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Religionsdidaktische Überlegungen zu "Liebe, Partnerschaft und Sexualität" im evangelischen Religionsunterricht

Unterrichtsentwurf für die Realschule

Title: Religionsdidaktische Überlegungen zu "Liebe, Partnerschaft und Sexualität" im evangelischen Religionsunterricht

Bachelor Thesis , 2010 , 71 Pages , Grade: 1,15

Autor:in: Esther Kaiser (Author)

Didactics - Theology, Religion Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Begriffe wie »Generation Porno« oder »sexuelle Verwahrlosung« sind in
Deutschland heute keine Seltenheit mehr. Kaum eine Zeitung oder ein Fernsehsender
hat in den vergangen Monaten nicht heutige Jugendliche und
ihr Sexualverhalten in den Blick genommen. Immer früher beginnen Jugendliche,
ja geradezu Kinder sexuelle Erfahrungen zu sammeln und sich
für das andere Geschlecht zu interessieren. Liebe, Zärtlichkeit und das
Gefühl der Geborgenheit bleiben dabei, so scheint es, völlig auf der Strecke.
Es fehlt zunehmend an elterlicher Verantwortung und Vorbildern, die
den oftmals erst 11- oder 12-Jährigen erklären, was das ›Geheimnis Liebe‹
ausmacht, wie es sich zu zeigen vermag und was Liebe bedeutet.
Durch Medien und Zeitschriften und selbstredend das Internet geraten
Kinder und Jugendliche zuweilen in einen ›Teufelskreis‹ von Pornographie
und Perversion, in dem sie nicht mehr von falsch und richtig unterscheiden
können.
Aber was ist überhaupt falsch und richtig in Bezug auf die Lebensthemen
Liebe, Sexualität und Partnerschaft? Die Bibel, das Urdokument
des jüdisch-christlichen Glaubens, kann hier reaktiviert werden, denn es
bietet lebensnahe Geschichten und Vorbilder, die für die aktuelle Situation
der Jugendlichen Klarheit und Hilfestellungen bereithalten.
Schaut man heutzutage einmal in die einzelnen
Klassen einer Realschule, ist festzustellen, dass Themen wie verliebt
sein, der erste Freund, das erste Mal etc. hoch oben auf der Tagesordnung
des Alltags anzusiedeln sind. Genau deshalb erscheint es mir umso
wichtiger, gerade dieses Thema auch im Religionsunterricht zu beleuchten
und ausführlich in eine Unterrichtseinheit einzubetten. Gerade Religionslehrende,
die nicht nur ein erwachsenes Vorbild darstellen können, sondern
sich auch durch theologisches Wissen auszeichnen und mit ihrem
eigenen Glauben in der Schule authentisch zu leben versuchen, müssen
ihre Verantwortung an dieser Stelle wahrnehmen. Dabei ist festzuhalten,
dass die Bibel und der christliche Glaube Modelle gelingenden Lebens
anzubieten vermag, die den Jugendlichen als Vorbilder und zur Orientierung
dienen können. Sie sollen dazu befähigt werden, in einer Welt voller
Reizeinflüsse, die geprägt ist von Schnelllebigkeit und Medienüberflutung,
ihren eigenen Standpunkt zu entwickeln und begründet zu vertreten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. GRUNDLEGENDE ÜBERLEGUNGEN ZU PARTNERSCHAFT, SEXUALITÄT UND EHE

2.1 Ehe und Familie – eine Begriffsbestimmung

2.2 Ehe, Partnerschaft und Sexualität in der Bibel

2.2.1 Zum biblischen Verständnis der Begriffe Liebe, Ehe und Sexualität

2.2.2 Ehe und Eheschließung im Alten Testament

2.2.3 Ehe und Eheschließung im Neuen Testament

2.3 Entwicklungen des Verständnisses von Ehe und Familie im 20. und 21. Jahrhundert

2.4 Die Position der christlichen und muslimischen Religionsgemeinschaften in der Gegenwart

2.4.1 Die Position der Evangelischen Kirche in Deutschland

2.4.2 Die Position der römisch-katholischen Kirche

2.4.3 Die Position des Islams

3. BIBLISCHE BETRACHTUNGEN ZU PARTNERSCHAFT UND BEZIEHUNG

3.1 Adam und Eva (Gen 1–3) – Gott stellt Mann und Frau zusammen

3.2 Jakob, Lea und Rahel (Gen 29–31) – Ein Mann lässt sich nicht abschrecken – oder: 14 Jahre Arbeit für zwei Frauen

3.3 Simson und Delila (Ri 13–16) – Die Liebe zu einer Frau bringt einen unbezwingbaren Mann zu Fall

3.4 Rut und Boas (Rut) – Liebe auf den ersten Blick

3.5 David und Batseba (2Sam 11) – ein Ehebruch mit Folgen

3.6 Maria und Josef (Mt 1,18–25) – eine schockierende Nachricht mit großer Wirkung – oder: oder Maria und Josef halten zusammen

