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Der Einfluss des Wahlsystems auf das Parteiensystem in der Bundesrepublik Deutschland

Title: Der Einfluss des Wahlsystems auf das Parteiensystem in der Bundesrepublik Deutschland

Seminar Paper , 2011 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniel Schlögl (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Durch die Wahl des Bundestages hat der Bürger die Chance das politische Geschehen mitzugestalten. Mit der Abgabe seiner Stimme für die Partei bzw. für den Kandidaten erhofft sich der Bürger, dass seine Meinungen und Interessen im Bundestag bestmöglich vertreten werden. Dabei hat das Wahlsystem der Bundesrepublik Deutschland seit Jahren Vorbildfunktion für andere westliche Staaten angenommen und besitzt eine beeindruckende Kontinuität in den letzten 50 Jahren (Behnke 2007: 5). Das Wahlsystem organisiert nicht nur den Ordnungsrahmen während der Wahl sowie die Verrechnung der Stimmenanteile auf die verfügbaren Sitze im Parlament. Vielmehr hat das Wahlsystem einer Nation gravierenden Einfluss auf das politische System und besonders auf die Entwicklung der Parteienlandschaft. Dies erkannte bereits der französische Politikwissenschaftler Maurice Duverger 1959 mit der Veröffentlichung der „Duverger‘schen Gesetze“ in denen der Zusammenhang zwischen Wahl- und Parteiensystem beschrieben wird (Duverger 1959: 219, zitiert nach: Baedermann 2006: 42). Die zugrundeliegende Fragestellung der Hausarbeit beschäftigt sich mit genau diesem Thema in Bezug auf die Bundesrepublik Deutschland: Hat das Wahlsystem wirklich einen so großen Einfluss auf die Entwicklung des Parteiensystems?
Zur Beantwortung dieser Frage werden zunächst in Kapitel 2 und 3 die Wahl- bzw. Parteiensysteme separat vorgestellt. Dabei wird in Kapitel 2.1 kurz auf den Begriff des Wahlsystems und dessen Funktionen eingegangen, bevor in Kapitel 2.2 verschiedene Typologien von Wahlsystemen nach Nohlen abgehandelt werden. Das Kapitel 2.3 stellt das Wahlsystem der Bundesrepublik in groben Zügen dar. Nach der Beschreibung des Wahlsystems, setzt sich die Hausarbeit in Kapitel 3 zunächst mit der Entstehung von Parteiensystemen (3.1) sowie mit den Parteiensystemeigenschaften nach Oskar Niedermayer auseinander. Nach der Beschreibung von Wahl- bzw. Parteiensystemen, widmet sich das vierte Kapitel letztendlich der Beantwortung der Frage, ob das Wahlsystem die Parteienlandschaft in der Bundesrepublik Deutschland beeinflusst. In Kapitel 5 wird eine kurze Zusammenfassung gegeben sowie ein Ausblick möglicher Entwicklungen des Wahlsystems beschrieben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wahlsysteme

2.1 Definition und Funktion von Wahlsystemen

2.2 Typologien von Wahlsystemen

2.3 Das Wahlsystem der Bundesrepublik Deutschland

3. Parteiensysteme

3.1 Entstehung von Parteiensystemen

3.2 Eigenschaften von Parteiensystemen

4. Einfluss des Wahlsystems auf das Parteiensystem in der BRD

4.1 „Gesetzmäßigkeiten“ des Zusammenhangs von Wahlsystem und Parteiensystem

4.2 Einfluss des Wahlsystems auf das Parteiensystem ab 1949

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den kausalen Einfluss des Wahlsystems der Bundesrepublik Deutschland auf die Entwicklung des dortigen Parteiensystems. Dabei wird analysiert, inwieweit das Wahlsystem die Struktur der Parteienlandschaft sowie die Regierungsbildung beeinflusst.

  • Funktionsweise und Typologien von Wahlsystemen
  • Theoretische Gesetzmäßigkeiten zwischen Wahl- und Parteiensystem
  • Analyse der Parteiensystemeigenschaften (Format, Fragmentierung, Polarisierung)
  • Wirkung der Sperrklauseln und Direktmandate auf die Parteienvielfalt
  • Herausforderungen für die Regierungsbildung im aktuellen Parteiensystem

Auszug aus dem Buch

2.1 Definition und Funktion von Wahlsystemen

In der Literatur gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Definitionen des Wahlsystembegriffes. Nach dem Mainzer Politikwissenschaftler Prof. Falter bestimmt ein Wahlsystem, „nach welchem Verfahren die Bürger ihre politischen Präferenzen in Wählerstimmen ausdrücken können und nach welchen Regeln diese über die Vergabe von Parlamentsmandaten und anderen Positionen entscheiden“ (Falter 2005: 573).

