Wenn man sich intensiver mit dem Neuen Testament der Bibel beschäftigt, fällt auf, dass sich die vier Evangelien in ihrem Textsinn nicht verschieden sind. Die ersten drei Evangelien ähneln sich sogar so stark, dass sie in ihrem Wortlaut teilweise nicht zu unterscheiden sind. Die biblisch- kritische Exegese beschäftigt sich mit diesem Phänomen und formuliert folgende Frage:
„Wie erklärt sich die große literarische Verwandtschaft der synoptischen Evangelien untereinander, und worauf lassen sich die trotz der so weitgehenden Übereinstimmung vorhandenen Differenzen zurückführen?“
Ausgehend von dieser Frage, werde ich im Folgendem zunächst erläutern, welche die synoptischen Evangelien sind und was das sogenannte synoptische Problem beinhaltet. Da es mehrere Thesen gibt, die versuchen auf die oben gestellte Frage Antwort zu geben, stütze ich mich nur auf eine spezielle Theorie, die ich als die Sinnvollste ansehe. Am Ende wird deutlich, aus welchen Gründen ich diese Hypothese für die Ergiebigste gegenüber den Restlichen halte. Jedoch werden neben vielen Begründungen für die These auch Argumente gegen sie geäußert. Diese werde ich gegenüberstellen und kurz einen weiteren Ansatzpunkt aufstellen, der die sogenannte Zweiquellentheorie erweitern könnte.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das synoptische Problem
- Die Zweiquellentheorie
- Inhalt
- Argumente für die Zweiquellentheorie
- Argumente gegen die Zweiquellentheorie
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text untersucht das synoptische Problem, das sich aus den auffälligen Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen den Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas ergibt. Er konzentriert sich dabei auf die Zweiquellentheorie, die eine mögliche Erklärung für diese Parallelen bietet.
- Die literarische Verwandtschaft der synoptischen Evangelien
- Das synoptische Problem und seine Forschungsansätze
- Die Zweiquellentheorie als mögliche Erklärung für die Synopse
- Argumente für und gegen die Zweiquellentheorie
- Die Relevanz der Logienquelle für die synoptische Forschung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das synoptische Problem ein und stellt die Fragestellung des Textes dar. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit dem synoptischen Problem selbst und erläutert die verschiedenen Forschungstheorien, die versuchen, dieses Phänomen zu erklären. Das dritte Kapitel konzentriert sich auf die Zweiquellentheorie, erläutert ihren Inhalt und die wichtigsten Argumente, die sie stützen.
Schlüsselwörter
Synoptische Evangelien, synoptisches Problem, Zweiquellentheorie, Mk-Priorität, Logienquelle, Q-Quelle, Sondergut, Tradition, Fragmentenhypothese, Urevangeliumshypothese, Benutzungshypothesen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das synoptische Problem?
Das synoptische Problem befasst sich mit der Frage, wie die starken literarischen Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas zu erklären sind.
Was besagt die Zweiquellentheorie?
Diese Theorie geht davon aus, dass Matthäus und Lukas zwei Hauptquellen nutzten: das Markusevangelium (Markuspriorität) und eine verlorene Logienquelle (Q).
Was ist die Logienquelle Q?
Die Quelle Q ist eine hypothetische Sammlung von Jesusworten (Logien), die Matthäus und Lukas unabhängig voneinander neben dem Markusevangelium verwendet haben sollen.
Warum wird Markus als das älteste Evangelium angesehen?
Die Markuspriorität stützt sich darauf, dass Markus oft die kürzeste und sprachlich einfachste Form bietet, die von Matthäus und Lukas erweitert wurde.
Was versteht man unter dem "Sondergut" der Evangelisten?
Sondergut bezeichnet Texte, die nur in einem der Evangelien vorkommen (z. B. das Gleichnis vom barmherzigen Samariter nur bei Lukas) und nicht aus Markus oder Q stammen.
- Quote paper
- Elisabeth Esch (Author), 2011, Zweiquellentheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176760