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Die Systemtheorie nach Niklas Luhmann und die Komplexität der Systeme

Titel: Die Systemtheorie nach Niklas Luhmann und die Komplexität der Systeme

Hausarbeit , 2003 , 8 Seiten , Note: 2

Autor:in: Jan Trützschler (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Um Luhmanns systemtheoretische Betrachtungsweise der Gesellschaft nachvollziehen
zu können, erscheint es in einem ersten Schritt notwendig, seine Sichtweise auf
moderne Gesellschaften näher zu erläutern. Luhmann kennzeichnet sie anhand zweier
zentraler Merkmale.
1.1 Komplexität
Moderne Gesellschaften sind hoch industrialisiert und verwissenschaftlicht, ihre
Funktionsweisen und Strukturen sind auf mehreren Ebenen miteinander verflochten,
gleichzeitig können nicht mehr alle Bereiche der Gesellschaft miteinander verknüpft
werden.1 Luhmann bezeichnet diesen Zustand als Komplexität. Für den modernen
Menschen ergibt sich daraus eine Überfülle an Optionen. Er ist „[…] stets mit mehr
Möglichkeiten des Erlebens und Handelns [konfrontiert], als aktualisiert werden
können.“2 Diese Fülle an Möglichkeiten, also „[…] alles, was weder notwendig noch
unmöglich ist […]“3, bezeichnet Luhmann als Kontingenz. Aus „[…] Gegenseitigkeit
und wechselseitiger Orientierung und Einflussnahme […]“4 resultiert doppelte
Kontingenz, meint also die Eröffnung neuer und den Ausschluss alter
Handlungsoptionen durch Interaktion.
Nach Luhmann ist eben diese, für den Einzelnen nicht mehr zu bewältigende,
Komplexität das Hauptmerkmal jeder modernen Gesellschaft. Aus dieser Erkenntnis
heraus leitet er die Hauptaufgabe moderner Gesellschaften nämlich die Reduzierung
von Komplexität, also die Selektion von Möglichkeiten, ab.5

1 Vgl. Treibel, Annette: Einführung in soziologische Theorien der Gegenwart, Opladen 2000, S.25.
2 Luhmann, Niklas zitiert nach: Treibel, Annette: Einführung in soziologische Theorien der Gegenwart, Opladen
2000, S.25.
3 Luhmann, Niklas zitiert nach: Treibel, Annette: Einführung in soziologische Theorien der Gegenwart, Opladen
2000, S.38.
4 Treibel, Annette: Einführung in soziologische Theorien der Gegenwart, Opladen 2000, S.38.
5 Vgl. ebd., S.26.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Merkmale moderner Gesellschaften
    • 1.1 Komplexität
    • 1.2 Funktionale Differenzierung
  • 2. Systeme
    • 2.1 Systemtypen und Systembildung
    • 2.2 Sinn und Kommunikation
    • 2.3 Autopoiesis
  • 3. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themenschwerpunkte

Die vorliegende Hausarbeit analysiert die systemtheoretische Betrachtungsweise der Gesellschaft, wie sie von Niklas Luhmann formuliert wurde. Dabei werden die zentralen Merkmale moderner Gesellschaften, die Rolle von Systemen und die Entstehung von Systembildungen im Rahmen der Luhmannschen Theorie beleuchtet.

  • Komplexität und Kontingenz als Kennzeichen moderner Gesellschaften
  • Funktionale Differenzierung und ihre Auswirkungen auf soziale Systeme
  • System-Umwelt-Differenz als grundlegendes Prinzip der Systembildung
  • Unterscheidung zwischen psychischen und sozialen Systemen
  • Ebenen der Systembildung: Interaktions-, Organisations- und Gesellschaftssysteme

Zusammenfassung der Kapitel

1. Merkmale moderner Gesellschaften

Dieses Kapitel führt in die systemtheoretische Perspektive von Niklas Luhmann ein und beschreibt die beiden zentralen Merkmale moderner Gesellschaften: Komplexität und funktionale Differenzierung. Es wird erläutert, wie diese Merkmale die Funktionsweise und Struktur der Gesellschaft prägen.

