Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse internationaler Vergleichsstudien wie PISA sind sozial immer noch ungleich verteilte Bildungserfolge und -chancen zunehmend Gegenstand öffentlicher Diskussion geworden. In Anlehnung an den Beitrag „Soziale Beziehungen und Bildungserwerb“ von Jutta Allmendinger, Christian Ebner und Rita Nikolai (2007) zielt die vorliegende Hausarbeit darauf ab, die Bedeutung der von Bourdieu eingeführten Kapitalsorten, insbesondere aber des Sozialkapitals, in Zusammenhang mit in Deutschland bestehenden sozialen Disparitäten hinsichtlich Bildungschancen und -erfolgen zu bringen.
Dazu wird in Kapitel 2.1 eine kurze, grundlegende Erläuterung der Bourdieu´schen Kapitalsorten (ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital sowie soziales Kapital) vorgenommen. Vervollständigt wird dieser knappe Überblick durch eine Übersicht über den Forschungsstand (Kapitel 2.2). Gemäß dem Fokus der Ausarbeitung auf Bildungschancen und -erfolge bemüht sich Kapitel 3 um eine Darstellung der gegenwärtigen Bildungssituation in Deutschland, bevor in Kapitel 4 anhand einiger in der Literatur aufgezeigten Erklärungsansätze Bezug auf die Fragestellung genommen wird. Dabei konzentriert sich die Ausarbeitung auf die innerfamiliären Kapitalien, jedoch werden auch Bezugspunkte zu außerhalb der Familie nutzbaren Kapitalien aufgezeigt. Kritische Anmerkungen hinsichtlich des der Arbeit zugrunde liegenden Kapitalkonzeptes finden sich in Kapitel 5 und schlussendlich wird in Kapitel 6 neben einer bündigen Zusammenfassung ein Ausblick gegeben.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Kapitalsorten nach Pierre Bourdieu
- 2.1 Definitionen
- 2.2 Forschungsstand zum Sozialkapital
- 3. Bildung in Deutschland
- 4. Einfluss der Kapitalsorten auf die Bildungsbiografie
- 4.1 Primäre und sekundäre Herkunftseffekte nach Boudon (1974)
- 4.2 Primäre Effekte
- 4.3 Sekundäre Effekte
- 4.4 Die Bedeutung von innerfamiliären sozialen Beziehungen
- 5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Bedeutung von Pierre Bourdieus Kapitalsorten, insbesondere des Sozialkapitals, für die ungleiche Verteilung von Bildungserfolgen und -chancen von Kindern in Deutschland. Die Arbeit konzentriert sich dabei auf die innerhalb der Familie vorhandenen Kapitalsorten und deren Einfluss auf die Bildungsbiografie.
- Erläuterung der Bourdieu'schen Kapitalsorten (ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital und soziales Kapital)
- Analyse des Forschungsstandes zum Sozialkapital
- Darstellung der aktuellen Bildungssituation in Deutschland
- Untersuchung des Einflusses von Kapitalsorten auf die Bildungsbiografie im Kontext von primären und sekundären Herkunftseffekten
- Analyse der Bedeutung von innerfamiliären sozialen Beziehungen für die Bildungschancen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Relevanz der Thematik im Kontext internationaler Vergleichsstudien wie PISA dar und erläutert die Zielsetzung der Arbeit. Kapitel 2 definiert die von Bourdieu eingeführten Kapitalsorten und gibt einen Überblick über den Forschungsstand zum Sozialkapital. Kapitel 3 beleuchtet die gegenwärtige Bildungssituation in Deutschland. Kapitel 4 analysiert den Einfluss der Kapitalsorten auf die Bildungsbiografie anhand von primären und sekundären Herkunftseffekten sowie der Bedeutung von innerfamiliären sozialen Beziehungen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den zentralen Begriffen und Konzepten von Pierre Bourdieu, insbesondere den Kapitalsorten (ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, Sozialkapital) und deren Bedeutung im Kontext von Bildungschancen und -erfolgen. Weitere wichtige Themen sind die ungleiche Verteilung von Bildungsmöglichkeiten, die Analyse von Herkunftseffekten und die Rolle von innerfamiliären sozialen Beziehungen im Bildungsprozess.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Pierre Bourdieu unter Sozialkapital?
Sozialkapital ist die Gesamtheit der aktuellen oder potenziellen Ressourcen, die mit dem Besitz eines dauerhaften Netzes von mehr oder weniger institutionalisierten Beziehungen verbunden sind.
Wie beeinflussen Bourdieus Kapitalsorten den Bildungserfolg?
Neben dem ökonomischen Kapital spielen vor allem das kulturelle Kapital (Wissen, Bildungstitel) und das Sozialkapital (Netzwerke) eine entscheidende Rolle für die Bildungschancen von Kindern.
Was sind primäre und sekundäre Herkunftseffekte?
Primäre Effekte beziehen sich auf die unmittelbare Leistung der Kinder, während sekundäre Effekte die Bildungsentscheidungen der Eltern (z.B. Schulwahl) trotz gleicher Leistung beschreiben.
Welche Bedeutung haben innerfamiliäre Beziehungen?
Starke innerfamiliäre Beziehungen und die Unterstützung durch die Eltern fungieren als Sozialkapital, das den Bildungsweg des Kindes positiv beeinflussen kann.
Was sagt die PISA-Studie über soziale Disparitäten in Deutschland?
Die PISA-Ergebnisse verdeutlichen, dass in Deutschland der Bildungserfolg eines Kindes nach wie vor stark von der sozialen Herkunft und dem Kapital der Eltern abhängt.
- Quote paper
- Thea Hartig (Author), 2011, Das Sozialkapital nach Pierre Bourdieu innerhalb der Familie. Ungleich verteilte Bildungserfolge und -chancen bei Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175691