4. SEXUALERZIEHUNG IN DER SCHULE VON HEUTE

4.1 Richtlinien für die Sexualerziehung

4.2 Grundlagen der Sexualerziehung

4.3 Neue Anforderungen an die Sexualerziehung

4.4 Sexualerziehung im Religionsunterricht

4.5 Fächerübergreifende Sexualerziehung

5. UNTERRICHTSENTWURF FÜR DEN EVANGELISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT IN DER REALSCHULE

5.1 Die Religionsdidaktik der Elementarisierung

5.2 Elementarisierung und Kompetenz

5.3 Unterrichtsentwurf zur Unterrichtseinheit: »Wie liebe ich richtig?«

5.3.1 Sachanalyse

5.3.2 Unterrichtsziele

5.3.3 Bezug zum Bildungsplan

5.3.4 Inhalts- und prozessbezogene Kompetenzen

5.3.5 Überlegungen zur Situation der Lerngruppe

5.3.6 Kurzübersicht

5.3.7 Didaktische Analyse

6. ZUSAMMENFASSENDE SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die Thematisierung von Liebe, Partnerschaft und Sexualität im evangelischen Religionsunterricht der Realschule theoretisch zu fundieren und praktisch an einem Unterrichtsentwurf zu veranschaulichen, um Jugendlichen in einer mediengeprägten Welt Orientierung und Hilfestellung zu bieten.

  • Biblische Perspektiven auf Partnerschaft und Sexualität
  • Entwicklung des Eheverständnisses im 20. und 21. Jahrhundert
  • Sexualerziehung als schulischer Bildungsauftrag
  • Elementarisierung als religionsdidaktisches Modell
  • Konkreter Unterrichtsentwurf zur Einheit „Wie liebe ich richtig?“

Auszug aus dem Buch

3.3 Simson und Delila (Ri 13–16) – Die Liebe zu einer Frau bringt einen unbezwingbaren Mann zu Fall

Die Simson-Erzählungen stechen durch ihre Sperrigkeit und Fremdartigkeit aus dem Richterbuch heraus und haben im Zentrum den übermächtigen Protagonisten Simson, aber auch seine Frau Delila. Sie werden oftmals auch als Heldenerzählungen gehandelt, da sie nach einem bestimmten Erzählmuster kategorisiert werden können. Diese Klassifizierung verläuft wie folgt: »Ankündigung der Geburt und Geburt, Hochzeit, Ruhmestaten des Helden, Tod und Begräbnis«34. Dieses vierteilige Schema findet sich hier in der in sich abgeschlossenen Erzählung von Ri 13–16 wieder, die sich aus dem Richterbuch abzuheben scheinen. Kap 13 und Kap 16 fungieren dabei als abgrenzender Rahmen der Geschichte,35 der auch die kunstvoll gestaltete Erzählstruktur und die planvolle Anlage der Erzählung sichtbar werden lässt.

Delila ist Simsons Liebhaberin, die ungewöhnlicherweise ihr eigenes Haus besitzt. Sie ist wie die anderen Frauen hinter Simsons Geheimnis her und sie erkennt seine Schwachstelle: die Liebe. Simson liebt Delila (Ri 16,4) und er beweist ihr seine Liebe, indem er ihr die Antwort des Rätsels verrät. Er verleiht ihr somit Macht über ihn selbst und vertraut ihr. Das hat gravierende Folgen für Simson: Er verliert durch Delilas Verrat seine Macht, seine Stärke und natürlich auch seine Ehre und Anerkennung.

Das Bild der Frau wird in dieser Geschichte als ein gefährliches, ja sogar bedrohliches dargestellt. Simson besiegt tausende Philister, erliegt jedoch den Waffen einer Frau. Eine einzige Frau ist für den Niedergang Simsons verantwortlich.38

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Autorin begründet die Relevanz der Thematisierung von Liebe, Sexualität und Partnerschaft im Religionsunterricht angesichts medialer Einflüsse und sucht nach christlichen Modellen für gelingendes Leben.

