Nachdem Extremereignisse wie Schweine- und Geflügelgrippe, dioxinverseuchte Eier und mit EHEC-Bakterien belastetes Gemüse immer mehr ins Zentrum des medialen Interesses wandern, muss sich der Handel die Frage stellen, wie und v.a. ob es möglich ist, vorbeugende Maßnahmen zu treffen, um die daraus resultierenden Schäden so gering wie möglich zu halten. Neben diesen nur schwer vorhersehbaren Ereignissen muss sich der Handel jedoch auch der Herausforderung einer neuen, gut informierten Konsumgesellschaft stellen. War der Kunde, der auf „Bio-Produkte“ Wert gelegt hat, vor Jahren noch eine Ausnahme, so gehört es heute schon fast zum guten Ton, den Kühlschrank mit Joghurt gefüllt zu haben, auf dem einschlägige Biosiegel für eine gesunde und nachhaltige Ernährung werben. Das Fleisch aus dem Kühlschrank kommt vom Bauern aus der Region, und den Frühstückseiern sieht man das Glück der Hennen, die sie gelegt haben, förmlich noch an. Es ist allerdings nicht von der Hand zu weisen, dass der Handel durch die Möglichkeit der globalen Beschaffung viel dazu beiträgt, die Umwelt, von der wir abhängig sind, nachhaltig zu schädigen, indem Umweltaspekte oder soziale Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern unbeachtet bleiben. Um diesen Problemen gerecht zu werden, braucht der Handel Unterstützung. Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, ob und inwiefern Nichtregierungsorganisationen, sog. NGOs, dem Handel Innovationen und Know-how zur Verfügung stellen können, damit auch er für die Zukunft gerüstet ist.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Definitionen
- Handel
- Nichtregierungsorganisationen / Non governmental organizations (NGO)
- Innovation und Know-how im Handel
- Die Arbeit von NGOs
- Finanzierung
- Öffentlichkeitsarbeit
- Möglichkeiten des Transfers von Innovationen und Wissen
- Herausforderungen und strategische/operative Ansätze für Handel und NGO
- Herausforderungen
- Wandel der Umwelt
- veränderte Konsumenteneinstellung
- Felder der Zusammenarbeit
- Strategische und operative Umsetzung des Innovations- und Know-how-Transfers
- Sortimentspolitik
- Nachhaltige Supply Chain
- soziale Themen
- Wirtschaftlichkeit
- Konfliktpotenziale
- Herausforderungen
- Fallbeispiele
- Coop
- Kaufland
- REWE Gruppe
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Rolle von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) als Innovations- und Know-how-Quelle im Lebensmittelhandel. Sie analysiert die Möglichkeiten und Herausforderungen, die sich aus der Zusammenarbeit zwischen Handelsunternehmen und NGOs im Bereich Food/Near Food ergeben.
- Definition und Funktionsweise von NGOs im Kontext des Handels
- Möglichkeiten des Transfers von Innovationen und Know-how von NGOs auf den Handel
- Herausforderungen und Konfliktpotenziale in der Zusammenarbeit zwischen Handel und NGOs
- Strategische und operative Ansätze für den erfolgreichen Innovations- und Know-how-Transfer
- Fallbeispiele aus der Praxis
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und beschreibt die Relevanz von NGOs für den Lebensmittelhandel. Kapitel 2 liefert grundlegende Definitionen zu Handel, NGOs und Innovation im Handelskontext. Kapitel 3 beleuchtet die Arbeitsweise von NGOs, insbesondere ihre Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit und Möglichkeiten zur Wissensvermittlung. Kapitel 4 analysiert die Herausforderungen und Chancen der Zusammenarbeit zwischen Handel und NGOs, wobei die strategische und operative Umsetzung des Know-how-Transfers im Fokus steht.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle von NGOs im Lebensmittelhandel, insbesondere mit ihrem Beitrag zu Innovation und Know-how-Transfer. Themenschwerpunkte sind die Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit von NGOs, sowie die Herausforderungen und Chancen der Zusammenarbeit zwischen Handelsunternehmen und NGOs. Weitere wichtige Begriffe sind nachhaltige Supply Chains, soziale Themen im Handel und Konfliktpotenziale.
Häufig gestellte Fragen
Wie können NGOs als Know-how-Quelle für den Handel dienen?
NGOs verfügen über spezialisiertes Wissen in Bereichen wie Umweltschutz, soziale Standards und nachhaltige Lieferketten, das sie durch Kooperationen an Handelsunternehmen weitergeben können.
Welchen Herausforderungen muss sich der moderne Lebensmittelhandel stellen?
Der Handel steht unter Druck durch informierte Konsumenten, die Wert auf Bio-Siegel, Regionalität und Tierwohl legen, sowie durch die Notwendigkeit, Umweltschäden in globalen Lieferketten zu minimieren.
Was sind die Vorteile einer Kooperation zwischen Handel und NGOs?
Unternehmen gewinnen an Glaubwürdigkeit, können Risiken (z.B. Lebensmittelskandale) besser vorbeugen und ihre Sortimentspolitik nachhaltiger gestalten.
Gibt es Konfliktpotenziale in der Zusammenarbeit?
Ja, unterschiedliche Zielsetzungen (Gewinnmaximierung vs. Idealismus) und die Sorge der NGOs um ihre Unabhängigkeit können zu Spannungen führen.
Welche Handelsgruppen arbeiten bereits erfolgreich mit NGOs zusammen?
Beispiele aus der Praxis sind Coop, Kaufland und die REWE Gruppe, die durch solche Partnerschaften ihre Nachhaltigkeitsprofile geschärft haben.
- Quote paper
- Daniel Keßler (Author), 2011, NGOs als Innovations- und Know-how-Quelle im Bereich Food/Near Food, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177917