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Jenny Erpenbecks Roman "Heimsuchung" - Eine kritische Untersuchung, Teil I

Title: Jenny Erpenbecks Roman "Heimsuchung" - Eine kritische Untersuchung, Teil I

Scientific Essay , 2011 , 12 Pages , Grade: "."

Autor:in: Hans-Georg Wendland (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Summary Excerpt Details

Die Handlung des Romans spielt sich auf drei benachbarten Grundstücken am Ufer des märkischen Scharmützelsees ab. Im Wechsel der Jahreszeiten erlebt der Leser wechselnde Besitzer, Bewohner, Besucher und Besatzer. Die Grundstücke am See bilden die Bühne des
Geschehens auf einem zeitgeschichtlichen Hintergrund von etwa hundert Jahren, der durch das Kommen und Gehen politischer Systeme, Krieg, Verfolgung, Vertreibung und Flucht, Sieger und Besiegte, Zerstörung und Wiederaufbau geprägt wird, eine Zusammenfassung
deutscher Geschichte des Zwanzigsten Jahrhundert wie sie sich in den Protagonisten dieser idyllischen Landschaft widerspiegelt.
Der Scharmützelsee liegt auf der sogenannten Beeskower Platte südlich von Fürstenwalde/Spree. Er hat eine Fläche von zwölf km2 , eine Länge von zehn Kilometern (Nord-Süd-Richtung) und eine Breite von etwa anderthalb Kilometern (Ost-West-Richtung).
Nach dem Schwielochsee ist er der zweitgrößte natürliche See Brandenburgs und gehört zu einer Gruppe von über zweihundert Seen eiszeitlichen Ursprungs dieser Region. Der See entstand durch subglaziale Erosion und Bildung von Rinnen im Untergrund, die sich während der Tauperioden mit Wasser füllten. Die heute in der Tourismuswerbung gebräuchliche Bezeichnung "Märkisches Meer", die Jenny Erpenbeck mehrfach in ihrem Roman verwendet, z. B. im "Prolog" auf Seite 10, geht auf Theodor Fontane zurück, der diese Region im Jahre 1881 besuchte. Heute gehört der See zur Gemeinde Bad Saarow am nördlichen Ufer. Er ist ein beliebtes Erholungs- und Tourismusgebiet und bietet vielfältige Möglichkeiten für Wassersport und Freizeitgestaltung (Baden, Segeln, Tauchen, Angeln, Wandern, Radfahren, Golf und Tennis).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Aufbau /Struktur des Romans

Textananlyse und Kommentar: Teil I

Der Ort des Geschehens

Prolog (9-11)

Die Gärtnertexte

Der Großbauer und seine vier Töchter (14 - 27)

Der Architekt (35 – 46)

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Untersuchung analysiert den strukturellen Aufbau und die erzähltechnischen Besonderheiten des Romans "Heimsuchung" von Jenny Erpenbeck, wobei der Fokus auf der symbolischen Bedeutung von Heimat, Vergänglichkeit und dem Wirken menschlicher sowie natürlicher Gestaltungskräfte liegt.

  • Strukturelle Symmetrie und die Rolle der Gärtnerkapitel
  • Erzählperspektiven und die Bedeutung des "Dorfes" als Kontrollinstanz
  • Die Thematisierung historischer Zäsuren im Spiegel privater Schicksale
  • Das Spannungsfeld zwischen Anpassungsdruck und individuellem Selbstbehauptungswillen
  • Die symbolische und metaphorische Aufladung der Natur- und Landschaftsbeschreibung

Auszug aus dem Buch

Der Großbauer und seine vier Töchter (14 - 27)

Dieses Kapitel bildet den Ausgangstext der eigentlichen Erzählung. Es ist inhaltlich mit den anderen Texten nicht unmittelbar verknüpft, bildet aber deren Basis insofern, als hier von dem Grundstück am See die Rede ist, das der Ort des Geschehens für alle weiteren Texte wird. Dieses Grundstück wird im Dorf "Klaras Wald" (17) genannt, weil es das Erbteil der jüngsten Tochter des Dorfschulzen Wurrach ist. Ein weiteres verbindendes Element dieses Basistextes mit den folgenden Texten besteht in den traditionellen Sitten, Gebräuchen und Ritualen der in archaischen Denkstrukturen verhafteten Dorfgemeinschaft, die von abergläubischer Furcht getragen werden. Ihr Leben wird durch einen fest verankerten Kodex eherner Regeln geprägt, deren Nichtbeachtung oder Übertretung mit strengen Sanktionen geahndet werden. Gerüchte, die im Dorf die Runde machen und sich ausbreiten, üben einen großen Einfluss auf das Verhalten der Bevölkerung aus. Im weiteren Verlauf des Romangeschehens wird dieses Element immer wieder aufgenommen und in abgeschwächter Form weitergesponnen, zum Beispiel - wie bereits erwähnt - in den Gärtnertexten, wo es heißt "Im Dorf wird erzählt..." (141 oder 156). Das Dorf, das abseits des eigentlichen Geschehens liegt, bildet die Keimzelle, aus der das Romangeschehen sich nach und nach episodenhaft herausschält. Es übernimmt gewissermaßen die Rolle einer geheimen Kontrollinstanz, die das Geschehen unterschwellig steuert und beeinflusst, ohne selbst direkt in Erscheinung zu treten.

