Einleitung
Das deutsche Gesundheitssystem mit all seinen Akteuren wird verstärkt mit Problemen konfrontiert, die sowohl die Finanzierung als auch die Versorgung und den Gesundheitszustand der Bürger gefährden. Zu nennen sind beispielsweise der vorherrschende demographische Wandel mit zunehmender Überalterung der Bevölkerung und sinkenden Kasseneinahmen, der kontinuierliche Anstieg der Prävalenz chronischer Erkrankungen, Fachkräftemangel, sowie steigende Ausgaben für immer umfassendere Behandlungsmöglichkeiten. Insbesondere Einrichtungen des Gesundheitswesens haben in der heutigen Zeit zunehmend unter wirtschaftlichem Druck zu leiden, der einem verstärktem Wettbewerb, schwindenden Erlösen und steigenden Kosten geschuldet ist. Neben den Unternehmen sind auch die im Gesundheitswesen Beschäftigten diesem Druck ausgesetzt. Stellenabbau, Arbeitsverdichtung, Angst um Existenz und Arbeitsplatz, mangelnde Mitsprachemöglichkeiten, sowie die fehlende Wertschätzung der Führungsetage zehren an den Kräften der Erwerbstätigen, rauben Motivation und gefährden die Gesundheit (vgl. Müller, 2009, S. 7 f.). Mit den daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die Produktivität der Unternehmen und finanziellen Belastungen des gesamten Gesundheitssystems, wie beispielsweise Kosten für Kuration und Rehabilitation, entsteht ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist. Ein Weg diesem Dilemma zu entkommen könnte in der umfassenden Umsetzung der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) zu finden sein da feststeht, dass Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit wichtige Voraussetzungen für die Leistungsfähigkeit und das Engagement von Arbeitnehmern darstellt (vgl. Schraub et al., 2009, S. 101).
Inhaltsverzeichnis
- Kapitel 1
- Einleitung
- Thema - gesundheitsökonomische Relevanz
- Zentrale Fragestellungen, Zielsetzung
- Aufbau der Arbeit
- Kapitel 2
- Theoretischer Hintergrund
- Definition der betrieblichen Gesundheitsförderung
- Entwicklung und Grundlagen der BGF
- Abgrenzung zur Prävention
- Ziele und Handlungsansätze der BGF
- Kapitel 3
- Untersuchungsmethodik und -materialien
- Kapitel 4
- Betrachtung des Gesundheitswesens
- Strukturen der Gesundheitsbranche
- Personelle Strukturen
- Betriebsarten und -größe
- Arbeitsbedingungen und -belastungen in Gesundheitsbetrieben
- Krankheitsbedingte Fehlzeiten/Absentismus/Präsentismus und ihre ökonomischen Auswirkungen
- Bisheriger Stand der Umsetzung
- Kapitel 5
- Erzielbare Resultate der BGF
- BGF-Effekte für Arbeitnehmer
- BGF-Effekte für Unternehmen des Gesundheitswesens
- Überbetriebliche ökonomische Effekte der BGF
- Gesetzliche Krankenversicherung
- Berufsgenossenschaften
- Staat/Solidargemeinschaft
- Kapitel 6
- Diskussion - Wirksamkeit der BGF
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und den ökonomischen Nutzen von betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Sie beleuchtet die Notwendigkeit von BGF im Kontext der Herausforderungen, die das deutsche Gesundheitssystem im Bezug auf Finanzierung, Versorgung und Gesundheitszustand der Bevölkerung aktuell erlebt. Ziel ist es, die Sinnhaftigkeit einer umfassenden BGF für Arbeitgeber zu verdeutlichen, indem der Bedarf und die erzielbaren positiven Effekte aufgezeigt werden.
- Relevanz der BGF im Kontext des demographischen Wandels und der steigenden Belastung des Gesundheitssystems
- Wirtschaftlicher Druck auf Gesundheitsbetriebe und die Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten
- Positive Effekte der BGF auf die Gesundheit und Produktivität von Arbeitnehmern
- Ökonomischer Nutzen der BGF für Unternehmen des Gesundheitswesens und das gesamte Sozialsystem
- Diskussion der Wirksamkeit von BGF und die Notwendigkeit einer evidenzbasierten Umsetzung
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 stellt das Thema der Arbeit vor und erläutert die gesundheitsökonomische Relevanz von BGF in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Kapitel 2 liefert einen theoretischen Hintergrund zur BGF, einschließlich Definition, Entwicklung, Grundlagen und Abgrenzung zur Prävention. Kapitel 3 beschreibt die verwendeten Datenquellen und die Arbeitsmethodik. Kapitel 4 analysiert die Strukturen und Arbeitsbedingungen in der Gesundheitsbranche, den Gesundheitszustand der Beschäftigten und den aktuellen Stand der BGF-Umsetzung. Kapitel 5 befasst sich mit den erzielbaren Resultaten von BGF für Arbeitnehmer, Unternehmen und das gesamte Sozialsystem. Kapitel 6 diskutiert die Wirksamkeit von BGF und die Evidenzbasis für deren Umsetzung.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf die Themen betriebliche Gesundheitsförderung, Gesundheitswesen, ökonomischer Nutzen, Arbeitsbedingungen, Gesundheitszustand der Beschäftigten, Krankheitsbedingte Fehlzeiten, Absentismus, Präsentismus, Evidenzbasierte Medizin, Win-Win-Situation.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) im Gesundheitswesen so relevant?
Beschäftigte im Gesundheitswesen leiden unter hohem wirtschaftlichem Druck, Arbeitsverdichtung und Fachkräftemangel, was ihre eigene Gesundheit gefährdet.
Was ist der ökonomische Nutzen von BGF für Krankenhäuser?
BGF reduziert Fehlzeiten (Absentismus) und Präsentismus, steigert die Produktivität und Motivation der Mitarbeiter und senkt somit die langfristigen Kosten.
Wie unterscheidet sich BGF von klassischer Prävention?
BGF geht über die reine Krankheitsvermeidung hinaus und umfasst auch die Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen und die Stärkung persönlicher Ressourcen.
Welche Auswirkungen hat der demographische Wandel auf das Gesundheitswesen?
Eine alternde Bevölkerung führt zu steigenden Kosten und mehr chronischen Erkrankungen bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen der Kassen.
Profitieren auch die Krankenkassen von BGF-Maßnahmen?
Ja, durch gesündere Versicherte sinken die Ausgaben für Kuration und Rehabilitation, was die Solidargemeinschaft entlastet.
- Quote paper
- Dominik Fischer (Author), 2011, Bedeutung und ökonomischer Nutzen der beruflichen Gesundheitsförderung in Einrichtungen des Gesundheitswesens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177252