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Philosophische Anthropologie

Helmut Plessners und Arnold Gehlens anthropologische Konzeptionen im Vergleich

Titel: Philosophische Anthropologie

Hausarbeit , 2011 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Alexander Dumitru (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit hat die Philosophische Anthropologie der deutschen Anthropologen Helmut Plessner und Arnold Gehlen zum Inhalt und Thema. Ich werde mich daher dezidiert mit den anthropologischen Konzeptionen Plessners und Gehlens auseinandersetzen, mit besonderem Augenmerk auf das Bild vom Menschen, welches die beiden Anthropologen entwerfen. Ich zitiere dabei aus der Primärliteratur. Doch der Schwerpunkt dieser Arbeit soll bei einem Vergleich der Thesen Plessners und Gehlens liegen.
Ich beginne meine Arbeit mit einem einführenden Text zur philosophischen Anthropologie, welche als eine Disziplin der Philosophie zu betrachten ist, wie bspw. auch die Ethik oder Metaphysik. Es gilt festzuhalten, dass es sich bei der philosophischen Anthropologie um eine relativ junge Disziplin handelt, welche im späten 19., frühen 20. Jahrhundert als Reaktion auf den Verlust von Weltorientierung entstand, d. h. vor dem Hintergrund Darwins Evolutionstheorie und der damit einhergehenden „biologischen Kränkung“ (S. Freud).
Es ist jedoch zwischen philosophischer Anthropologie als Disziplin der Philosophie einerseits und Philosophischer Anthropologie andererseits als Schule, Denkrichtung innerhalb dieser Disziplin zu unterscheiden, welche im 20. Jahrhundert begründet wurde. Meine Arbeit beschäftigt sich nun mit dieser Denkrichtung, wie sie in Deutschland u. a. von H. Plessner und A. Gehlen betrieben wurde

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Vorwort

2) Philosophische Anthropologie- eine Einführung

3) Helmut Plessner

3.1) Biographie- Leben, Werk und Wirkung

3.2) Exentrische Positionalität

3.2.1) Anthropologische Gesetze

4) Arnold Gehlen

4.1) Biographie- Leben, Werk und Wirkung

4.2) Ein Bild vom Menschen- Prometheus und Mängelwesen

5) Helmut Plessner und Arnold Gehlen im Vergleich

6) Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den anthropologischen Konzeptionen von Helmut Plessner und Arnold Gehlen auseinander, um ihr jeweiliges Menschenbild durch einen direkten Vergleich ihrer Thesen zu kontrastieren. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Frage, wie beide Denker die Notwendigkeit der Kultur für das menschliche Dasein begründen und welche Rolle die biologische bzw. psychologische Konstitution des Menschen dabei spielt.

  • Historische und disziplinäre Einordnung der Philosophischen Anthropologie
  • Analyse der "exzentrischen Positionalität" bei Helmut Plessner
  • Untersuchung des Konzepts vom Menschen als "Mängelwesen" bei Arnold Gehlen
  • Gegenüberstellung von Plessners psychologischer und Gehlens biologisch-evolutionärer Perspektive
  • Vergleich der kulturphilosophischen Begründungsmodelle

Auszug aus dem Buch

3.2) Exentrische Positionalität

Im Mittelpunkt von Plessners Werk steht der Versuch einer Philosophie des Lebendigen. Den Ausgangspunkt bilden dabei die Fragen Was unterscheidet belebte von unbelebten Phänomenen? und Wie organisieren sich lebendige Phänomene?

Die erste Antwort findet Plessner im Begriff der Grenze, die Abgrenzung des Organischen vom Anorganischen: im Unterschied zu anorganischen Körpern haben Organismen ein Verhältnis zu ihrer Umwelt, welches über ihre Grenze reguliert wird; der physische Körper der Pflanzen und Tiere hat im Raum seine Stelle und zugleich in ihm seine Grenze. Pflanzen und Tiere sind demzufolge "grenzrealisierende" Wesen. Die zweite Antwort liegt im Begriff der Position: Plessner unterscheidet die drei Organisationsformen bzw. Stufen des Lebendigen: Pflanze, Tier und Mensch, nach ihrer jeweiligen Positionalität.

Pflanzen sind offen organisiert, sie haben keine zentralen Organe. Tiere hingegen sind zentrisch organisiert: sie leben aus einem Mittelpunkt heraus. Die Organisationsform des Menschen ist jedoch exzentrisch. Wie die Tiere, so lebt auch der Mensch aus einer Mitte heraus, ist jedoch jederzeit in der Lage in ein reflexives Verhältnis zu seinem Leben zu treten, während bspw. die Tiere nur im Hier und Jetzt existieren (können). Ein Aspekt dieses reflexiven Verhältnisses bildet das Selbstbewusstsein das Plessner aus seiner biologischen Wurzel heraus entwickelt. Wie die Tiere, so lebt auch der Mensch aus seiner Mitte heraus, ist sich dieser Mitte jedoch deutlich bewusst.

