Ein knappes Jahrzehnt nach dem Erscheinen des Bandes “Cryptoporticus. Zur Entwicklungsgeschichte eines multifunktionalen Baukörpers” (ErghÖJh 5 (2002)) bietet es sich an, ein Supplement zu diesem Thema herauszugeben. Das vorliegende Buch versteht sich in erster Linie als Materialsammlung unter nachstehenden Gesichtspunkten:
• Jene Baudenkmäler, die einst nur im Rahmen einer Bibliographie gelistet wurden, werden ausführlich erläutert;
• In der Zwischenzeit publizierte neue Befunde werden in den Katalog
aufgenommen;
• Denkmäler, die zwischenzeitig besser erforscht wurden, werden nochmals behandelt;
• Bislang nicht ausgewertete epigraphische Denkmäler zur Bauform der “crypta” werden erläutert.
Die Zahl der in ihrer Bedeutung über das jeweilige Einzeldenkmal hinausgehenden Neufunde ist überschaubar.
So hat S. Quilici Gigli eine Neubeschreibung der unter dem sog. “Carcere di San Francesco” in Capua befindlichen Cryptoporticus triplex vorgelegt und sowohl hinsichtlich der vorgeschlagenen Datierung des Bauwerks in die zweite Hälfte des 1. Jht.
v. Chr. als auch seiner zentralen Position im Stadtzentrum die von mir vorgeschlagene Deutung als Teil eines zentralen Heiligtums bestätigt1.
[...]
1 S. Quilici Gigli in: L. Quilici – S. Quilici Gigli (Hrsg.), Spazi, forme e infrastrutture dell’ abitare. Atlante tematico di topografia antica 18 (2008) 93 ff.; Luschin, Cryptoporticus I 101 ff.
Inhaltsverzeichnis
- ZIELSETZUNGEN DER ARBEIT
- WEITERE EPIGRAPHISCHE ZEUGNISSE
- BAUDENKMÄLER
- DIE CRYPTOPORTICUS ALS SUBSTRUKTIONSGANG IN TERRASSENANLAGEN
- Die Cryptoporticus an der Terrassenkante
- Die Cryptoporticus an zwei Seiten der Terrasse
- Die Cryptoporticus an drei Seiten der Terrasse
- Die Cryptoporticus, ein Podium an vier Seiten umschließend
- DIE CRYPTOPORTICUS ALS DREIFLÜGELIGE GARTENEINFASSUNG
- DIE OBERIRDISCHE CRYPTOPORTICUS
- Die Cryptoporticus an der Rückseite einer Porticus
- Die freistehende Cryptoporticus
- DIE KREISSEGMENT- CRYPTOPORTICUS
- CRYPTOPORTICUS TRIPLEX
- SONDERFORMEN DER CRYPTOPORTICUS
- DIE CRYPTOPORTICUS IN UNBEKANNTEM BAULICHEN UMFELD
- DIE CRYPTOPORTICUS ALS SUBSTRUKTIONSGANG IN TERRASSENANLAGEN
- ABBILDUNGSNACHWEISE
- TOPOGRAPHISCHES REGISTER
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit setzt sich zum Ziel, die Entwicklungsgeschichte der Cryptoporticus als multifunktionalen Baukörper zu erforschen. Sie analysiert verschiedene Bauformen und Funktionen der Cryptoporticus anhand von archäologischen Befunden und schriftlichen Quellen.
- Typologie der Cryptoporticus
- Funktionale Aspekte der Cryptoporticus
- Entwicklungsgeschichte der Cryptoporticus
- Archäologische Befunde und schriftliche Quellen
- Rolle der Cryptoporticus in der römischen Architektur
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Zielsetzung der Arbeit und führt in die Thematik der Cryptoporticus ein. Das zweite Kapitel widmet sich weiteren epigraphischen Zeugnissen, die Aufschluss über die Bedeutung und Funktion der Cryptoporticus geben. Das dritte Kapitel untersucht Baudenkmäler mit Cryptoporticus und analysiert deren unterschiedliche Bauformen und Funktionen. Es werden verschiedene Typen von Cryptoporticus vorgestellt, beispielsweise als Substruktionsgang in Terrassenanlagen, als dreiflügelige Garteneinfassung, als oberirdische Cryptoporticus an der Rückseite einer Porticus oder als freistehende Cryptoporticus.
Schlüsselwörter
Cryptoporticus, römische Architektur, Bauformen, Funktionsanalyse, Typologie, Entwicklungsgeschichte, Archäologie, Epigraphik, Baudenkmäler, Terrassenanlagen, Gartenarchitektur, Porticus, Substruktionsgang, Oberirdische Cryptoporticus, Kreissegment-Cryptoporticus, Cryptoporticus Triplex, Sonderformen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Cryptoporticus in der römischen Architektur?
Eine Cryptoporticus ist ein multifunktionaler, oft unterirdischer oder überwölbter Gang, der als Substruktion, Lagerrraum oder schattiger Wandelgang diente.
Welche Bauformen der Cryptoporticus gibt es?
Es gibt verschiedene Typen, darunter die Cryptoporticus triplex (dreiflügelig), Kreissegment-Formen, freistehende oder in Terrassenanlagen integrierte Gänge.
Welche neuen archäologischen Befunde werden im Supplement behandelt?
Das Buch behandelt unter anderem die Cryptoporticus unter dem "Carcere di San Francesco" in Capua und wertet neue epigraphische Denkmäler zur Bauform der "crypta" aus.
Welche Funktionen erfüllten diese Baukörper?
Sie dienten als Stützmauern für Terrassen, als kühle Aufenthaltsorte im Sommer, zur Garteneinfassung oder als Teil zentraler Heiligtümer.
Welche Bedeutung hat die Epigraphik für die Erforschung?
Inschriften (epigraphische Zeugnisse) geben Aufschluss darüber, wie die Römer diese Bauwerke nannten und welchen rechtlichen oder religiösen Status sie hatten.
- Quote paper
- Dr. MMag. Edgar Markus Luschin (Author), 2011, Cryptoporticus - Zur Entwicklungsgeschichte eines multifunktionalen Baukörpers - Supplementum I, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176564