Die globalisierte Finanzwelt befindet sich nach der Weltfinanzkrise und sich anschließenden starken realwirtschaftlichen Effekten wieder in einem starken Aufwärtstrend. Gleichzeitig bewegt sich die Branche, die auf der einen Seite aus den traditionellen Beteiligten auf Banken- und Versicherungsseite und auf der anderen Seite aus einer ganzen Reihe neuerer Akteure besteht, am Scheidepunkt. Die öffentliche Meinung, zumindest in den eher westlich orientierten Staaten, äußert Vorbehalte gegenüber vielen Vorgehensweisen der Finanzindustrie, die dem Bürger oftmals undurchschaubar und damit gefährlich erscheinen.
In der Folge bewegt sich die Politik im Zwiespalt zwischen Wettbewerbsbeschränkungen durch eine wirksame Regulierung von Finanzprodukten und -akteuren auf der einen Seite. Auf der anderen Seite dagegen sind freie, deregulierte Märkte ein starker Anziehungspunkt für einige Teile der Finanzindustrie. Diese sind in der Lage ihre geschäftlichen Aktivitäten schnell und unkompliziert in Regionen der Erde zu verlegen, welche diejenigen Regulierungsbedingungen mit dem höchsten Renditeversprechen vorhalten. Im Zweifel handelt es sich also um Märkte, die so gut wie nicht reguliert scheinen. Staatenlenker versprechen sich von solchen Rahmenbedingungen Standortvorteile und damit zumindest mittelbar positive Effekte für die heimische Wirtschaft und das Steueraufkommen. Ferner kann festgehalten werden, dass die zunehmende Komplexität der Wirkmechanismen an den internationalen Märkten dazu führt, dass immer weniger Unbeteiligte überhaupt in die Lage versetzt werden ein Grundverständnis für die wichtigen Zusammenhänge zu erhalten.
Hinzu treten neue, wichtige Akteure an den Finanzmärkten aus den sog. Emerging Markets, also den Wachstums- und Schwellenländern, wie das vielzitierte China. Diese Länder verfügen teils über stark von europäisch-amerikanischen Wertevorstellungen abweichende Meinungsbilder die Eckpfeiler der Finanzmarktregulierung betreffend.
Ferner ist in der Vergangenheit außerhalb der politischen Sphäre und der Finanzwelt die Rolle des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht (BCBS) zu wenig beachtet worden. In der öffentlichen Diskussion werden Schlagworte wie ‚Basel III‘ zwar verwandt, deren Inhalt aber nicht hinreichend geklärt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Gründe für (internationale) Bankenregulierung
- Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht
- Die Empfehlungen des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht
- Frühe Arbeitsergebnisse des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht
- Baseler Konkordat
- Baseler Eigenkapitalvereinbarung (1988)
- Kritiken am Baseler Ausschuss
- Der Weg zu Basel II
- Die Mängel von Basel I
- Diskussionen im Vorfeld von Basel II
- Befürchtungen aus der Finanzwirtschaft
- Befürchtungen aus der Realwirtschaft
- Die Umsetzung des Regelwerks Basel II
- Qualifizierung vor dem Hintergrund des Völkerrechts
- Europäische Union
- Deutsche Gesetzgebung
- Überblick über die Wirkmechanismen von Basel II
- Fazit zur Umsetzung von Basel II
- Heutige Situation und Eintreten der Befürchtungen
- Kreditvolumina
- Erträge der Banken
- Zugang zu Krediten für die Realwirtschaft
- Veränderung der Kreditkonditionen
- Aktuelle Befürchtungen zu Basel III
- Eintreten der Befürchtungen
- Neue Wirkmechanismen unter Basel III
- Wahrscheinlichkeit des Eintretens der Befürchtungen
- Rechtliche Einordnung
- Eintreten der Befürchtungen
- Internationale Diskussion über Basel III
- Amerikanische Sichtweise auf Basel III
- Vorbehalte aus der Europäischen Union
- Deutsche Befürchtungen
- Befürchtete Nichtumsetzung von Basel III in den USA
- Mögliche Probleme
- Problemlösung
- Politische Sphären
- Rechtliche Mittel
- Wirtschaftliche Dimensionen
- Zusammenfassung
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Masterarbeit analysiert die Auswirkungen der internationalen Bankenregulierung, insbesondere im Hinblick auf die Basler Eigenkapitalvereinbarungen Basel II und Basel III. Die Arbeit untersucht die rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Dimensionen der Regulierung und analysiert die Folgen für den europäischen Finanzmarkt.
