaturinterpretation.
- Gombrowicz' Konzept der Form nach Łapiński: thematische, zwischenmenschliche und pragmatische Ebene.
- Das Verhältnis von Form und Anti-Form und deren gegenseitige Bedingtheit.
- Die Darstellung von Form und Anti-Form in „Ferdydurke“.
- Analyse der Umsetzung von Form und Anti-Form in Handlungsgefüge, Perspektive und Kommunikation.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 beleuchtet den philosophischen Formbegriff und dessen unterschiedliche Interpretationen. Kapitel 2 präsentiert Łapińskis Interpretation von Gombrowicz' Formkonzept auf drei Ebenen: der thematischen, der zwischenmenschlichen und der pragmatischen. Kapitel 3 definiert den Begriff der Anti-Form und deren Beziehung zur Form. Kapitel 4 behandelt Gegensatzpaare, die in Gombrowicz' Werk relevant sind (ohne konkrete Beispiele zu nennen). Kapitel 5 beginnt die Analyse von "Ferdydurke", Kapitel 6 widmet sich der Dialektik der Form bei Gombrowicz. Kapitel 7 skizziert die Umsetzung der dialektischen Form in Handlungsgefüge, Perspektive und Kommunikation.
Schlüsselwörter
Witold Gombrowicz, Ferdydurke, Form, Anti-Form, Dialektik der Form, Łapiński, Genre-Stereotypen, zwischenmenschliche Beziehungen, Kommunikation, philosophischer Formbegriff.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Witold Gombrowicz unter dem Begriff 'Form'?
Für Gombrowicz ist 'Form' eine zwischenmenschliche und philosophische Kategorie; sie bezeichnet die Art und Weise, wie wir durch andere wahrgenommen und in Rollen oder Identitäten gepresst werden.
Was ist das Konzept der 'Anti-Form'?
Anti-Form beschreibt das Streben nach Unreife, Chaos und Freiheit von gesellschaftlichen Zwängen, steht jedoch in einer dialektischen Abhängigkeit zur Form.
Welche Rolle spielt der Roman 'Ferdydurke' in dieser Analyse?
'Ferdydurke' dient als zentrales Beispiel, um zu zeigen, wie Individuen in der Schule, in der Familie oder in der Gesellschaft durch 'Formen' entmündigt werden.
Wie wird Kommunikation bei Gombrowicz dargestellt?
Kommunikation wird oft als Kampf um die Überlegenheit der eigenen Form dargestellt, bei dem Sprache und Verhalten dazu dienen, den anderen in eine bestimmte Rolle zu drängen.
Was ist die 'Dialektik der Form'?
Es ist der ständige Widerspruch: Der Mensch braucht die Form, um zu existieren und verstanden zu werden, leidet aber gleichzeitig unter ihrer einengenden und verfälschenden Wirkung.
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- Dipl. Betriebswirt Sonja Pähl (Author), 2010, Form und Anti-Form bei Witold Gombrowicz am Beispiel „Ferdydurke“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182892