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Das Konzept der Freundschaft in der Nikomachischen Ethik des Aristoteles und in der Alkestis des Euripides

Titel: Das Konzept der Freundschaft in der Nikomachischen Ethik des Aristoteles und in der Alkestis des Euripides

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 18 Seiten , Note: 2.0

Autor:in: Daniel Ossenkop (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Konzept der Freundschaft ist keine Erfindung unserer Zeit. Bereits in der Antike befassten sich die Philosophen und die Autoren der Dramen mit diesem Thema. Besonders bekannt für seine ausführlichen Gedanken ist Aristoteles. Er behandelt die Freundschaft in seiner ,,Nikomachischen Ethik''. Da es sich hierbei allerdings eher um die Theorie handelt wäre es interessant zu ergründen, inwiefern seine Gedanken sich in der damaligen Lebenswirklichkeit der griechischen Familie wieder spiegelten.
An dieser Stelle wird es allerdings problematisch. Die Quellenlage darüber, wie die Menschen damals die Freundschaft betrachtet haben, ist dürftig. Ich habe mich daher dazu entschieden, mich auf einen Bereich zu konzentrieren, in dem das Zusammenleben von Menschen relativ gut dokumentiert ist: die griechische Hausgemeinschaft der Antike.
Die Verhältnisse innerhalb der Familie waren oft Gegenstand der antiken Dramen. Für diese Arbeit habe ich ,,Alkestis'' von Euripides gewählt. In dieser Geschichte geht es zum großen Teil um die Beziehungen innerhalb der Familie.
Durch den Vergleich der Freundschaftskonzeptionen in Aristoteles' ,,Nikomachischer Ethik'' und den familiären Beziehungen in Euripides' ,,Alkestis'' sollte es möglich sein, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Freundschaftskonzeptionen und der Familiendarstellung aufzuzeigen.
Da ich mich nicht nur auf diese beiden literarischen Quellen verlassen möchte, habe ich zusätzlich wissenschaftliche Literatur verschiedener Autoren ausgewählt, die sich ebenfalls mit dem Thema ,,Freundschaft in der Antike'' und den beiden genannten antiken Werken befassen.
Im Folgenden werde ich zunächst auf die wissenschaftlich belegten Fakten zur antiken griechischen Familie eingehen. Im weiteren Verlauf wird es dann darum gehen, mit Hilfe der Quellen und der Sekundärliteratur die in dieser Arbeit zu bearbeitende und oben bereits genannten Fragestellungen zu beantworten und aufzuzeigen, warum eine Beschäftigung mit den literarischen Werken der griechischen Antike lohnenswert für die historische Forschung ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Familie im antiken Griechenland

3. Die Autoren und die Quellen

4. Euripides ,,Alkestis“

5. Wie ist ,,Alkestis“ zu verstehen?

6. Die Freundschaft innerhalb der Familie in der ,,Nikomachischen Ethik“

7. Wie ist Buch VIII der ,,Nikomachischen Ethik zu verstehen?

8. Was sagen uns ,,Alkestis“ und die ,,Nikomachische Ethik“ griechische Familie in der Antike?

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die griechische Familienstruktur der Antike durch einen vergleichenden Blick auf das Drama „Alkestis“ von Euripides und die „Nikomachische Ethik“ von Aristoteles, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen literarischer Familiendarstellung und philosophischer Freundschaftstheorie aufzudecken.

  • Struktur und Hierarchie der antiken griechischen Hausgemeinschaft (oikos)
  • Die Rolle der Frau und das Konzept der Ehre im antiken Drama
  • Aristotelische Freundschaftskategorien im familiären Kontext
  • Das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern sowie dem Ehepaar
  • Wechselwirkungen zwischen Emotionen und gesellschaftlichen Pflichten

Auszug aus dem Buch

4. Euripides ,,Alkestis''

In ,,Alkestis'' geht es um eine Verherrlichung der griechischen Ehe.20 Der Leser erfährt, dass der griechische König Admet sterben soll, wenn sich niemand für ihn opfern würde. Er fragt seine Eltern, doch diese sind nicht dazu bereit. Erst seine Ehefrau erklärt sich einverstanden.21 Vor ihrem Tod nimmt sie Admet das Versprechen ab, dass dieser nie wieder heiraten wird und damit die Erbschaft der Kinder gefährden könnte.22 Alkestis wird für ihre Tat an mehreren Stellen gelobt. Sie sei die ,,beste Frau''23 und eine ,,treffliche Gattin''24. Ihr Ehemann zollt ihr dafür seinen Respekt: ,,vor deiner Liebe zu uns haben wir Ehrfurcht''25.