- Bewertung der Wirksamkeit internationaler Bankenregulierung
- Analyse der Folgen von Basel II für die Kreditvergabe und die Wirtschaft
- Bewertung der Chancen und Risiken von Basel III für den europäischen Finanzmarkt
- Untersuchung der politischen und rechtlichen Implikationen der Basler Eigenkapitalvereinbarungen
- Diskussion der möglichen Auswirkungen von Basel III auf die Stabilität des globalen Finanzsystems
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz der internationalen Bankenregulierung und die Bedeutung des Themas im Kontext der globalen Finanzkrise.
- Gründe für (internationale) Bankenregulierung: Dieses Kapitel untersucht die historischen und aktuellen Gründe für die Regulierung des Bankensektors, wobei der Schwerpunkt auf der Bedeutung von Finanzstabilität und dem Schutz der Anleger liegt.
- Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht: Dieses Kapitel beleuchtet die Arbeit des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht (BCBS) und beschreibt seine wichtigsten Empfehlungen und Entwicklungen, insbesondere die Basler Eigenkapitalvereinbarungen.
- Der Weg zu Basel II: Dieses Kapitel befasst sich mit der Entstehung und Implementierung von Basel II, analysiert die Kritik an Basel I und diskutiert die Herausforderungen bei der Umsetzung des neuen Regelwerks.
- Aktuelle Befürchtungen zu Basel III: Dieses Kapitel untersucht die möglichen Auswirkungen von Basel III auf die Bankenlandschaft, insbesondere hinsichtlich der Kreditvergabe und der Stabilität des Finanzsystems.
- Internationale Diskussion über Basel III: Dieses Kapitel analysiert die internationalen Perspektiven auf Basel III, wobei die Positionen der USA, der Europäischen Union und Deutschlands im Fokus stehen.
Schlüsselwörter
Die Masterarbeit konzentriert sich auf die Themen der internationalen Bankenregulierung, insbesondere im Kontext der Basler Eigenkapitalvereinbarungen Basel II und Basel III. Die Arbeit untersucht die rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Implikationen der Regulierung für den europäischen Finanzmarkt und die Auswirkungen auf die Kreditvergabe und die Finanzstabilität.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Hauptziele von Basel III?
Basel III zielt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors zu stärken, indem höhere Eigenkapitalanforderungen gestellt und neue Liquiditätsstandards eingeführt werden, um künftige Finanzkrisen zu verhindern.
Welche Lehren wurden aus Basel II gezogen?
Es wurde deutlich, dass die Eigenkapitalbasis unter Basel II oft zu gering war und die Risikomessmodelle die tatsächlichen Gefahren am Markt unterschätzten, was zur Verschärfung der Regeln unter Basel III führte.
Wie wirkt sich Basel III auf die Realwirtschaft aus?
Es bestehen Befürchtungen, dass die strengeren Kapitalregeln die Kreditvergabe an Unternehmen verteuern oder einschränken könnten, was insbesondere für mittelständische Betriebe in Europa problematisch sein könnte.
Was ist der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS)?
Dies ist ein internationales Gremium, das Standards für die Bankenregulierung erarbeitet. Seine Empfehlungen (wie Basel I, II und III) haben zwar keinen Gesetzesstatus, werden aber weltweit in nationales Recht umgesetzt.
Warum gibt es internationale Diskussionen über die Umsetzung in den USA?
Es besteht die Sorge vor Wettbewerbsverzerrungen, falls die USA die Baseler Regeln weniger streng oder gar nicht umsetzen, während europäische Banken strikt reguliert werden.
Was versteht man unter dem "Baseler Konkordat"?
Das Konkordat von 1975 war eines der ersten Arbeitsergebnisse des Ausschusses und legte Grundsätze für die Zusammenarbeit der nationalen Aufsichtsbehörden bei international tätigen Banken fest.
- Quote paper
- Master of Laws (LL.M) Marc Schröder (Author), 2011, Kann sich Europa Basel III leisten? Die Lehren aus Basel II und Implikationen für die Zukunft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177435