1.1 Komplexität

Der Abschnitt analysiert die zunehmende Komplexität moderner Gesellschaften, die durch Industrialisierung, Verwissenschaftlichung und die Vernetzung von Funktionsbereichen entsteht. Die Überfülle an Möglichkeiten, die sich daraus ergibt, bezeichnet Luhmann als Kontingenz und erklärt, wie sie zu doppelter Kontingenz in der Interaktion führt.

1.2 Funktionale Differenzierung

Dieses Unterkapitel beschreibt die wachsende funktionale Differenzierung moderner Gesellschaften, die sich durch die Spezialisierung von Subsystemen wie Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Recht auszeichnet. Es wird die Beziehung zwischen funktionaler Differenzierung und Komplexität sowie die Bedeutung dieser Entwicklung für den Fortschritt der Gesellschaft dargestellt.

2. Systeme

Kapitel 2 befasst sich mit der zentralen Rolle von Systemen in der Luhmannschen Theorie. Es wird die System-Umwelt-Differenz als grundlegendes Prinzip der Systembildung und die Unterscheidung zwischen psychischen und sozialen Systemen erklärt.

2.1 Systemtypen und Systembildung

Dieser Abschnitt widmet sich den verschiedenen Typen von Systemen, wie psychischen und sozialen Systemen, und untersucht die Prozesse der Systembildung, die durch die Stabilisierung der System-Umwelt-Differenz entstehen. Es werden die drei Ebenen der Systembildung (Interaktions-, Organisations- und Gesellschaftssysteme) vorgestellt und ihre charakteristischen Merkmale herausgestellt.

Schlüsselwörter

Die vorliegende Hausarbeit fokussiert auf die Systemtheorie von Niklas Luhmann, insbesondere auf die Analyse moderner Gesellschaften. Daher stehen Themen wie Komplexität, funktionale Differenzierung, System-Umwelt-Differenz, psychische und soziale Systeme, Interaktionssysteme, Organisationssysteme und Gesellschaftssysteme im Mittelpunkt. Der Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung der Prozesse der Systembildung und der Bedeutung dieser Prozesse für die Funktionsweise und Struktur der Gesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Was versteht Niklas Luhmann unter "Komplexität"?

Komplexität bezeichnet den Zustand moderner Gesellschaften, in dem es mehr Möglichkeiten des Erlebens und Handelns gibt, als tatsächlich verwirklicht werden können. Die Hauptaufgabe von Systemen ist die Reduzierung dieser Komplexität.

Was bedeutet der Begriff "Kontingenz"?

Kontingenz beschreibt alles, was weder notwendig noch unmöglich ist. In sozialen Interaktionen führt dies zur "doppelten Kontingenz", da das Handeln beider Partner voneinander abhängt und unvorhersehbar bleibt.

Was ist funktionale Differenzierung?

Moderne Gesellschaften sind in spezialisierte Subsysteme unterteilt (z. B. Politik, Wirtschaft, Recht), die jeweils eine bestimmte Funktion für die Gesamtgesellschaft erfüllen.

Was unterscheidet psychische von sozialen Systemen?

Psychische Systeme basieren auf Bewusstsein, während soziale Systeme auf Kommunikation basieren. Beide sind füreinander Umwelt, können aber strukturell gekoppelt sein.

Was ist Autopoiesis in der Systemtheorie?

Autopoiesis beschreibt die Eigenschaft von Systemen, sich selbst aus ihren eigenen Elementen zu produzieren und zu erhalten, indem sie sich von ihrer Umwelt abgrenzen.

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Details

Titel
Die Systemtheorie nach Niklas Luhmann und die Komplexität der Systeme
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Pädagogik)
Veranstaltung
Einführung in theoretische Konzepte der Erziehungswissenschaft
Note
2
Autor
Jan Trützschler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
8
Katalognummer
V17450
ISBN (eBook)
9783638220293
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Systemtheorie Einführung Konzepte Erziehungswissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jan Trützschler (Autor:in), 2003, Die Systemtheorie nach Niklas Luhmann und die Komplexität der Systeme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17450
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Leseprobe aus  8  Seiten
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