Dementsprechend groß ist Admets Trauer. Nachdem er Alkestis verloren hat, merkt er, dass sein Leben ohne seine Frau nicht mehr lebenswert ist. Er äußert sogar, dass der eigene Tod der für ihn einfachere Weg gewesen wäre.26 An späterer Stelle äußert er zudem, dass es nicht besonders mannhaft gewesen sei, seine Frau für sich sterben zu lassen.27

Ganz anders verhält es sich mit Admets Eltern, besonders dem Vater. Schon Alkestis findet, dass diese für Admet hätten sterben sollen- immerhin sei er ihre einzige Hoffnung auf den Fortbestand der Familie.28 Auch Admet selber wirft seinen Eltern ihren Unwillen vor, ihr Leben für den Sohn zu geben. Er nennt sie feige und grausam.29 Er kündigt sogar an, sich nicht um das Begräbnis der Eltern kümmern zu wollen.30

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Wahl des Themas und erläutert die methodische Vorgehensweise durch den Vergleich von literarischen und philosophischen Quellen zur antiken Familie.

2. Die Familie im antiken Griechenland: Dieses Kapitel skizziert die Strukturen des antiken oikos, insbesondere die Rolle des Hausvaters und die Zweckorientierung der Ehe.

3. Die Autoren und die Quellen: Hier werden die Biografien von Euripides und Aristoteles kurz beleuchtet und ihr zeitlicher sowie inhaltlicher Kontext zueinander gesetzt.

4. Euripides ,,Alkestis“: Das Kapitel analysiert die Handlung von „Alkestis“ mit Fokus auf die familiären Dynamiken und die Aufopferung der Ehefrau.

5. Wie ist ,,Alkestis“ zu verstehen?: Es wird untersucht, welche Schwerpunkte das Drama setzt, insbesondere in Bezug auf die Autonomie der Frau und die Rolle der Ehre.

6. Die Freundschaft innerhalb der Familie in der ,,Nikomachischen Ethik“: Aristoteles’ Freundschaftsbegriff, die verschiedenen Arten der Freundschaft sowie deren Bedeutung für die Familie werden hier erläutert.

7. Wie ist Buch VIII der ,,Nikomachischen Ethik zu verstehen?: Dieses Kapitel vertieft die Anwendung des Begriffs philia auf familiäre Bindungen und die Ausgleichsmechanismen innerhalb von hierarchischen Beziehungen.

8. Was sagen uns ,,Alkestis“ und die ,,Nikomachische Ethik“ griechische Familie in der Antike?: Die Synthese der Ergebnisse zeigt, wie sich theoretische Vorgaben und literarische Fiktion in Bezug auf die reale Lebenswirklichkeit ergänzen.

9. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz gesellschaftlicher Regeln das Gefühlsleben der antiken Menschen ein wesentlicher, aber oft unterschätzter Faktor der Sozialstruktur war.

Schlüsselwörter

Griechische Antike, Familie, oikos, Euripides, Aristoteles, Nikomachische Ethik, Alkestis, Freundschaft, philia, Ehe, Ehre, Rollenbild, Vater-Sohn-Verhältnis, antike Gesellschaft, Emotionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Strukturen und zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb der griechischen Familie der Antike durch eine interdisziplinäre Untersuchung literarischer und philosophischer Texte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die hierarchischen Familienstrukturen, das Konzept der Ehe, die Bedeutung der Ehre sowie die verschiedenen Arten der Freundschaft nach Aristoteles.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den philosophischen Freundschaftskonzeptionen des Aristoteles und der familiären Darstellung im Drama von Euripides aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine literarische und philosophische Quellenanalyse, ergänzt durch relevante wissenschaftliche Sekundärliteratur, um ein Bild der antiken Lebenswirklichkeit zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Dramas „Alkestis“, die theoretische Ausarbeitung der Freundschaftsethik des Aristoteles sowie die Zusammenführung beider Bereiche hinsichtlich der Familienkonstellationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Antike, Familie, oikos, Aristoteles, Euripides, philia und das Konzept der Ehre.

Inwiefern spielt der Begriff der Ehre eine Rolle im Drama „Alkestis“?

Die Ehre ist ein wesentliches Motiv für Alkestis, da das Einhalten ihres gesellschaftlich zugewiesenen Platzes durch das freiwillige Opfer für ihren Mann ihre moralische Größe und ihren Status innerhalb der Familie unterstreicht.

Wie bewertet der Autor das Vater-Sohn-Verhältnis in der Antike?

Das Verhältnis ist durch eine starke Hierarchie geprägt, in der der Sohn lebenslange Dankbarkeit für seine Existenz schuldet, was eine aufmüpfige Haltung gegenüber dem Vater als Vergehen erscheinen lässt.

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Details

Titel
Das Konzept der Freundschaft in der Nikomachischen Ethik des Aristoteles und in der Alkestis des Euripides
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Antike Freundschaftskonzeptionen
Note
2.0
Autor
Daniel Ossenkop (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V172270
ISBN (eBook)
9783640921874
ISBN (Buch)
9783640921775
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konzept freundschaft nikomachischen ethik aristoteles alkestis euripides
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Ossenkop (Autor:in), 2011, Das Konzept der Freundschaft in der Nikomachischen Ethik des Aristoteles und in der Alkestis des Euripides, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172270
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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