Diese Hausarbeit setzt sich mit den informell erworbenen Kompetenzen innerhalb der Berufsbildung auseinander und untersucht, inwiefern diese Kompetenzen im europäischen Rahmen validiert werden. Dabei soll ein Instrument zur Förderung der Transparenz bei
Qualifikationen und Kompetenzen in der Europäischen Union genauer vorgestellt werden - der Europass. Die Teildokumente Europass-Lebenslauf bzw. Europass-Curriculum Vitae (CV), Europass-Sprachenpass und Europass Mobilität sollen auf die Frage hin beleuchtet werden, ob die Ergebnisse informellen Lernens bzw. informell erworbene Kompetenzen validiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Kompetenzerwerb
2.2 Informelles Lernen
2.3 Validierung von Lernergebnissen
2.4 Rolle der informell erworbener Kompetenzen in der europäischen Berufsbildung
2.5 Vorstellung eines gemeinschaftlichen Instruments zur Förderung der Transparenz bei Qualifikationen und Kompetenzen in der Europäischen Union – Europass
2.6 Validierung der Ergebnisse informellen Lernens in den Europass Dokumenten
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwieweit informell erworbene Kompetenzen innerhalb der europäischen Berufsbildung durch die Transparenzinstrumente des Europass validiert werden können, um eine bessere Vergleichbarkeit von Qualifikationen zu ermöglichen.
- Grundlagen des Kompetenzerwerbs und des informellen Lernens
- Bedeutung der Validierung von Lernergebnissen im europäischen Kontext
- Funktionsweise und Zielsetzung des Europass-Portfolios
- Analyse der Teildokumente Europass-CV, Sprachenpass und Mobilität
- Herausforderungen bei der Selbstevaluation informell erworbener Fähigkeiten
Auszug aus dem Buch
2.6 Validierung der Ergebnisse informellen Lernens in den Europass Dokumenten
In ihrem 2008 veröffentlichten Bericht an Europäisches Parlament und den Europäischen Rat über die erste Evaluierung des Europass leitet die Europäische Kommission die Schwächen des Europass vor allem aus dem nicht konsequent verfolgten learning outcome-Ansatz ab, der in nicht in allen Instrumenten verankert sei. Der Bericht regt an, der Validierung der Ergebnisse non-formalen und informellen Lernens einen höheren Stellenwert einzuräumen (vgl. ECVET 2010). In diesem Kapitel soll genau diesem Ansatz folgend, eine Untersuchung von drei der Europass Dokumente vorgenommen und geprüft werden, inwieweit die Ergebnisse informellen Lernens validiert werden.
In dem Europass-CV sollen im Gegensatz zu herkömmlichen Lebensläufen, die häufig ausschließlich formale Zeugnisse und Abschlüsse beinhalten, auch jene Fertigkeiten berücksichtigt werden, die außerhalb formaler Bildungsgänge, zumeist ohne explizite Lernabsicht, erworben wurden. Dies soll die Biografie eines Menschen, der sich um eine Arbeitsstelle bewirbt in Bezug auf seine berufliche Handlungskompetenz aussagekräftiger machen. In der Rubrik persönliche Kompetenzen und Fertigkeiten bietet diese Form von Lebenslauf an, neben technischen Fertigkeiten und Kompetenzen, die auf verschiedenen Wegen individuell erworben wurden und sich in unterschiedlichen Tätigkeiten manifestieren, auch soziale Fertigkeiten und Kompetenzen sowie organisatorische Fertigkeiten und Kompetenzen einzutragen. Dies klingt im ersten Moment nachvollziehbar, doch bei näherer Betrachtung fällt auf, dass sich die Selbstevaluation von non-formal und informell erworbenen Kompetenzen als schwierig herausstellen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung der europäischen Wissensgesellschaft ein und erläutert die Notwendigkeit, informelles Lernen als Teil des lebenslangen Lernens transparent und vergleichbar zu machen.
