Heutzutage sehen wir das soziale Sicherungssystem als selbstverständlich an. Jedoch muss man beachten, dass Deutschland eins der ersten Länder mit einem sozialen Sicherungssystem war und dies auch erst 1883 mit der Krankenversicherung seinen Anfang nahm. Ein Jahr darauf folgte die Unfallversicherung, 1889 die Alters- und Invalidenversicherung. Erst 1927 kam die Arbeitslosenversicherung hinzu. Deutschland wurde also erst zur Jahrhundertwende des 19. Jahrhunderts zu einem Sozialstaat. Die Gründe hierfür lagen in den Entwicklungen der Industriellen Revolution. Das einfache Leben der vorindustriellen Zeit hatte sich sozial und ökonomisch extrem verschärft. Die Unfallgefahr stieg, die Arbeitsbedingungen verschlechterten sich und die dadurch an Zulauf gewinnenden Sozialdemokraten stellten das deutsche Kaiserreich auf die Probe. Bismarck wollte durch die Zusicherung von sozialem Schutz den Sozialdemokraten den Wind aus den Segeln nehmen. Man kann also getrost sagen, dass unser soziales Sicherungssystem nicht aus Nächstenliebe sondern politischem Kalkül geboren wurde.
Nichts desto trotz war es eine revolutionäre Idee, von der wir bis heute profitieren. In der Zwischenzeit hat es viele Änderungen im Sozialsystem gegeben. Grundlegende kann man jedoch sagen, dass die vier Grundpfeiler Krankenversicherung, Rentenversicherung, Unfallversicherung und Arbeitslosenversicherung bestehen geblieben sind und nur durch die Pflegeversicherung 1995 erweitert wurden.
Anhaltende Diskussionen werden über die Zukunft der Alterssicherung geführt. Nahezu klar ist dabei, dass das heutige System im jetzigen Aufbau in Zukunft nicht funktionsfähig bleiben wird. Durch demographische Veränderungen, verschiedener Veränderungen in Erwerbsverhalten, Erwerbsarbeit und Ehebeständigkeit führen dazu, dass ein Umbau des Rentensystems stattfinden muss. Ansonsten würde in Zukunft entweder der Rentenbeitrag steigen bei gleicher Rentenhöhe, die Rente sinken bei gleicher Beitragshöhe oder das Rentenalter hochgesetzt werden.
In dieser Arbeit werde ich versuchen die Alterssicherung Deutschlands zu analysieren und es mit dem Schweizer Rentensystem vergleichen. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die deutsche Alterssicherung
- Struktur
- Gesetzliche Altersvorsorge
- Betriebliche Altersvorsorge
- Private Altersvorsorge
- Probleme der deutschen Alterssicherung
- Struktur
- Die Schweizer Alterssicherung
- Struktur
- Gesetzliche Altersvorsorge
- Betriebliche Altersvorsorge
- Private Altersvorsorge
- Probleme der Schweizer Alterssicherung
- Struktur
- Fazit: Schweizer Alternative?
- Bibliographie
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit analysiert die Alterssicherungssysteme in Deutschland und der Schweiz und vergleicht diese miteinander. Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Systeme aufzuzeigen und die jeweiligen Vor- und Nachteile zu beleuchten. Dabei werden die Strukturen der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge in beiden Ländern betrachtet.
- Struktur der Alterssicherungssysteme in Deutschland und der Schweiz
- Vergleich der Finanzierungssysteme (Umlageverfahren vs. Kapitaldeckung)
- Analyse der Rentenhöhe und der Altersarmut in beiden Ländern
- Bewertung der Nachhaltigkeit der Alterssicherungssysteme
- Diskussion der möglichen Reformen der Alterssicherungssysteme
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Alterssicherung ein und erläutert die historische Entwicklung des sozialen Sicherungssystems in Deutschland. Sie stellt die Relevanz des Themas dar und skizziert die Problematik der demografischen Entwicklung und ihrer Auswirkungen auf die Alterssicherung.
Das erste Kapitel befasst sich mit der deutschen Alterssicherung. Es beschreibt die Struktur der gesetzlichen Altersvorsorge, die sich durch das Umlageverfahren und den Generationenvertrag auszeichnet. Die verschiedenen Formen der betrieblichen und privaten Altersvorsorge werden ebenfalls beleuchtet. Abschließend werden die Probleme der deutschen Alterssicherung, wie z.B. die demografische Entwicklung, die steigenden Lebenserwartungen und die Finanzierungsprobleme, diskutiert.
Das zweite Kapitel widmet sich der Schweizer Alterssicherung. Es stellt die Struktur des Schweizer Systems vor, das sich durch ein dreistufiges System aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge auszeichnet. Die Finanzierung erfolgt überwiegend durch Kapitaldeckung. Die Probleme der Schweizer Alterssicherung, wie z.B. die steigenden Lebenshaltungskosten und die Altersarmut, werden ebenfalls beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Alterssicherung, das soziale Sicherungssystem, Deutschland, Schweiz, Umlageverfahren, Kapitaldeckung, Generationenvertrag, Rentenhöhe, Altersarmut, demografische Entwicklung, Nachhaltigkeit, Reformen.
- Quote paper
- Antje Kreher (Author), 2008, Alterssicherung im Vergleich BRD und Schweiz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182580