Diese Arbeit erläutert inwieweit die steuerlichen Diskrepanzen der
EU-Mitgliedstaaten die derzeitige Gesamtsituation der europäischen Wirtschaft beeinflussen. In Hinblick auf eine diesbezügliche Problembewältigung wird die grundsätzliche Thematik verdeutlicht, welcher Grad einer Steuerharmonisierung auf EU-Ebene rechtlich möglich ist und ob eine Harmonisierung überdies wirtschaftlich tatsächlich Vorteile generiert.
Diese Diplomarbeit ermöglicht, durch genaue Betrachtung des EU-weiten Steuergefälles und der anschließend stattfindenden Darstellung der Reaktionen der Unternehmen und Staaten auf dieses Steuergefälle, die Situation der EU-Steuerpolitik genau zu beschreiben. Damit ist es möglich, die in der Öffentlichkeit stark diskutierten Reformvorschläge zu bewerten.
Hierzu geht das Kapitel 2 der Arbeit zunächst auf die grundsätzliche rechtliche Situation der EU-Steuerpolitik ein und erläutert mögliche Wege, welche die Integration in der Steuerpolitik erlaubt. Es bietet sich an, zwischen Harmonisierung auf der einen Seite und Steuerwettbewerb auf der anderen Seite zu unterscheiden und diesbezüglich empirische Umsetzungs-empfehlungen zu erläutern. Es folgt eine Darstellung der steuerlichen Unterschiede in der EU, indem die nationalen Besteuerungsmethoden und das EU-weite Steuergefälle eruiert werden; von besonderem Interesse sind die Auswirkungen der EU-Osterweiterung.
Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen werden in Kapitel 3 die relevanten Reaktionen der multinationalen Unternehmen erläutert, welche das Steuergefälle zur Minimierung ihrer Steuerbelastung nutzen. Dieses Papier legt das Augenmerk mehr auf die empirische Evidenz, weniger auf die Erläuterung der einzelnen technischen Gestaltungsmöglichkeiten.
Kapitel 4 gibt einen Überblick über die aktuellen Reformbewegungen der einzelnen Mitgliedstaaten, deren Notwendigkeit sich aus dem bestehenden Steuergefälle und den verstärkten Wettbewerbsbedingungen ergeben.
Das abschließende Kapitel 5 gibt in einer Schlussbetrachtung die im Rahmen der Arbeit diskutierten Sachverhalte wieder.
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Steuerliche Unterschiede in der Europäischen Union
- 2.1 Körperschaftsteuer
- 2.1.1 Steuerbelastung
- 2.1.2 Steuerbelastung im Vergleich zu anderen Ländern
- 2.1.3 Bedeutung der Körperschaftsteuer für Unternehmen
- 2.2 Lohnsteuer
- 2.2.1 Steuerbelastung
- 2.2.2 Vergleich der Lohnsteuerbelastung
- 2.2.3 Bedeutung der Lohnsteuer für Unternehmen
- 2.3 Mehrwertsteuer
- 2.3.1 Steuerbelastung
- 2.3.2 Vergleich der Mehrwertsteuerbelastung
- 2.3.3 Bedeutung der Mehrwertsteuer für Unternehmen
- 2.4 Grunderwerbsteuer
- 2.4.1 Steuerbelastung
- 2.4.2 Vergleich der Grunderwerbsteuerbelastung
- 2.4.3 Bedeutung der Grunderwerbsteuer für Unternehmen
- 2.5 Gewerbesteuer
- 2.5.1 Steuerbelastung
- 2.5.2 Vergleich der Gewerbesteuerbelastung
- 2.5.3 Bedeutung der Gewerbesteuer für Unternehmen
- 2.6 Sonstige Steuern
- 2.6.1 Umsatzsteuer
- 2.6.2 Vermögensteuer
- 3 Implikationen steuerlicher Unterschiede auf Standortwahl
- 3.1 Standortfaktoren
- 3.1.1 Infrastruktur
- 3.1.2 Arbeitskräfte
- 3.1.3 Rechtssystem
- 3.1.4 Steuern
- 3.2 Entscheidungsprozess der Standortwahl
- 3.2.1 Analyse der Standortfaktoren
- 3.2.2 Bewertung der Standortfaktoren
- 3.2.3 Auswahl des optimalen Standorts
- 4 Implikationen steuerlicher Unterschiede auf staatliches Handeln
- 4.1 Steuerpolitik
- 4.1.1 Steuerwettbewerb
- 4.1.2 Steuerharmonisierung
- 4.2 Wirtschaftspolitik
- 4.2.1 Investitionsförderung
- 4.2.2 Beschäftigungspolitik
- 5 Fazit
- Steuerliche Unterschiede in der EU
