Dem ressourcenarmen Inselstaat Mauritius gelang in den 1980er Jahren ein viel beachteter wirtschaftlicher Aufschwung, verbunden mit steigendem Lebensstandard für einen Großteil der Bevölkerung. Dieser Erfolg sucht unter Entwicklungsländern, insbesondere im subsaharischen Afrika, bis heute seinesgleichen. Doch unter den veränderten weltwirtschaftlichen Bedingungen seit Beginn der 1990er Jahre begann auch Mauritius zunehmend unter den Folgen der „verschärften Globalisierung“ zu leiden. Sozioökonomische Fragmentierung und räumliche Disparitäten wuchsen.
In der vorliegenden Arbeit soll am Beispiel Mauritius die Anwendbarkeit verschiedener theoretischer Konzeptionen zur Erklärung von Entwicklung und Unterentwicklung im Zeitalter der Globalisierung diskutiert werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Mauritius als Gegenbeispiel zur Dependenztheorie
- Globalisierungsprozesse entkräften Modernisierungstheorie
- Fazit - Entwicklung als Fragmentierung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht am Beispiel des Inselstaates Mauritius die Anwendbarkeit verschiedener theoretischer Konzeptionen zur Erklärung von Entwicklung und Unterentwicklung im Zeitalter der Globalisierung. Sie analysiert, wie die Entwicklung Mauritius' im Kontext globaler Prozesse abläuft und welche Auswirkungen diese Prozesse auf die sozioökonomische Entwicklung des Landes haben.
- Die Rolle der Globalisierung in Entwicklungsländern
- Die Anwendbarkeit der Dependenztheorie auf Mauritius
- Die Rolle der Modernisierungstheorie in der Entwicklung Mauritius'
- Die Folgen der Globalisierung für die sozioökonomische Fragmentierung in Mauritius
- Die Bedeutung des sozialen Konsenses für die Entwicklung von Mauritius
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung stellt den Inselstaat Mauritius als Fallbeispiel vor und führt in die Thematik der Entwicklung und Unterentwicklung im Kontext der Globalisierung ein. Sie beschreibt den wirtschaftlichen Aufschwung Mauritius' in den 1980er Jahren und die anschließende sozioökonomische Fragmentierung, die mit den Folgen der „verschärften Globalisierung“ einhergeht.
- Das Kapitel 2.1 widmet sich der Dependenztheorie und analysiert, ob und inwiefern Mauritius als Gegenbeispiel zu dieser Theorie gilt. Dabei wird der Zuckerrohranbau als dominierender Wirtschaftsfaktor und die historische Abhängigkeit des Landes vom Weltmarkt betrachtet.
Schlüsselwörter
Entwicklung, Unterentwicklung, Globalisierung, Dependenztheorie, Modernisierungstheorie, Mauritius, Sozioökonomische Fragmentierung, Internationale Handelsbeziehungen, Auslandsdirektinvestitionen, Exportproduktionszone, Tourismus, Sozialer Konsens
Häufig gestellte Fragen
Warum gilt Mauritius als wirtschaftliches Erfolgsbeispiel?
Mauritius gelang in den 1980er Jahren ein Aufschwung mit steigendem Lebensstandard, der im subsaharischen Afrika als außergewöhnlich gilt.
Was bedeutet „verschärfte Globalisierung“ für Mauritius?
Seit den 1990er Jahren leidet die Insel unter wachsender sozioökonomischer Fragmentierung und räumlichen Disparitäten als Folge globaler Wirtschaftsverflechtungen.
Welche Theorien werden zur Erklärung der Entwicklung herangezogen?
Die Arbeit diskutiert die Anwendbarkeit der Dependenztheorie (Abhängigkeit vom Weltmarkt) und der Modernisierungstheorie auf den Fall Mauritius.
Welche Rolle spielt der Zuckerrohranbau in der mauritischen Wirtschaft?
Der Zuckerrohranbau war historisch der dominierende Wirtschaftsfaktor und begründete die Abhängigkeit des Landes von internationalen Handelsbeziehungen.
Was ist die Exportproduktionszone (EPZ) in Mauritius?
Die EPZ ist ein wichtiger Bestandteil der mauritischen Strategie zur Gewinnung von Auslandsdirektinvestitionen und zur Förderung des Exports.
Warum ist der soziale Konsens für Mauritius so wichtig?
Ein stabiler sozialer Konsens gilt als eine der Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg und die Stabilität des Inselstaates trotz Ressourcenarmut.
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- Simon Weller (Author), 2005, Mauritius im Zeitalter internationaler Wirtschaftsverflechtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171191