Die Erforschung von Schwertern aus archäologischen und/ oder geschichtswissenschaftlichen Gründen beginnt im 19. Jahrhundert, wobei bis heute die Erkenntnisse zu Aufbau und zeitlicher Einordnung von Schwertern erweitert, überarbeitet und verfeinert werden. Die Anzahl an Schwerttypen und –varianten ist dabei gegenwärtig kaum zu überblicken. Auch etliche verschiedene Chronologiesysteme, die für die Schwerttypologisierung notwendig sind, führen eher zu Verwirrung als zum Verständnis. Daher ist das Ziel der vorliegenden Arbeit einen Überblick zu dem gegenwärtigen Forschungsstand, zu Typologie und Chronologie von Schwertern, insbesondere Bronzeschwertern, zu erstellen. Sie soll es ermöglichen einen Einblick in diese Thematik zu gewinnen. Den räumlichen Rahmen bildet Sachsen-Anhalt und den zeitlichen die Urnenfelderzeit, 13.-8. Jahrhundert. Nach einem kurzen Abriss der Forschungsgeschichte folgen die Grundlagen zum Aufbau eines Schwertes. Anschließend werden die verschiedenen Chronologiesysteme vorgestellt. Es wird jedoch nicht darauf eingegangen, wie sie im Detail entwickelt wurden, da es für den Überblickscharakter der Arbeit nicht notwendig und auch nicht hilfreich ist.
Der Kern der Arbeit ist ein Überblick über die in Sachsen-Anhalt vorkommenden Schwerttypen in der Urnenfelderzeit. Die Typen- und Variantenanzahl ist auch in Sachsen-Anhalt mannigfach. Daher werden erstens nur die Hauptmerkmale der einzelnen Schwerttypen vorgestellt und zweitens die verschiedenen Varianten nicht angeführt. Diese Vorgehensweise ist sinnvoll, da ansonsten der Überblick verloren geht. Des Weiteren sollen die Erläuterungen zu den Datierungen nicht für jedes einzelne Schwert erfolgen, sondern zusammengefasst am Ende des entsprechenden Kapitels erscheinen.
In einem folgenden Abschnitt soll der gegenwärtige Forschungsstand näher beleuchtet werden,
d. h. die Vorgehensweise bei der Typologisierung und Erstellung von Chronologiesystemen wird betrachtet, Kritikpunkte erarbeitet, sowie eventuell offene Fragen behandelt.
Abschließend soll der Inhalt zusammengefasst und überprüft werden, ob das Ziel der Arbeit erreicht wurde und ein Überblick über die Schwertforschung gegeben werden konnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsüberblick
3. Überblick Typologie und Chronologie
3.1. Aufbau eines Schwerts
3.2. Chronologiesysteme
4. Schwerttypen in Sachsen-Anhalt und ihre chron. Einordnung
4. 1. Nichtvollgriffschwerter
4.1.1. Griffzungenschwerter
4.1.2. Griffangelschwerter
4. 2. Vollgriffschwerter
4.2.1. Dreiwulstschwerter
4.2.2. Schalenknaufschwerter
4.2.3. Antennenschwerter
4.2.4. Mörigenschwerter
4.2.5. Auvernierschwerter
4.2.6. Tachloviceschwerter
4.2.7. Nierenknaufschwerter
4.3. Datierung
5. Kritische Betrachtung des gegenwärtigen Forschungsstands
6. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Typologie und Chronologie von Bronzeschwertern der Urnenfelderzeit im räumlichen Kontext von Sachsen-Anhalt zu geben.
- Typologische Klassifikation von Nichtvollgriff- und Vollgriffschwertern.
- Analyse der chronologischen Einordnung dieser Schwertformen anhand etablierter Systeme.
- Kritische Auseinandersetzung mit der archäologischen Methodik der Merkmalsanalyse.
- Zusammenstellung und systematische Erfassung der in Sachsen-Anhalt vorkommenden Schwerttypen.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
In der Gegenwart üben Schwerter immer noch Faszination auf den Menschen aus. Auf „mittelalterlichen“ Märkten, wie etwa das Mittelalterspektakel auf der Burg Giebichenstein in Halle (Saale), können unzählige Exemplare bestaunt und käuflich erworben werden. Mit Schaukämpfen soll für Unterhaltung des Publikums gesorgt werden. Die Kampfweise mit dem Schwert kann auch in verschiedenen Kursen erlernt werden.