Trotz seiner Freiheit, der Möglichkeit sich von sich selbst zu distanzieren, zwischen sich selbst und seinen Erlebnissen zu unterscheiden, ist der Mensch in seiner Existenz gebannt, hin und her gerissen zwischen Affekten und Trieben. In diesem Sinne ist das Leben des Menschen wie das des Tieres zentrisch, ohne diese Zentrierung jedoch durchbrechen zu können, gleichzeitig auch extenrisch. Extentrizität definiert die frontale Position, welche der Menschen gegenüber seiner Umwelt einnimmt, teils an sie gebunden, teils unfähig, wie die Tiere, Teil von ihr zu werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Vorwort: Dieses Kapitel führt in das Thema der Philosophischen Anthropologie ein und erläutert die Zielsetzung, die anthropologischen Ansätze von Plessner und Gehlen zu vergleichen.

2) Philosophische Anthropologie- eine Einführung: Hier wird der Begriff der Anthropologie historisch hergeleitet und als eine im 20. Jahrhundert entstandene Disziplin der Philosophie positioniert.

3) Helmut Plessner: Dieses Kapitel widmet sich der Biografie Plessners und erörtert sein zentrales Konzept der exzentrischen Positionalität sowie die daraus resultierenden anthropologischen Gesetze.

4) Arnold Gehlen: Nach biografischen Notizen wird Gehlens Menschenbild als "Mängelwesen" und "Prometheus" vorgestellt, das auf biologischer Unspezialisiertheit beruht.

5) Helmut Plessner und Arnold Gehlen im Vergleich: Die beiden Konzeptionen werden gegenübergestellt, wobei die psychologische Begründung Plessners der biologisch-evolutionären Theorie Gehlens gegenübersteht.

6) Schlussbemerkung: Zusammenfassende Gegenüberstellung der zentralen Thesen, die das Verständnis des Menschen als kulturschaffendes Wesen bei beiden Denkern unterstreicht.

Schlüsselwörter

Philosophische Anthropologie, Helmut Plessner, Arnold Gehlen, exzentrische Positionalität, Mängelwesen, Kultur, Naturbeherrschung, Anthropologische Gesetze, Evolutionstheorie, Weltoffenheit, Reflexivität, Biologische Kränkung, Philosophisches Menschenbild, Geist, Instinktschwäche

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die anthropologischen Konzepte der deutschen Philosophen Helmut Plessner und Arnold Gehlen und vergleicht ihre unterschiedlichen Ansätze zur Definition des menschlichen Wesens.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Frage nach der menschlichen Sonderstellung, der Begriff des Mängelwesens, die Rolle der Kultur sowie die unterschiedlichen Organisationsformen des Lebendigen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Thesen von Plessner und Gehlen gegenüberzustellen und herauszuarbeiten, wie beide Autoren die Notwendigkeit der Kultur zur Kompensation menschlicher Defizite begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem komparativen Vergleich der zentralen Werke der genannten Anthropologen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der biographischen Hintergründe, die Erläuterung der Konzepte (exzentrische Positionalität bei Plessner, Mängelwesen bei Gehlen) und deren direkten Vergleich.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem exzentrische Positionalität, Weltoffenheit, Mängelwesen, Kultur und die anthropologischen Gesetze.

Wie unterscheidet Plessner die Organisationsform des Menschen von Tieren?

Während Tiere "zentrisch" leben, besitzt der Mensch eine "exzentrische" Positionalität, die es ihm ermöglicht, eine reflexive Distanz zu seiner Umwelt und sich selbst einzunehmen.

Warum bezeichnet Gehlen den Menschen als "Prometheus"?

Gehlen nutzt diesen Begriff, da der Mensch als "organisch mittelloses" Wesen gezwungen ist, seine Umwelt durch planendes und vorausschauendes Handeln (Kultur) aktiv zu gestalten und zu beherrschen.

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Details

Titel
Philosophische Anthropologie
Untertitel
Helmut Plessners und Arnold Gehlens anthropologische Konzeptionen im Vergleich
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Mensch und Kultur
Note
1,3
Autor
Alexander Dumitru (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V170432
ISBN (eBook)
9783640892815
Sprache
Deutsch
Schlagworte
philosophische anthropologie helmut plessner arnold gehlen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Dumitru (Autor:in), 2011, Philosophische Anthropologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170432
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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