2. Hauptteil: Der Hauptteil definiert die zentralen Begriffe des Kompetenzerwerbs, des informellen Lernens und der Validierung und analysiert die Rolle des Europass als Instrument zur Förderung der Transparenz.
2.1 Kompetenzerwerb: Dieses Kapitel erläutert, wie Menschen in verschiedenen Lebens- und Arbeitskontexten Fach-, Personal- und Sozialkompetenzen erwerben und reflektieren.
2.2 Informelles Lernen: Hier wird informelles Lernen von formalen und non-formalen Lernformen abgegrenzt und als Lernprozess außerhalb institutioneller Rahmenbedingungen definiert.
2.3 Validierung von Lernergebnissen: Dieses Kapitel beschreibt Validierung als strukturierten Prozess zur Identifizierung, Bewertung und Anerkennung von Kenntnissen und Fertigkeiten.
2.4 Rolle der informell erworbener Kompetenzen in der europäischen Berufsbildung: Hier wird die Bedeutung informell erworbener Kompetenzen für die Mobilität auf dem europäischen Arbeitsmarkt und die Notwendigkeit ihrer Sichtbarkeit hervorgehoben.
2.5 Vorstellung eines gemeinschaftlichen Instruments zur Förderung der Transparenz bei Qualifikationen und Kompetenzen in der Europäischen Union – Europass: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Europass-Portfolio, bestehend aus Lebenslauf, Sprachenpass und Mobilitätsnachweis, und dessen Beitrag zum europäischen Vergleich von Qualifikationen.
2.6 Validierung der Ergebnisse informellen Lernens in den Europass Dokumenten: Dieses Kapitel untersucht kritisch, wie die Europass-Instrumente die Selbstevaluation informeller Lernleistungen unterstützen und wo methodische Defizite liegen.
3. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung des Europass zur Validierung informell erworbener Kompetenzen unter Berücksichtigung der Anforderungen an Transferleistungen durch die Nutzer.
Schlüsselwörter
Berufsbildung, informelles Lernen, Kompetenzerwerb, Validierung, Europass, Lebenslanges Lernen, Transparenz, Qualifikationsrahmen, Handlungsrepertoire, Selbstevaluation, Lernergebnisse, Europäische Union, Zertifizierung, Arbeitsmarkt, Mobilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Validierung informell erworbener Kompetenzen durch die europäischen Transparenzinstrumente des Europass-Portfolios.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind der Kompetenzerwerb, das informelle Lernen, die Validierung von Lernergebnissen sowie die praktische Anwendung von Europass-Dokumenten zur Sichtbarmachung von außerhalb formaler Bildung erworbener Fähigkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob und inwieweit die Europass-Dokumente dazu beitragen können, Ergebnisse informellen Lernens valide zu erfassen und zu dokumentieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender Konzepte und Evaluierungsberichte zu den Transparenzinstrumenten der Europäischen Union.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung (Kompetenzen, informelles Lernen) und eine detaillierte Untersuchung der drei Europass-Teildokumente (Lebenslauf, Sprachenpass, Mobilität) hinsichtlich ihrer Eignung zur Validierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie informelles Lernen, Europass, Validierung, Kompetenzerwerb, Lebenslanges Lernen und Transparenz definiert.
Welche Schwachstelle identifiziert die Arbeit beim Europass-CV?
Die Arbeit stellt fest, dass dem Nutzer bei der Selbstevaluation informeller Kompetenzen eine hohe Transferleistung abverlangt wird, die insbesondere bei jüngeren Menschen oder Personen mit geringer Erfahrung zu Defiziten in der Selbstdarstellung führen kann.
Welche Rolle spielt das Instrument "Europass-Plus" im Kontext der Arbeit?
Das Unterstützungstool "Europass-Plus" dient dazu, insbesondere jugendlichen Nutzern bei der Identifikation und Einstufung ihrer informell erworbenen Kompetenzen zu helfen, um die dokumentarische Qualität des Europass-CV zu verbessern.
- Quote paper
- Daniel Zäck (Author), 2011, Informell erworbene Kompetenzen in der Berufsbildung , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176460