Aufgrund der zunehmenden Globalisierung und Sättigung der Märkte, dem steigenden Wettbewerbsdruck und immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen, erkennen immer mehr Hersteller die Notwendigkeit, Produkteigenschaften an konkrete Kundenbedürfnisse anzupassen. Eine stärkere Orientierung am Kunden und deren Bedürfnissen ist somit für ein innovierendes Unternehmen unabdingbar, um eine hohe Marktakzeptanz der Produkte sicherzustellen und das Risiko von Fehlschlägen
zu reduzieren Aktuelle Flopraten im Investitionsgüterbereich schwanken zwischen 20 und 40 Prozent und in Konsumgütermärkten zwischen 30 und 90 Prozent.
Ein Wandel hat sich nicht nur hin zu kürzeren Produktlebenszyklen, sondern auch vom geschlossenen zum offenen Produktentwicklungsprozess abgezeichnet, der über die Unternehmensgrenzen hinweggeht und von partnerschaftlichen Aktivitäten bestimmt wird. Zahlreiche Unternehmen entwickeln nicht nur in unternehmensinternen Bereichen Ideen für neue Produkte, sondern sie holen das Wissen außerhalb des Unternehmens ein, um es für die Produktentwicklung nutzbar zu machen. Eine Öffnung des Innovationsprozesses und eine aktive strategische Nutzung der Außenwelt scheint als eine Lösung aus dem obig genannten Innovationsdilemma zu sein.
Besonders der Kunde, welcher bislang als kaum ausgeschöpfte Quelle von Ideen und Leistungsinnovationen galt, wird als wertvolle unternehmensexterne Wissens- quelle angesehen und rückt daher immer mehr in den Interessenfokus unternehmerischen Handelns. Der Kunde soll nicht mehr lediglich die passive Rolle des Wertschöpfungsempfängers, also die des Konsumenten (Käufers) beziehungsweise des Nutzers (Verbrauchers) einnehmen, sondern er soll vielmehr als aktive Wissensressource im unternehmerischen Wertschöpfungsprozess betrachtet werden und an diesem auch teilhaben.[...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung
- Zielsetzung
- Begrifflichkeiten
- Kundenwissen
- "Kunde" als Betrachtungsobjekt
- "Wissen" als Betrachtungsobjekt
- "Kundenwissen" als gesamtes Betrachtungsobjekt
- Kundenbedürfnis
- Aktuelle Kundenbedürfnisse
- Latente und zukünftige Kundenbedürfnisse
- Besonderheiten in Investitions- und Konsumgütermärkten
- Besonderheiten in Investitionsgütermärkten
- Produktbezogene Besonderheiten
- Marktbezogene Besonderheiten
- Kundenbezogene Besonderheiten
- Besonderheiten in Konsumgütermärkten
- Produktbezogene Besonderheiten
- Marktbezogene Besonderheiten
- Kundenbezogene Besonderheiten
- Überblick über Methoden zur Erfassung von Kundenwissen
- Relevante Aspekte passiver Methoden
- Relevante Aspekte aktiver Methoden
- Kontakt zwischen Kunden und Hersteller
- Rolle der Kunden
- Innovationspotential und Chancen einer aktiven Kundenintegration
- Risiken und Probleme einer Kundenintegration
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Kundenwissen für die Produktentwicklung wichtig?
Die Einbindung von Kundenwissen reduziert das Risiko von Markteinführungsfehlern (Flopraten) und hilft, Produkte exakt an Kundenbedürfnisse anzupassen.
Was ist der Unterschied zwischen aktiven und passiven Methoden?
Passive Methoden beobachten den Kunden, während aktive Methoden den Kunden direkt in den Innovationsprozess einbinden (Open Innovation).
Was sind latente Kundenbedürfnisse?
Latente Bedürfnisse sind Wünsche, die dem Kunden selbst noch nicht bewusst sind, aber durch innovative Produkte geweckt werden können.
Wie unterscheiden sich Investitions- und Konsumgütermärkte?
Investitionsgütermärkte haben oft komplexere Produkte und engere Kundenbeziehungen, während Konsumgütermärkte durch hohe Flopraten und anonyme Massenmärkte geprägt sind.
Welche Risiken birgt die Kundenintegration?
Risiken sind unter anderem der Abfluss von Know-how, zu starke Fixierung auf aktuelle Wünsche (Betriebsblindheit des Kunden) oder hohe Koordinationskosten.
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- Mag.rer.soc.oec Marion Meisel-Dokun (Author), 2011, Methoden zur Erfassung und Nutzung von Kundenwissen im Produktentwicklungsprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172610