Gegenstand dieser Arbeit sind die Sprechaktsequenzen, die in ihrer Besonderheit ein Unterthema der Sprechakttheorie und somit der Pragmatik ausmachen. Hier soll - ausgehend von einer Charakterisierung der Sprechaktsequenzen im allgemeinen - das Vorwurf-Rechtfertigungs-Schema im besonderen dargestellt werden. Berücksichtigt werden dabei die verschiedenen Beweggründe und Möglichkeiten des initiativen sowie des reaktiven Parts, die sich sowohl auf innere Vorgänge als auch auf die Realisierung eines Sprechaktes beziehen. Die Vorwurf-Rechtfertigungs-Interaktion wurde deshalb als Beispiel ausgewählt, da sich aufgrund ihrer Komplexität die Charakteristika von Sprechaktsequenzen besser herausstellen lassen als z.B. bei der Begrüßung oder dem Bedanken.
Inhaltsverzeichnis
- I. Vorbemerkungen
- II. Sprechaktsequenzen
- III. Die Vorwurf-Rechtfertigungs-Interaktion
- 1. Annahmen des Initiators
- 2. Die Vorbringung des Vorwurfs
- 3. Die Reaktionsmöglichkeiten
- 4. Die Honorierung
- IV. Schlußbemerkungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit Sprechaktsequenzen, einem Unterthema der Sprechakttheorie und der Pragmatik. Sie untersucht das Vorwurf-Rechtfertigungs-Schema und analysiert die Beweggründe und Möglichkeiten des Initiators und des Reaktiven in diesem Kontext.
- Charakterisierung von Sprechaktsequenzen
- Das Vorwurf-Rechtfertigungs-Schema
- Kommunikative Kompetenz und Interaktionsgestaltung
- Initiativer und Reaktiver Aspekt von Sprechakten
- Interpretation und Funktion von Sprechakten im Diskurs
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel widmet sich einleitend dem Thema Sprechaktsequenzen und stellt die Arbeit vor. Es beleuchtet den theoretischen Hintergrund der Sprechakttheorie und zeigt auf, warum das Vorwurf-Rechtfertigungs-Schema als Beispiel für die Untersuchung von Sprechaktsequenzen geeignet ist.
Im zweiten Kapitel werden die grundlegenden Konzepte der Sprechaktsequenzen erläutert, insbesondere die Unterscheidung zwischen Initiativ- und Reaktivem Aspekt. Die Bedeutung des Dialogs und die konventionelle Verknüpfung von Sprechakten innerhalb eines Diskurses werden hervorgehoben.
Kapitel drei konzentriert sich auf das Vorwurf-Rechtfertigungs-Schema. Es analysiert die Annahmen des Initiators, die Vorbringung des Vorwurfs, die Reaktionsmöglichkeiten des Empfängers und die Honorierung des Vorwurfs. Die Komplexität und Relevanz dieses Schemas für die Kommunikation wird deutlich dargestellt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit zentralen Themen der Pragmatik, insbesondere der Sprechakttheorie und der Analyse von Sprechaktsequenzen. Schlüsselbegriffe sind: Vorwurf, Rechtfertigung, Interaktion, Kommunikationskompetenz, Sequenzierung, Dialog, Diskurs, Initiativ, Reaktiv, Konventionen, Kommunikative Funktion.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Sprechaktsequenzen?
Sprechaktsequenzen sind aufeinanderfolgende Sprechakte in einem Dialog, die konventionell miteinander verknüpft sind, wie z. B. Frage und Antwort oder Vorwurf und Rechtfertigung.
Wie funktioniert das Vorwurf-Rechtfertigungs-Schema?
Ein Initiator äußert einen Vorwurf basierend auf bestimmten Annahmen, woraufhin der Reaktiv-Partner verschiedene Möglichkeiten zur Rechtfertigung oder Ablehnung hat.
Welche Reaktionsmöglichkeiten gibt es auf einen Vorwurf?
Die Reaktionen reichen von Entschuldigung und Rechtfertigung bis hin zum Gegenangriff oder der Leugnung des Sachverhalts.
Was versteht man unter der „Honorierung“ eines Vorwurfs?
Honorierung beschreibt im pragmatischen Sinne, wie der Vorwurf vom Gegenüber aufgenommen wird und ob die soziale Interaktion dadurch stabilisiert oder gestört wird.
Warum ist dieses Schema komplexer als eine Begrüßung?
Weil es tiefergehende innere Vorgänge, moralische Bewertungen und eine Vielzahl von strategischen Antwortmöglichkeiten umfasst, die über einfache Höflichkeitsregeln hinausgehen.
- Quote paper
- Manfred Müller (Author), 1995, Sprechaktsequenzen - Die Vorwurf-Rechtfertigungs-Interaktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176483