In der OTZ Gera war am 3.12. Folgendes zu lesen:
„Stadt Gera gibt keine Jugendclubs an Parteien ... ‚Die Stadt Gera wird Jugendeinrichtungen keiner Partei zur Betreuung übergeben‘ heißt es in einer Mitteilung aus dem Sozialdezernat der Stadtverwaltung Gera. Anlass für die Stellungnahme ist die Behauptung der NPD Gera im Internet, dass sie den Jugendclub im Ortsteil Wernsdorf übernehme. ...“ (OTZ Gera 03.12.2009)
Diese Behauptung kommt allerdings nicht von Ungefähr, immer wieder versucht die NPD sich, z.B. durch Immobilienkäufe, in Städten und Dörfern einzunisten, sich als „Freund des kleinen Mannes“ darzustellen und NPD geführte „Jugendclubs“ und andere „sozialarbeiterische“ Angebote rechtsextremistischer Organisationen sind gar nicht so selten wie man glaubt. Besonders „heimisch“ fühlt sich die extreme Rechte in ländlichen Räumen.
In dieser Arbeit werde ich aufzeigen, wie sich die gegenwärtige Situation im Bezug auf Rechtsextremismus in ländlichen Räumen darstellt und kurz die Ursachen beleuchten. Anschließend setze ich mich mit der Frage auseinander, ob im Zusammenhang mit dieser Problematik ein Auftrag an Soziale Arbeit existiert und woraus sich dieser ableiten könnte. Welche Aufgaben sich daraus für soziale Arbeit Ergeben und mit welche Schwierigkeiten sie rechnen muss, werde ich zum Schluss kurz umreißen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Rechtsextremismus Begriffsklärung
- Rechtsextremismus in ländlichen Räumen
- Bestandsaufnahme
- Ursachen
- Der Handlungsauftrag der Sozialen Arbeit
- Ethische Grundüberlegung
- Parteilich oder parteiisch
- Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession
- Aufgaben Sozialer Arbeit
- Erschwerende Faktoren für Soziale Arbeit
- Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Problematik des Rechtsextremismus in ländlichen Räumen und untersucht, ob und wie Soziale Arbeit in diesem Kontext einen Handlungsauftrag hat.
- Rechtsextremismus in ländlichen Räumen: Verbreitung, Ursachen und Merkmale
- Ethische und rechtliche Grundlagen der Sozialen Arbeit im Umgang mit Rechtsextremismus
- Aufgaben und Herausforderungen für die Soziale Arbeit im Kampf gegen Rechtsextremismus
- Erschwerende Faktoren für die Arbeit der Sozialen Arbeit in ländlichen Räumen
- Handlungsperspektiven und strategische Ansätze für die Soziale Arbeit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die Aktualität des Themas Rechtsextremismus in ländlichen Räumen und stellt die Forschungsfrage nach der Rolle der Sozialen Arbeit in diesem Kontext.
Kapitel 2 befasst sich mit der Begriffsklärung von Rechtsextremismus und verschiedenen Definitionen, die in der Fachliteratur zu finden sind. Dabei werden auch die verschiedenen Strömungen und Gruppierungen innerhalb des Rechtsextremismus beleuchtet.
Kapitel 3 analysiert die Situation des Rechtsextremismus in ländlichen Räumen. Es geht dabei um die Verbreitung, die Ursachen und die besonderen Merkmale des Phänomens in ländlichen Gebieten.
Kapitel 4 untersucht den Handlungsauftrag der Sozialen Arbeit im Umgang mit Rechtsextremismus. Es werden ethische und rechtliche Grundlagen der Sozialen Arbeit diskutiert sowie die Frage nach der Parteilichkeit und der Bedeutung der Menschenrechte im Kontext des Rechtsextremismus.
Kapitel 5 befasst sich mit den konkreten Aufgaben der Sozialen Arbeit im Kampf gegen Rechtsextremismus. Es werden verschiedene Handlungsfelder und Möglichkeiten der Sozialen Arbeit aufgezeigt.
Kapitel 6 widmet sich den erschwerenden Faktoren für die Arbeit der Sozialen Arbeit in ländlichen Räumen. Hier werden die spezifischen Herausforderungen und Schwierigkeiten der Sozialen Arbeit im Kontext des Rechtsextremismus in ländlichen Gebieten beleuchtet.
Die Zusammenfassung und das Fazit fassen die wichtigsten Erkenntnisse und Ergebnisse der Arbeit zusammen und geben einen Ausblick auf die Zukunft der Sozialen Arbeit im Kampf gegen Rechtsextremismus.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, ländliche Räume, Soziale Arbeit, Handlungsauftrag, ethische Grundüberlegung, Parteilichkeit, Menschenrechte, Aufgaben, erschwerende Faktoren, Zusammenfassung, Fazit
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Rechtsextremismus in ländlichen Räumen ein besonderes Problem?
Rechtsextreme Gruppen versuchen oft, sich in ländlichen Regionen durch Immobilienkäufe und scheinbar „soziale“ Angebote wie Jugendclubs als „Kümmerer“ zu etablieren und so Einfluss auf die Gemeinschaft zu gewinnen.
Welchen Handlungsauftrag hat die Soziale Arbeit in diesem Kontext?
Die Soziale Arbeit versteht sich als Menschenrechtsprofession. Ihr Auftrag leitet sich aus ethischen Grundüberlegungen ab, die Menschenwürde zu schützen und demokratische Werte gegen rechtsextreme Tendenzen zu verteidigen.
Was ist der Unterschied zwischen „parteilich“ und „parteiisch“ in der Sozialen Arbeit?
Soziale Arbeit ist parteilich für ihre Klienten und deren Rechte, darf aber nicht parteiisch im Sinne einer politischen Vereinnahmung durch antidemokratische Gruppierungen sein.
Welche Faktoren erschweren die Arbeit gegen Rechtsextremismus auf dem Land?
Erschwerend wirken oft dünne Infrastrukturen, soziale Kontrolle, die Angst vor Repressalien durch rechtsextreme Strukturen vor Ort und teilweise fehlende politische Rückendeckung in den Kommunen.
Wie versuchen rechtsextreme Organisationen wie die NPD, Jugendliche zu erreichen?
Dies geschieht häufig über die Übernahme von Freizeitangeboten, Sportvereinen oder die Bereitstellung von Räumlichkeiten für Jugendliche, wo gezielt rechtsextremes Gedankengut verbreitet wird.
Welche Aufgaben übernimmt die Soziale Arbeit konkret?
Zu den Aufgaben gehören Präventionsarbeit, die Stärkung der Zivilgesellschaft, Beratung für Aussteiger sowie die Schaffung von alternativen, demokratischen Freizeiträumen für junge Menschen.
- Quote paper
- Thomas Beck (Author), 2009, Rechtsextremismus in ländlichen Räumen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170951