Zusammenfassung der Kapitel

Aufbau /Struktur des Romans: Dieser Abschnitt erläutert die streng symmetrische Gliederung des Werkes in Erzähl- und Gärtnerkapitel, die den Rahmen für das Romangeschehen bilden.

Textananlyse und Kommentar: Teil I: Eine übergreifende Einleitung, die den zeitgeschichtlichen Hintergrund und die lokale Einbettung der Romanhandlung am Scharmützelsee beleuchtet.

Der Ort des Geschehens: Der Fokus liegt auf der geografischen Beschreibung des Scharmützelsees als Bühne, auf der sich wechselnde politische Systeme und menschliche Schicksale spiegeln.

Prolog (9-11): Der Text analysiert die geologische Entstehungsgeschichte der Landschaft und etabliert die Natur als übergeordnete, formende Kraft.

Die Gärtnertexte: Untersuchung der erzähltechnischen Funktion der Gärtnerfigur als zeitloses Symbol des Bewahrens und Erneuerns inmitten gesellschaftlichen Wandels.

Der Großbauer und seine vier Töchter (14 - 27): Analyse des Basiskapitels, das die patriarchalen Strukturen und das dörfliche Regelwerk einführt, welche das Leben auf dem Grundstück maßgeblich prägen.

Der Architekt (35 – 46): Eine detaillierte Betrachtung der Figur des Architekten, seiner Selbstrechtfertigung angesichts politischer Brüche und seines Versuchs, durch "deutsche Wertarbeit" ein Stück Heimat zu sichern.

Schlüsselwörter

Heimsuchung, Jenny Erpenbeck, Heimat, Symmetrie, Gärtnerkapitel, Dorfgemeinschaft, Architekt, Zerstörung, Erneuerung, Scharmützelsee, Erzähltechnik, Patriotismus, historische Zäsuren, Naturkräfte, Vergänglichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit bietet eine fundierte kritische Untersuchung des Romans "Heimsuchung" von Jenny Erpenbeck, wobei insbesondere die ästhetische Struktur und die symbolische Bedeutung der wiederkehrenden Motive analysiert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Dialektik von Heimat und Fremdheit, die Vergänglichkeit politischer Systeme sowie das ambivalente Spannungsverhältnis zwischen menschlicher Gestaltungsgewalt und der Beständigkeit der Natur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es, die erzähltechnischen Mittel offenzulegen, mit denen Erpenbeck die Geschichte eines Grundstücks am Scharmützelsee als Mikrokosmos der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts inszeniert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Untersuchung nutzt eine werkimmanente Textanalyse, die auf narratologischen Gesichtspunkten basiert und die symbolische sowie motivische Struktur des Textes akribisch herausarbeitet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der einzelnen Kapitelgruppen, insbesondere der Gärtnertexte und der Porträts zentraler Figuren wie des Architekten, in Bezug auf ihre erzählerische Funktion und Weltanschauung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Begriffe wie Heimat, Symmetrie, Gärtnerfigur, Anpassungsdruck, historischer Wandel und narratologische Struktur sind entscheidend für das Verständnis dieser Analyse.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Gärtners von den anderen Bewohnern?

Der Gärtner verkörpert das Prinzip des bewahrenden Handelns, das unabhängig von wechselnden politischen Machtverhältnissen existiert, während die anderen Bewohner als Nutznießer oder Zerstörer der Natur agieren.

Warum spielt die Dorfgemeinschaft eine so bedeutende Rolle im Roman?

Das Dorf agiert als eine Art anonyme Kontrollinstanz, die durch Gerüchte und ein rigides, verinnerlichtes Regelwerk den sozialen Druck auf die Bewohner des Grundstücks ausübt.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle des Architekten?

Der Architekt wird als Tatmensch beschrieben, dessen Anpassungsfähigkeit und Selbstrechtfertigung ihn zu einer exemplarischen Figur machen, die versucht, sich durch bauliche Leistung eine eigene "Ewigkeit" zu schaffen.

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Details

Title
Jenny Erpenbecks Roman "Heimsuchung" - Eine kritische Untersuchung, Teil I
College
University of Hannover  (Zentrale Einrichtung für Weiterbildung)
Grade
"."
Author
Hans-Georg Wendland (Author)
Publication Year
2011
Pages
12
Catalog Number
V172689
ISBN (eBook)
9783640926831
ISBN (Book)
9783640926992
Language
German
Tags
jenny erpenbecks roman heimsuchung eine untersuchung teil
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hans-Georg Wendland (Author), 2011, Jenny Erpenbecks Roman "Heimsuchung" - Eine kritische Untersuchung, Teil I, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172689
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