1. Einleitung
Im 15. Jahrhundert begannen unter Heinrich der Seefahrer (1394-1460) zahlreiche Expeditionen nach Afrika und die den Kontinent umgebenden Inseln. Durch permanente Weiterentwicklung der Schiffe und Navigationsgeräte sowie das Anfertigen von Seekarten weiteten diese sich stetig aus. Getrieben von Entdeckungswillen und den Missionierungsgedanken erforschte Portugal als erste europäische Nation den damals so wahrgenommenen dritten Kontinent. Da im Laufe der Zeit das umfangreiche antike Wissen über Afrika verschwand gingen die Invasoren ein beträchtliches Risiko mit ihren Expeditionen ein. Der Aberglaube war eines der Hindernisse der damaligen Zeit. Mit der Entdeckung des Seeweges nach Indien (1498) stieg Portugal rasch zu einer großen Seefahrernation auf. Wirtschaftliche Interessen standen durch den Handel von Gewürzen, Gold und Sklaven jedoch bald im Vordergrund. Der bislang wichtigste Faktor der Expansion, der Missionierungsgedanke wich nunmehr Handelsinteressen. Portugal erhob sich rasch zu einem der wichtigsten Wirtschaftsmotoren auf den afrikanischen Kontinent der damaligen Zeit. Die Stärkung des Christentums durch den sagenumwobenen Priesterkönig Johannes in Äthiopien geriet hierbei zu einer militärischen Interessensfrage. Um dem Expansionswillen und dem Handel gerecht zu werden, wurde dieser Kontakt nun aus nichtreligiösen Gründen angestrebt. Portugal verfügte über Kolonien in Übersee und identifiziert sich noch heute mit seinem Erbe eine der größten Seefahrer- und Entdeckungsnationen. Die Arbeit befasst sich mit den Anfängen der portugiesischen Expansion nach Afrika, bis zu dem exzessiven Handel, sowie der Missionierung. Anhand von Quellen und Berichten sollen die Fragen geklärt werden wie die Ureinwohner Afrikas missioniert wurden und welche Mittel dabei angewandt wurden. Eine weitere Frage ist, welche Interessen die Entdecker verfolgten und warum die Missionierung aus ihrer Sicht notwendig war. Ebenso soll die Frage geklärt werden inwiefern der wirtschaftliche Gedanke in der Expansion verankert war und der Handel zu Anfang der Reisen von statten ging, bis zum Handel in der Blütezeit der portugiesischen Expansion.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung, Fragestellung und Vorgehensweise
- Die portugiesischen Entdeckungsfahrten und ihre Absichten
- Das Aufeinandertreffen der Kulturen und die gegenseitige Wahrnehmung
- Handels- und Küstenstützpunkte am Beispiel Elminas
- Sklavenhandel als Wirtschaftszweig
- Der Missionierungsgedanke als Antrieb der Expansion
- Der Mythos des ,,Priesterkönig Johannes"
- Missionierung am Beispiel des Kongo
- Das Ende der portugiesischen Monopolstellung
- Schluss und Fazit
- Quellen
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Anfängen der portugiesischen Expansion nach Afrika und beleuchtet die dabei wirkenden Motive, insbesondere die Missionierung und den Handel. Anhand von Quellen und Berichten werden die Methoden der Missionierung und die Interessen der Entdecker untersucht.
- Die portugiesischen Entdeckungsfahrten und ihre Hintergründe
- Die Begegnung mit den afrikanischen Kulturen und die gegenseitige Wahrnehmung
- Die Rolle des Missionierungsgedankens in der Expansion
- Die Bedeutung des Handels und der wirtschaftlichen Interessen
- Das Ende der portugiesischen Monopolstellung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Fragestellung und Vorgehensweise der Arbeit erläutert. Kapitel zwei widmet sich den portugiesischen Entdeckungsfahrten und ihren Absichten. Dabei werden die Hintergründe der Expansion, die Rolle Heinrichs des Seefahrers und die Herausforderungen der damaligen Seefahrt beleuchtet. Kapitel drei befasst sich mit der Begegnung der Portugiesen mit den afrikanischen Kulturen. Es werden die Handelsbeziehungen, die Sklavenhandel und die gegenseitige Wahrnehmung der Kulturen untersucht. In Kapitel vier wird der Missionierungsgedanke als ein wichtiger Antrieb der Expansion beleuchtet. Das Kapitel analysiert den Mythos des Priesterkönig Johannes und die Missionierung am Beispiel des Kongo.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Portugiesische Expansion, Afrika, Missionierung, Sklavenhandel, Handel, Entdeckungsfahrten, Heinrich der Seefahrer, Kulturen, Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Was waren die Motive der portugiesischen Expansion nach Afrika?
Die Hauptmotive waren Entdeckungswille, der Missionierungsgedanke (Christentum) sowie starke wirtschaftliche Interessen an Gold, Gewürzen und Sklaven.
Wer war Heinrich der Seefahrer?
Er war ein portugiesischer Prinz, der im 15. Jahrhundert zahlreiche Expeditionen entlang der afrikanischen Küste initiierte und die Seefahrt technisch modernisierte.
Was verbirgt sich hinter dem Mythos des 'Priesterkönig Johannes'?
Die Portugiesen suchten in Afrika nach einem legendären christlichen Herrscher, um ein Bündnis gegen den Islam zu schließen und das Christentum zu stärken.
Wie verlief die Missionierung im Kongo?
Die Missionierung wurde oft als Mittel zur Festigung von Handelsbeziehungen genutzt, wobei lokale Herrscher teilweise zum Christentum konvertierten, um politische Vorteile zu erlangen.
Welche Rolle spielte der Sklavenhandel?
Der Sklavenhandel entwickelte sich rasch zu einem der profitabelsten Wirtschaftszweige der portugiesischen Expansion und verdrängte oft die religiösen Ziele.
- Citation du texte
- Stefan Sebastian Bahn (Auteur), 2011, Die Wiederentdeckung Afrikas und die Folgen der portugiesischen Expansion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173691