Schön, schlank, fit und gesund – unter anderem sind dies wesentliche Eigenschaften, die Individuen in der modernen westlichen Industriegesellschaft zu erfolgreichen Männern und Frauen werden lassen. Besonders der weibliche Körper wird häufig ins Zentrum der Betrachtung gestellt: Jung, schlank und androgyn soll er gemäß dem gängigen Ideal von Schönheit sein. Doch sind gesellschaftlich akzeptierte Normierungen und Schönheitsvorstellungen, unter Berücksichtigung der möglichen negativen gesundheitlichen Folgen, tatsächlich so wünschenswert, wie sie dargestellt werden und wie beeinflussen diese die Heranwachsenden auf der Suche nach ihrer Identität?
In der vorliegenden Arbeit wird ein Augenmerk auf den Einfluss gesellschaftlicher Erwartungshaltungen auf die Selbst- und Körperwahrnehmung junger Frauen sowie auf dessen Rolle bei der Entwicklung von Essstörungen als kritische Körperstrategie in der weiblichen Adoleszenz gelegt. Nach einer Einführung in die (weibliche) Adoleszenz sollen somit generelle Schwierigkeiten bei der Körperaneignung aufgezeigt werden, um in weiterer Folge das Thema Essstörungen anhand seiner Einfluss- und Risikofaktoren zu diskutieren. Auf diese Weise wird verdeutlicht, welche Rolle der Körper in der weiblichen Adoleszenz spielt und welche negativen Auswirkungen und Belastungen – in Form von diversen Essstörungen – gesellschaftliche Normierungs- und Gestaltungsprozesse bei der weiblichen Identitätsbildung nach sich ziehen können.
Inhaltsverzeichnis
- 1. EINLEITUNG – INTERESSE AN DER THEMATIK.
- 2. ALLGEMEINE EINFÜHRUNG IN DIE ADOLESZENZ
- 2.1. SOMATISCHE UND PSYCHISCHE VERÄNDERUNGEN IM ZUGE DER ADOLESZENZ: PUBERTÄT.
- 2.2. EXKURS: MÄNNLICHKEIT und WeiblichKEIT ALS GESELLSCHAFTLICHE KONSTRUKTE?
- 3. MERKMALE WEIBLICHER KÖRPERANEIGNUNG UND IDENTITÄTSBILDUNG IN DER ADOLESZENZ
- 3.1. SOZIALISATION UND KÖRPERANEIGNUNG JUNGER FRAUEN
- 3.2. KÖRPERGEFÜHL UND SELBSTBILD: SCHWIERIGKEITEN BEI DER ANEIGNUNG DES WEIBLICHEN KÖRPERS...
- 4. KRITISCHE KÖRPERSTRATEGIE – ESSSTÖRUNGEN
- 4.1. HÄUFIGE FORMEN VON ESSSTÖRUNGEN.
- 4.1.1. Anorexia nervosa...
- 4.1.2. Bulimia nervosa.......
- 4.2. ERKLÄRUNGSANSÄTZE UND RISIKOFAKTOREN FÜR DIE ENTSTEHUNG VON ESSSTÖRUNGEN
- 4.2.1. Mögliche Einflussfaktoren auf die Selbstwahrnehmung und Körperaneignung junger Frauen....
- 4.2.1.1. Familiendynamische Betrachtungsweise
- 4.2.1.2. Gesellschaftliche und soziokulturelle Betrachtungsweise......
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Rolle des Körpers in der weiblichen Adoleszenz und untersucht, wie Essstörungen als kritische Körperstrategie in der Suche nach weiblicher Identität eine Rolle spielen können. Dabei werden die gesellschaftlichen, familiären und persönlichen Faktoren betrachtet, die junge Frauen in dieser Phase ihres Lebens beeinflussen.
- Die Bedeutung des Körpers als Identitätsmedium in der Adoleszenz
- Die Herausforderungen der Körperaneignung im Kontext gesellschaftlicher Schönheitsnormen
- Essstörungen als Ausdruck einer kritischen Körperstrategie
- Die Rolle der Familie und der Gesellschaft bei der Entstehung von Essstörungen
- Die Auswirkungen von Essstörungen auf die weibliche Identitätsbildung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, in der das Interesse an der Thematik dargelegt wird. Anschließend wird eine allgemeine Einführung in die Adoleszenz und die Pubertät gegeben, wobei die körperlichen und psychischen Veränderungen dieser Phase im Vordergrund stehen. Im dritten Kapitel werden die Merkmale der weiblichen Körperaneignung und Identitätsbildung in der Adoleszenz beleuchtet, wobei die Bedeutung der Sozialisation und die Herausforderungen bei der Aneignung des weiblichen Körpers im Mittelpunkt stehen. Das vierte Kapitel befasst sich mit Essstörungen als kritische Körperstrategie, wobei verschiedene Formen von Essstörungen und deren Ursachen sowie Risikofaktoren untersucht werden. Insbesondere werden familiendynamische und gesellschaftliche Einflussfaktoren auf die Selbstwahrnehmung und Körperaneignung junger Frauen beleuchtet.
Schlüsselwörter
Weibliche Adoleszenz, Körperaneignung, Identitätsbildung, Essstörungen, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, gesellschaftliche Normen, Familiendynamik, soziokulturelle Einflüsse, Risikofaktoren.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielt der Körper in der weiblichen Adoleszenz?
Der Körper dient in der Adoleszenz als zentrales Medium der Identitätsbildung. Junge Frauen definieren sich oft stark über ihr Äußeres, was durch gesellschaftliche Schönheitsideale beeinflusst wird.
Wie beeinflussen gesellschaftliche Normen das Selbstbild?
Ideale wie Schlankheit und Fitness setzen junge Frauen unter Druck. Die Diskrepanz zwischen dem eigenen Körper und diesen Normen kann zu einer gestörten Körperwahrnehmung führen.
Was sind Essstörungen als "kritische Körperstrategie"?
Essstörungen wie Anorexie oder Bulimie werden oft als (dysfunktionaler) Versuch gewertet, Kontrolle über das eigene Leben und den Körper zu erlangen oder gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen.
Welche Risikofaktoren begünstigen Essstörungen?
Neben soziokulturellen Einflüssen spielen Familiendynamiken, biologische Veränderungen in der Pubertät und individuelle psychische Belastungen eine entscheidende Rolle.
Was ist der Unterschied zwischen Anorexia und Bulimia nervosa?
Anorexia nervosa ist durch extremes Untergewicht und Nahrungsverweigerung geprägt, während Bulimia nervosa durch Essanfälle mit anschließenden kompensatorischen Maßnahmen (wie Erbrechen) gekennzeichnet ist.
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- Mag. phil., Bakk.phil. Eva Maria Calvi (Author), 2011, Zur Rolle des Körpers in der weiblichen Adoleszenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180186