Nach dem Agathon als Höhepunkt der Sophisterei und Redekunst, mit seiner Lobrede auf den Eros abgeschlossen hat, tritt Sokrates aktiv im Gespräch auf. Hiermit beginnt ein einschneidender Wendepunkt im Symposion. Sokrates will hier nicht länger den Lobreden der anderen folgen, sondern von der Wahrheit sprechen.
Sokrates kritisiert seine Vorredner: Die Wahrheit spielte bei ihnen keine Rolle. Es ging lediglich darum, dem Eros möglichst viele schöne Attribute zuzuschreiben und dieses in einer außerordentlichen, rhetorisch geschmückten Rede, welche ihren Redner in Glanz erstrahlen lassen sollte. Weiterhin gibt sich Sokrates bescheiden: er könne keine solche Redekunst aufbringen, wie es seine Vorredner, allen voran Agathon, bereits getan haben.
Inhaltsverzeichnis
- Sokrates tritt im Gespräch auf
- Sokrates kritisiert seine Vorredner
- Dialog mit Agathon
- Eros ist ein Mangelwesen
- Sokrates' Rede in Dialogform
- Eros ist ein Dämon
- Der Ursprung des Eros
- Eros' Wirken auf die Menschen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text analysiert Platons Symposion, insbesondere die Rede von Sokrates und seine Auseinandersetzung mit den vorherigen Lobreden auf den Eros. Ziel ist es, die philosophische Argumentation Sokrates' zu verstehen und die zentralen Aussagen des Dialogs zu beleuchten.
- Die Kritik an der Sophisterei
- Die Definition des Eros als Mangelwesen
- Die Rolle des Dämons als Mittler zwischen Gott und Mensch
- Der Zusammenhang zwischen Eros und dem Streben nach Weisheit
- Die Bedeutung des Eros für das menschliche Streben nach Glückseligkeit
Zusammenfassung der Kapitel
- Sokrates tritt im Gespräch auf: Sokrates kritisiert die vorherigen Reden, die den Eros nur oberflächlich loben und nicht nach der Wahrheit suchen. Er kündigt an, die Wahrheit über den Eros zu sprechen.
- Sokrates kritisiert seine Vorredner: Sokrates kritisiert die Rhetorik seiner Vorredner, die den Eros mit schönen Attributen schmücken, ohne auf dessen Wesen einzugehen.
- Dialog mit Agathon: Sokrates und Agathon kommen zu der Übereinkunft, dass Eros ein Mangelwesen ist, das nach dem Schönen und Guten strebt.
- Eros ist ein Mangelwesen: Sokrates erklärt, dass Eros weder gut noch schön sein kann, da er nach dem Schönen und Guten strebt, woran es ihm mangelt.
- Sokrates' Rede in Dialogform: Sokrates berichtet von einem Gespräch mit Diotima, einer Priesterin, die ihm das Wesen des Eros erklärt.
- Eros ist ein Dämon: Diotima erklärt, dass Eros ein Dämon ist, ein Mittler zwischen Gott und Mensch. Er steht zwischen schön und hässlich, gut und schlecht, Wissen und Unwissen.
- Der Ursprung des Eros: Diotima erklärt, dass Eros aus der Verbindung von Poros und Penia, also aus Erfolg und Verlust, entstanden ist.
- Eros' Wirken auf die Menschen: Eros haucht den Menschen den Wunsch ein, nach dem Guten zu streben. Er ermöglicht ihnen, nach Weisheit und Glückseligkeit zu streben.
Schlüsselwörter
Die zentralen Begriffe des Textes sind Eros, Sophisterei, Philosophie, Mangelwesen, Dämon, Weisheit, Glückseligkeit, Wahrheit, Schönheit, Gut, Schlecht, Wissen, Unwissen, Streben, Poros, Penia.
Häufig gestellte Fragen
Warum bezeichnet Sokrates den Eros als „Mangelwesen“?
Sokrates argumentiert, dass man nur nach dem strebt, was man nicht hat. Da Eros nach dem Schönen und Guten strebt, muss ihm beides fehlen; er ist also ein Wesen des Mangels.
Was kritisiert Sokrates an seinen Vorrednern im „Symposion“?
Er kritisiert, dass es ihnen nur um rhetorischen Glanz und schöne Attribute ging, statt um die philosophische Wahrheit über das Wesen des Eros.
Wer ist Diotima und welche Rolle spielt sie?
Diotima ist eine Priesterin, von der Sokrates berichtet. Sie lehrt ihn, dass Eros ein „Dämon“ ist – ein Mittler zwischen der göttlichen und der menschlichen Welt.
Wie wird der Ursprung des Eros mythologisch erklärt?
Eros ist das Kind von Poros (Erfolg/Fülle) und Penia (Armut/Mangel). Er vereint beide Eigenschaften: Er ist bedürftig, aber auch erfinderisch im Streben nach dem Guten.
Was ist die Verbindung zwischen Eros und Philosophie?
Da Eros zwischen Wissen und Unwissen steht, verkörpert er den Philosophen, der zwar nicht allwissend ist, aber leidenschaftlich nach Weisheit sucht.
Was ist das Ziel des menschlichen Strebens laut Diotima?
Das Ziel ist die Glückseligkeit (Eudaimonie), die durch den dauerhaften Besitz des Guten und Schönen erreicht wird.
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- Mendina Morgenthal (Author), 2008, Eros als Mangelwesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171295