Vielfältigste Ursachenforschungen von Verbrechen und über Verbrecher macht die Kriminologie zu einer interessanten und offenen Wissenschaft. Sie hat nicht nur die Pflicht, auf diese Ursachen hinzuweisen, sondern auch die Verantwortung, nach alternativen Reaktionen, d. h. nach Kontroll-Maßnahmen zu fahnden und diese zu unterstützen. Strafe dient der General- und Spezialprävention, wobei gefragt werden muss, ob die angestrebten Ziele – Festigung der Normtreue, Besserung der Straftäter, Abschreckung – durch Strafe erreicht werden kann, da die Strafgesetzgebung weder Verhaltens-änderungen beachtet noch den Umgang mit Alternativen lehrt.
Der Empowerment-Ressourcenansatz ist ein grundlegend neues Konzept im Bereich alternativer kriminologischer Reaktionen. Für den Ansatz gibt es zahlreiche Betätigungsfelder: Im Strafrecht im Rahmen von spezial-präventiven Trainingsmaßnahmen oder als gerichtliche Auflage im Rahmen von Diversionsmaßnahmen. Auf der Mikro- und Makroebene eines Gesellschaftssystems eignet er sich für mannigfache Maßnahmen zur Förderung von Demokratie, Toleranz und Vielfalt im Bereich von Er-ziehung und Bildung. Er eignet sich aber auch für Bürgerinitiativen, um z. B. Elterninteressen durch-zusetzen, die sich vom Staat mit ihren Erziehungsproblemen im Stich gelassen fühlen. Dieser Ansatz kann dazu beitragen, das Gruppendenken, das uns trennt, zu überwinden und uns veranlassen, neue Wege zu gehen. Er fördert Hoffnung: die elementare personale Ressource gegen Gewalt, Hass und Vorurteile. Verbrechen – und das ist meine Hoffnung – sollte nicht dämonisiert, sondern geduldig nach Ressourcen und Fähigkeiten zur Konfliktbearbeitung gesucht werden. Rückschläge, die es zweifellos zu bewältigen gilt, werden im Wissen, dass all das schwierig und ungewiss ist, mit zunehmender Gelassen-heit und Geduld gemeistert.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Allgemeines
- Warum sind alternative Kontroll-Maßnahmen notwendig?
- Zum Begriff „Alternative“
- Theoretische Grundlagen
- Konstruktivismus
- Der Empowerment-Ressourcenansatz für Konfliktbearbeitung
- Eine Reise zu den Ressourcen
- mit Empowerment
- Dem Neuen eine Chance geben
- Skizze eines Trainingskonzepts
- Chancen und Risiken
- Resümee und Ausblick
- Die Notwendigkeit alternativer Kontrollmaßnahmen im Jugendstrafrecht
- Theoretische Grundlagen des Empowerment-Ressourcenansatzes
- Der Einsatz des Empowerment-Ressourcenansatzes im Jugendstrafvollzug
- Die Skizzierung eines Trainingkonzepts für die Anwendung des Ansatzes
- Die Chancen und Risiken des Empowerment-Ressourcenansatzes
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der vorliegende Essay befasst sich mit dem Empowerment-Ressourcenansatz als Alternative zu traditionellen Kontrollmaßnahmen im Jugendstrafvollzug. Er untersucht die Notwendigkeit und Wirksamkeit dieser Herangehensweise im Kontext der Kriminalitätsprävention und -bewältigung. Der Essay zeigt auf, wie Ressourcen und Empowerment als Schlüssel zur Unterstützung von straffälligen Jugendlichen und zur Reintegration in die Gesellschaft dienen können.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Notwendigkeit von alternativen Kontrollmaßnahmen im Jugendstrafrecht dar. Es werden die Grenzen traditioneller Ansätze aufgezeigt und die Bedeutung einer ressourcenorientierten Herangehensweise betont. Im ersten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Empowerment-Ressourcenansatzes erläutert, wobei der Fokus auf dem Konstruktivismus liegt.
Das zweite Kapitel beleuchtet die Anwendung des Empowerment-Ressourcenansatzes in der Konfliktbearbeitung. Es wird dargelegt, wie Ressourcen identifiziert und genutzt werden können, um straffällige Jugendliche auf ihrem Weg zu einer positiven Veränderung zu unterstützen. Der dritte Teil des Essays widmet sich der Gestaltung eines Trainingsprogramms, das auf dem Empowerment-Ressourcenansatz basiert. Es wird eine Skizze eines Trainingskonzepts vorgestellt, das die Förderung von Ressourcen und Empowerment im Vordergrund stellt.
Schlüsselwörter
Empowerment, Ressourcenansatz, Jugendstrafvollzug, alternative Kontrollmaßnahmen, Konstruktivismus, Konfliktbearbeitung, Trainingskonzept, Chancen, Risiken.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel des Empowerment-Ressourcenansatzes?
Der Ansatz zielt darauf ab, kriminologische Reaktionen durch die Förderung personaler Ressourcen und Fähigkeiten zur Konfliktbearbeitung zu ersetzen, anstatt Täter lediglich zu bestrafen oder zu dämonisieren.
Warum sind alternative Kontrollmaßnahmen im Jugendstrafrecht notwendig?
Traditionelle Strafen dienen oft nicht der tatsächlichen Verhaltensänderung. Alternativen sind notwendig, um die Normtreue zu festigen und jungen Menschen den Umgang mit Konflikten ohne Gewalt zu lehren.
Auf welcher theoretischen Grundlage basiert dieser Ansatz?
Die theoretische Basis des Empowerment-Ressourcenansatzes bildet der Konstruktivismus, der die individuelle Wahrnehmung und Gestaltung der sozialen Realität betont.
Wie wird der Empowerment-Ressourcenansatz praktisch angewendet?
Er kann im Rahmen von spezialpräventiven Trainingsmaßnahmen, als gerichtliche Auflage bei Diversionsmaßnahmen oder in Bürgerinitiativen zur Förderung von Demokratie und Vielfalt eingesetzt werden.
Welche Rolle spielt Hoffnung in diesem Konzept?
Hoffnung wird als elementare personale Ressource gegen Gewalt, Hass und Vorurteile angesehen, die den Einzelnen befähigt, neue Wege in der Konfliktlösung zu gehen.
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- Dipl. Soz.Päd. Ellen M. Zitzmann (Author), 2010, Warum der Empowerment-Ressourcenansatz eine Alternative ist!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172118