Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit der Politik Hosni Mubaraks und seinem Umgang mit dem ägyptischen Islamismus und fragt nach dessen politischer Strategie angesichts der Bedrohung durch die Radikalen. Dabei wird die These aufgestellt, dass Mubarak nicht über eine langfristig orientierte, kohärente Strategie im Umgang mit den Islamisten verfügte und durch seine tagespolitisch ausgerichtete, in der Gesamtschau widersprüchliche Verhaltensweise gegenüber den fundamentalisitischen Bewegungen den Islam nicht in die Mitte der Gesellschaft holen konnte.
Beginnend mit den Ereignissen, die auf das Attentat auf Präsident Sadat 1981 folgten, wird zuerst die Politik Mubaraks Anfang der achtziger Jahre genauer unter die Lupe genommen. Darauf folgt die Analyse seiner zunehmend repressiveren Vorgehensweise in der zweiten Hälfte der achtziger und in den neunziger Jahren. In diesem Zusammenhang werfen wir ebenfalls einen Blick auf den Gewaltkonflikt und dessen Verlauf, aber auch auf die Art und Weise, wie er zu seinem Ende kam. Abschließend sei zudem genauer auf die Situation im neuen Jahrtausend und den heutigen Umgang mit dem Islamismus eingegangen. Schließlich wird in einer zusammenfassenden Betrachtung der Ereignisse ein Fazit gezogen. Dabei soll versucht werden, die oben angeführten Leitfragen dieser Arbeit zu beantworten und die These zu überprüfen.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
MUBARAK UND DER ISLAMISMUS - DIE ACHTZIGER JAHRE
- Das Attentat und seine Konsequenzen
- Politische Liberalisierung
- ... und ihre Folgen
- Das Ende der liberalen Politik
- Erste repressive Maßnahmen
- DIE NEUNZIGER JAHRE
- Der Ausbruch des Gewaltkonflikts
- Die Muslimbruderschaft und die Gewalt der neunziger Jahre
- Vermittlungsversuche und das Ende des Gewaltkonflikts
- IM NEUEN JAHRTAUSEND
- Reformen und die Verfassungsänderung
- Die Wahlen 2010
- Die Ausschreitungen im Winter 2011
- Bewertung von Mubaraks Vorgehen gegen die Islamisten
- Analyse der Strategie Mubaraks: langfristig orientiert oder von kurzfristigen Zielen geleitet?
- Erfolg oder Misserfolg von Mubaraks Strategie?
- Die Rolle des Islamismus als Machtinstrument für Mubarak
- Die Integration des Islamismus in die ägyptische Gesellschaft
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Verhältnis des ägyptischen Präsidenten Muhammad Husni Mubarak zum Islamismus während seiner 30-jährigen Amtszeit. Sie analysiert Mubaraks Strategie, die islamistische Bedrohung seiner Macht zu bewältigen, und stellt die Frage nach der Effektivität seiner Vorgehensweise.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit folgt einem chronologischen Aufbau und beginnt mit den Ereignissen nach dem Attentat auf Präsident Sadat im Jahr 1981. Kapitel 1.1 beleuchtet die Politik Mubaraks in den frühen 1980er Jahren, die durch Härte gegenüber den Islamisten, aber auch durch Ausgleich und Toleranz geprägt war. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird die zunehmend repressive Vorgehensweise Mubaraks in den 1980er und 1990er Jahren analysiert, wobei auch der Gewaltkonflikt und seine Beendigung im Fokus stehen. Abschließend wird die Situation im neuen Jahrtausend beleuchtet, bevor in einem Fazit die aufgeworfenen Fragen beantwortet und die zentrale These der Arbeit überprüft werden.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert sich auf die Themen Islamismus, autoritäres Regime, Machtpolitik, Strategieentwicklung, Gewaltkonflikt, politische Liberalisierung, Reformen, Verfassungsänderung, Muslimbruderschaft, Ägypten.
Häufig gestellte Fragen
Wie ging Hosni Mubarak mit dem Islamismus in Ägypten um?
Mubarak verfolgte eine tagespolitisch ausgerichtete Strategie, die zwischen Phasen der Liberalisierung und harter Repression schwankte.
Welche Folgen hatte das Attentat auf Präsident Sadat 1981?
Es führte zunächst zu einer Phase der Härte gegenüber Radikalen, gefolgt von Versuchen einer kontrollierten politischen Liberalisierung in den frühen 1980er Jahren.
Wie entwickelte sich der Gewaltkonflikt in den 1990er Jahren?
In den 90er Jahren kam es zu einem massiven Ausbruch von Gewalt durch radikale Gruppen, auf den das Regime mit extremer staatlicher Repression reagierte.
Konnte Mubarak den Islamismus erfolgreich in die Gesellschaft integrieren?
Die Arbeit stellt die These auf, dass Mubaraks widersprüchliches Verhalten verhinderte, den moderaten Islam in die politische Mitte zu rücken.
Welche Rolle spielte die Muslimbruderschaft unter Mubarak?
Die Muslimbrüder wurden oft als Puffer oder Machtinstrument genutzt, blieben aber offiziell meist verboten oder wurden in ihrem Handlungsspielraum stark eingeschränkt.
- Arbeit zitieren
- Simon Rietberg (Autor:in), 2011, Ägypten und die Radikalen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170369