Wahlsysteme erfüllen in einem demokratischen Staat wie der Bundesrepublik Deutschland wichtige Funktionen. Diese unterteilt Nohlen in drei Hauptfunktionen sowie zwei weitere Anforderungen (Nohlen 2009: 169). Zu den drei Hauptfunktionen gehören Repräsentation, Konzentration und Partizipation. Die Repräsentation muss man in zweierlei Hinsicht betrachten. Zum einen soll das Wahlsystem alle gesellschaftlichen Gruppen im Parlament repräsentieren, darunter auch Minderheiten. Zum anderen soll es aber auch eine möglichst exakte Repräsentation der Wählerstimmen und somit der Interessen der Bürger im Parlament darstellen (Nohlen 2009: 169). Eine weitere Hauptfunktion ist nach Nohlen die Konzentration der gesellschaftlichen Interessen. Ein Wahlsystem besitzt die Funktion, die Interessen der Wähler zu aggregieren und somit eine handlungsfähige Regierung zu schaffen. Diese Funktion ist eng mit der Effizienz eines Wahlsystems verknüpft (Nohlen 2009: 169). Als dritte Funktion nennt Nohlen die Partizipation. Der Wähler soll am politischen Leben teilhaben. Ihm wird die Möglichkeit gegeben, sowohl einer Partei als auch einer Person seine Stimme zu geben (Nohlen 2009: 170). Zudem nennt Nohlen zwei Anforderungen welche Wahlsysteme erfüllen sollten: Einfachheit und Legitimität. Die Einfachheit steht nach Nohlen oftmals im Widerspruch zu den drei bereits genannten Funktionen, da eine Erfüllung dieser drei Hauptkriterien oftmals zu einer komplizierten Organisation des Wahlsystems führt. Trotzdem ist es von Vorteil wenn der Wähler versteht, wie das Wahlsystem funktioniert (Nohlen 2009: 170). Legitimität bedeutet, dass der Wähler das Wahlsystem akzeptieren muss (Nohlen 2009: 171). Wichtig zu beachten ist hierbei, dass nicht das Ziel verfolgt wird eine Funktion vollkommen zu erfüllen. Vielmehr ist die Balance zwischen den einzelnen Funktionen und Anforderungen entscheidend (Nohlen 2009: 173).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, inwiefern das deutsche Wahlsystem die Parteienlandschaft nachhaltig prägt und formuliert das Ziel der Untersuchung.

2. Wahlsysteme: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Wahlsystems, erläutert dessen Funktionen nach Nohlen und stellt verschiedene internationale Typologien dar.

3. Parteiensysteme: Hier werden die theoretischen Grundlagen zur Entstehung von Parteiensystemen sowie wichtige Eigenschaften wie Fragmentierung und Polarisierung behandelt.

4. Einfluss des Wahlsystems auf das Parteiensystem in der BRD: Der Hauptteil analysiert den Zusammenhang zwischen Wahlsystem und Parteiensystem, insbesondere die Wirkung der 5%-Hürde und die historische Entwicklung ab 1949.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftigen Herausforderungen für das deutsche Parteiensystem bei der Regierungsbildung.

Schlüsselwörter

Wahlsystem, Parteiensystem, Bundesrepublik Deutschland, Verhältniswahl, Mehrheitswahl, 5%-Klausel, Parteienlandschaft, Fragmentierung, Regierungsbildung, Politische Systeme, Duverger, Wahlsystemanalyse, Repräsentation, Konzentration, Bundestagswahl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Einfluss, den das Wahlsystem der Bundesrepublik Deutschland auf die Entwicklung und Struktur des Parteiensystems ausübt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Funktionsweise von Wahlsystemen, die theoretischen Zusammenhänge nach Duverger und die praktische Anwendung auf die deutsche Parteienlandschaft seit 1949.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob das Wahlsystem der Bundesrepublik Deutschland tatsächlich einen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des Parteiensystems hat.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze mit empirischen Entwicklungen und statistischen Kennzahlen (wie dem Index nach Laakso/Taagepera) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Im Hauptteil werden die Wirkmechanismen, wie Sperrklauseln und das personalisierte Verhältniswahlsystem, in Bezug auf ihre Auswirkungen auf die Anzahl der Parteien im Bundestag untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Wahlsystem, Parteienlandschaft, Fragmentierung, 5%-Klausel und Regierungsstabilität.

Warum ist die 5%-Hürde für die Parteienlandschaft so bedeutend?

Sie verhinderte eine starke Zersplitterung des Parlaments und begünstigte die Konzentration auf wenige große Parteien, was die Regierungsbildung stabilisierte.

Was besagen die „Duverger’schen Gesetze“ in diesem Kontext?

Duverger stellte Thesen auf, wie Wahlsysteme (Mehrheitswahl vs. Verhältniswahl) zwangsläufig zu bestimmten Parteistrukturen (Zweiparteiensystem vs. Vielparteiensystem) führen, was im deutschen Fall kritisch geprüft wird.

Welche Rolle spielen Überhangmandate für das Wahlsystem?

Überhangmandate beeinflussen die Zahl der Abgeordneten im Bundestag und sind ein Symptom der personalisierten Verhältniswahl, die bei Diskrepanzen zwischen Direktmandaten und Zweitstimmenergebnis auftritt.

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Details

Title
Der Einfluss des Wahlsystems auf das Parteiensystem in der Bundesrepublik Deutschland
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,0
Author
Daniel Schlögl (Author)
Publication Year
2011
Pages
20
Catalog Number
V171506
ISBN (eBook)
9783640910922
ISBN (Book)
9783640908967
Language
German
Tags
einfluss wahlsystems parteiensystem bundesrepublik deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Schlögl (Author), 2011, Der Einfluss des Wahlsystems auf das Parteiensystem in der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171506
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