Die Erforschung von Schwertern aus archäologischen und/ oder geschichtswissenschaftlichen Gründen beginnt im 19. Jahrhundert, wobei bis heute die Erkenntnisse zu Aufbau und zeitlicher Einordnung von Schwertern erweitert, überarbeitet und verfeinert werden. Die Anzahl an Schwerttypen und –varianten ist dabei gegenwärtig kaum zu überblicken. Auch etliche verschiedene Chronologiesysteme, die für die Schwerttypologisierung notwendig sind, führen eher zu Verwirrung als zum Verständnis. Daher ist das Ziel der vorliegenden Arbeit einen Überblick zu dem gegenwärtigen Forschungsstand, zu Typologie und Chronologie von Schwertern, insbesondere Bronzeschwertern, zu erstellen. Sie soll es ermöglichen einen Einblick in diese Thematik zu gewinnen. Den räumlichen Rahmen bildet Sachsen-Anhalt und den zeitlichen die Urnenfelderzeit, 13.-8. Jahrhundert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die wissenschaftliche Untersuchung von Bronzeschwertern und definiert das Ziel, einen strukturierten Überblick über Typologie und Chronologie in Sachsen-Anhalt zu bieten.
2. Forschungsüberblick: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der Schwertforschung seit dem 19. Jahrhundert und beleuchtet die Ansätze maßgeblicher Wissenschaftler.
3. Überblick Typologie und Chronologie: Hier werden die Grundlagen des Schwertaufbaus sowie die für die Arbeit relevanten chronologischen Referenzsysteme (insb. Montelius und Müller-Karpe) eingeführt.
4. Schwerttypen in Sachsen-Anhalt und ihre chron. Einordnung: Das Kernkapitel präsentiert eine systematische Übersicht der Nichtvollgriff- und Vollgriffschwerter sowie deren Verbreitung und zeitliche Datierung im Arbeitsgebiet.
5. Kritische Betrachtung des gegenwärtigen Forschungsstands: Dieses Kapitel hinterfragt die archäologische Methodik der Typenbildung und diskutiert die Problematik der Merkmalsfestlegung sowie die Validität bestehender Chronologiesysteme.
6. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Ergebnisse und reflektiert über zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.
Schlüsselwörter
Urnenfelderzeit, Sachsen-Anhalt, Bronzeschwerter, Typologie, Chronologie, Vollgriffschwerter, Nichtvollgriffschwerter, Griffzungenschwerter, Griffangelschwerter, Archäologie, Forschungsgeschichte, Funde, Datierung, Hiebwaffen, Stichwaffen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit widmet sich der systematischen Erfassung und chronologischen Einordnung von Bronzeschwertern der Urnenfelderzeit, die in Sachsen-Anhalt gefunden wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Der Fokus liegt auf der Typologie, also der Unterscheidung verschiedener Schwertformen, sowie auf der methodischen Problematik, diese archäologischen Funde zeitlich korrekt einzuordnen.
Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Arbeit?
Das Hauptziel ist es, einen strukturierten und übersichtlichen Stand der Forschung zu bieten, der die komplexe Materiallage der Schwerttypen in Sachsen-Anhalt ordnet und bewertet.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Es wird eine typologische Analyse durchgeführt, bei der die Schwerter anhand äußerer Merkmale, wie der Gestaltung der Griffstange oder der Klingenform, klassifiziert und in die bestehenden chronologischen Stufenmodelle eingeordnet werden.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Vordergrund?
Der Hauptteil gliedert die Schwerttypen in Nichtvollgriffschwerter und Vollgriffschwerter, beschreibt deren markante Merkmale und ordnet sie zeitlich innerhalb der urnenfelderzeitlichen Stufen ein.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation am besten?
Typologie, Chronologie, Urnenfelderzeit, Vollgriffschwerter und Sachsen-Anhalt bilden das inhaltliche Grundgerüst dieser archäologischen Studie.
Warum spielt das Werk von H. Wüstemann eine so zentrale Rolle?
Es stellt die aktuellste und einzige umfassende Zusammenstellung der Schwertformen für das ostdeutsche Gebiet dar und bildet daher die Grundlage für die Analysen der Autorin.
Was kritisiert die Autorin an der aktuellen Forschungsmethodik?
Sie bemängelt die Subjektivität bei der Festlegung von Merkmalen und die ausufernde Untergliederung von Typen in immer neue Varianten, die den wissenschaftlichen Überblick erschweren.
- Quote paper
- Alexandra Nowak (Author), 2009, Schwerter der Urnenfelderzeit in Sachsen-Anhalt - Typologie und Chronologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180155