2. GRUNDLEGENDE ÜBERLEGUNGEN ZU PARTNERSCHAFT, SEXUALITÄT UND EHE: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, beleuchtet biblische Grundlagen und kirchliche Positionen sowie den gesellschaftlichen Wandel der Ehe im 20. und 21. Jahrhundert.

3. BIBLISCHE BETRACHTUNGEN ZU PARTNERSCHAFT UND BEZIEHUNG: Anhand exegetischer Analysen werden biblische Paare und deren Beziehungsproblematiken untersucht, um einen lebensnahen Bezug für heutige Schüler herzustellen.

4. SEXUALERZIEHUNG IN DER SCHULE VON HEUTE: Hier werden Richtlinien, Grundlagen und neue Anforderungen an die Sexualerziehung sowie deren Integration in den Religionsunterricht und fächerübergreifende Ansätze diskutiert.

5. UNTERRICHTSENTWURF FÜR DEN EVANGELISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT IN DER REALSCHULE: Dieses Kapitel präsentiert ein konkretes didaktisches Konzept nach dem Modell der Elementarisierung für eine Unterrichtseinheit zum Thema Liebe und Sexualität.

6. ZUSAMMENFASSENDE SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit reflektiert die Ergebnisse, betont die Notwendigkeit einer fundierten religionspädagogischen Auseinandersetzung und verweist auf die Erprobung in der Schulpraxis.

Schlüsselwörter

Religionsunterricht, Sexualerziehung, Partnerschaft, Ehe, Bibel, Elementarisierung, Unterrichtsentwurf, Jugendtheologie, Liebe, christliche Ethik, Identitätsentwicklung, christliche Tradition, Sexualität, Verantwortung, Wertevorstellungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Aufarbeitung der Themen Liebe, Partnerschaft und Sexualität im evangelischen Religionsunterricht der Realschule.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören biblische Paarbeziehungen, die geschichtliche Entwicklung des Ehebegriffs, Positionen verschiedener Glaubensgemeinschaften sowie moderne Anforderungen an die schulische Sexualerziehung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein religionspädagogisch fundiertes Konzept zu entwickeln, das Jugendlichen hilft, einen verantwortungsvollen und gesunden Umgang mit Sexualität zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf religionspädagogische Literatur, exegetische Analysen biblischer Texte und didaktische Modelle, insbesondere die „Elementarisierung“ nach dem Tübinger Modell.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlegungen zu Ehe und Sexualität, exegetische Betrachtungen biblischer Paarerzählungen sowie die praktische Ausarbeitung eines Unterrichtsentwurfs für eine neunte Realschulklasse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind Sexualerziehung, Elementarisierung, biblische Exegese, christliche Ethik und Unterrichtsgestaltung in der Realschule.

Warum wird das Modell der „Elementarisierung“ für den Unterrichtsentwurf gewählt?

Das Modell ermöglicht es, komplexe biblische und ethische Sachverhalte auf das Wesentliche zu reduzieren und direkt an die Lebenswelt und die Erfahrungen der Jugendlichen anzubinden.

Welche Bedeutung kommt der biblischen Exegese im Unterrichtsentwurf zu?

Die Exegese dient dazu, biblische Vorbilder und Perspektiven für Schüler erfahrbar zu machen und zu zeigen, dass sich Menschen auch damals bereits mit den gleichen Beziehungsfragen auseinandersetzen mussten wie heute.

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Details

Title
Religionsdidaktische Überlegungen zu "Liebe, Partnerschaft und Sexualität" im evangelischen Religionsunterricht
Subtitle
Unterrichtsentwurf für die Realschule
College
University of Osnabrück
Course
Evangelische Theologie
Grade
1,15
Author
Esther Kaiser (Author)
Publication Year
2010
Pages
71
Catalog Number
V172886
ISBN (eBook)
9783640929429
ISBN (Book)
9783640929610
Language
German
Tags
religionsdidaktische thematisierung partnerschaft sexualität‹ religionsunterricht beispiel unterrichtsentwurfes realschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Esther Kaiser (Author), 2010, Religionsdidaktische Überlegungen zu "Liebe, Partnerschaft und Sexualität" im evangelischen Religionsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172886
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