- Einfluss der Steuerbelastung auf die Standortwahl
- Bedeutung der Steuerpolitik für die Attraktivität eines Standorts
- Steuerwettbewerb und Steuerharmonisierung in der EU
- Implikationen der steuerlichen Unterschiede für die Wirtschaftspolitik
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Diplomarbeit befasst sich mit den steuerlichen Unterschieden in der Europäischen Union und deren Auswirkungen auf Standortwahl und staatliches Handeln. Die Arbeit analysiert die verschiedenen Steuerarten in den EU-Mitgliedstaaten und untersucht die Bedeutung dieser Unterschiede für Unternehmen. Ziel ist es, die Implikationen der steuerlichen Unterschiede für die Standortwahl von Unternehmen und für die Gestaltung der Wirtschafts- und Steuerpolitik der einzelnen Mitgliedstaaten zu beleuchten.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 stellt die Ausgangslage dar und führt in die Thematik der steuerlichen Unterschiede in der EU ein. Kapitel 2 analysiert die verschiedenen Steuerarten in der EU und vergleicht die Steuerbelastung in den einzelnen Mitgliedstaaten. Kapitel 3 befasst sich mit den Implikationen der steuerlichen Unterschiede für die Standortwahl von Unternehmen. Kapitel 4 untersucht die Auswirkungen der steuerlichen Unterschiede auf staatliches Handeln, insbesondere auf die Steuerpolitik und die Wirtschaftspolitik der einzelnen Mitgliedstaaten.
Schlüsselwörter
Steuerliche Unterschiede, Europäische Union, Standortwahl, staatliches Handeln, Körperschaftsteuer, Lohnsteuer, Mehrwertsteuer, Grunderwerbsteuer, Gewerbesteuer, Steuerbelastung, Steuerwettbewerb, Steuerharmonisierung, Wirtschaftspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Wie beeinflussen steuerliche Unterschiede die Standortwahl in der EU?
Unternehmen nutzen das EU-weite Steuergefälle, um ihre Steuerbelastung zu minimieren. Ein niedriger Körperschaftsteuersatz kann ein entscheidender Faktor für die Ansiedlung multinationaler Konzerne sein.
Was ist der Unterschied zwischen Steuerwettbewerb und Steuerharmonisierung?
Steuerwettbewerb entsteht, wenn Staaten ihre Steuersätze senken, um attraktiver für Investoren zu sein. Steuerharmonisierung hingegen ist die rechtliche Angleichung der Steuersysteme auf EU-Ebene, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.
Welche Steuerarten sind für die Attraktivität eines Standorts besonders relevant?
Besonders die Körperschaftsteuer, die Gewerbesteuer und die Lohnnebenkosten (Lohnsteuerbelastung) spielen eine zentrale Rolle für die Rentabilitätsrechnung von Unternehmen bei der Standortwahl.
Wie wirkt sich die EU-Osterweiterung auf die Steuerpolitik aus?
Die Osterweiterung hat das Steuergefälle innerhalb der EU vergrößert, da viele neue Mitgliedstaaten niedrige Steuersätze eingeführt haben, um Investitionen anzuziehen, was den Wettbewerbsdruck auf westliche EU-Staaten erhöht.
Warum ist eine vollständige Steuerharmonisierung in der EU schwierig?
Die Steuerhoheit liegt primär bei den Mitgliedstaaten. Eine Harmonisierung erfordert oft Einstimmigkeit im Rat, was aufgrund unterschiedlicher wirtschaftlicher Interessen und nationaler Souveränitätsansprüche rechtlich und politisch komplex ist.
Welche Rolle spielen Infrastruktur und Rechtssystem neben den Steuern?
Steuern sind nur ein Teil der Standortfaktoren. Eine gute Infrastruktur, qualifizierte Arbeitskräfte und ein stabiles Rechtssystem sind oft ebenso wichtig wie eine niedrige Steuerbelastung.
- Quote paper
- Betty John (Author), 2010, Steuerliche Unterschiede in der EU und deren Implikationen auf Standortwahl und staatliches Handeln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174934