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Pharisäer contra Jesus, oder: Wer waren die Pharisäer wirklich? Die Evangelien und die Pharisäer

Titel: Pharisäer contra Jesus, oder: Wer waren die Pharisäer wirklich? Die Evangelien und die Pharisäer

Seminararbeit , 1995 , 24 Seiten , Note: mit Erfolg

Autor:in: Markus Tiefensee (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im heutigen Kanon des Neuen Testaments befinden sich vier Evangelien. Ihre Überschriften lauten seit dem 2. Jahrhundert: Das Evangelium nach Matthäus, nach Markus, nach Lukas und nach Johannes. Obwohl das Matthäusevangelium an erster Stelle steht, ist das Markusevangelium das älteste. Die frühe Kirche ordnete diese vier Bücher wahrscheinlich nach der damals angenommenen Abfassungszeit. Die Evangelien sind sogenannte Sammelwerke. Ihre Autoren, die Evangelisten, sammelten ursprünglich einzeln weitergegebene Überlieferungsstücke über Worte und Taten Jesu und fügten sie durch redaktionelle Überleitungen zu einem Ganzen zusammen. Das Wort "Evangelium" stammt aus dem Griechischen ("euangelion") und bedeutet "gute Nachricht", "frohe Botschaft". Mit diesem Wort bezeichneten die Christen ihre Verkündigung von dem endgültigem Heil, das Gott durch Jesus Christus allen Menschen anbietet. Die ersten drei Evangelien liegen untereinander nach Inhalt, Aufbau und Sprache eng beieinander und werden deshalb "synoptische" Evangelien (von griechisch: synopsis, Zusammenschau) genannt. Alle vier erzählen von Jesus und somit auch von den Leuten, mit denen er zu tun hatte. Doch hatte er nicht nur Anhänger, sondern auch Gegner, nämlich politische, priesterliche und religiöse. Zu den ersteren gehörten die Ältesten und die Herodianer, die priesterlichen waren der Hohepriester, die Oberpriester und die Sadduzäer. Seine religiösen Gegner waren die Schriftgelehrten und die schließlich auch die Pharisäer. Dabei müßten diese von der Häufigkeit der Nennungen die Hauptgegner Jesus und seiner Jüngerschaft gewesen sein.1 Doch wer waren die Pharisäer? Sie waren abgesonderte, fromme Juden, die seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. gegen die Sadduzäer Partei ergriffen. Doch sie bildeten im Gegensatz zu diesen keine Elite, sondern waren dem Volk und dessen mündlichen Glaubenstraditionen ebenso verbunden wie der schriftlichen Überlieferung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Markusevangelium

1.1 Einführung

1.2 Darstellung der Pharisäer

2. Das Matthäusevangelium

2.1 Einführung

2.2 Darstellung der Pharisäer

3. Das Lukasevangelium

3.1 Einführung

3.2 Darstellung der Pharisäer

3.3 Die Pharisäer in der Apostelgeschichte

4. Das Johannesevangelium

4.1 Einführung

4.2 Darstellung der Pharisäer

5. Folgerungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Pharisäer in den vier Evangelien des Neuen Testaments, um das verzerrte Bild dieser jüdischen Gruppierung im Kontext der frühchristlichen Auseinandersetzungen zu analysieren und kritisch einzuordnen.

  • Historische Identität und religiöse Praxis der Pharisäer.
  • Differenzierung der Pharisäerbilder in den vier Evangelien (Markus, Matthäus, Lukas, Johannes).
  • Die Rolle der Pharisäer als "Gegenspieler" Jesu in der Evangelientradition.
  • Einfluss der jeweiligen Gemeindesituationen auf die polemische Darstellung.
  • Verhältnis zwischen den Evangelien, der Apostelgeschichte und der frühen Kirche.

Auszug aus dem Buch

1.2 Darstellung der Pharisäer

In den sechzehn Kapiteln, die das Markusevangelium umfaßt, werden die Pharisäer zwölfmal genannt. Dabei treten sie gewöhnlich in Galiläa auf. Gleich zu Beginn der öffentlichen Tätigkeit Jesu sind die Pharisäer seine Todfeinde, die sich mit seinem Gesetzesverständnis nicht anfreunden können. So kritisieren „die Schriftgelehrten der Pharisäer“ in 2,16, daß Jesus mit Zöllnern und Sündern ißt. In 2,18 kontrastieren manche das Nichtfasten der Jünger Jesu mit dem Fasten der Jünger des Johannes und der Pharisäer bzw. der Jünger der Pharisäer. Kurz darauf sind es wieder die Pharisäer selbst, die sich daran stoßen, daß Jesu Jünger am Sabbat Ähren abreißen (2,23ff). Schließlich heilt Jesus in 3,1-6 am Sabbat einen Kranken in der Synagoge, worauf die Pharisäer mit den Herodianern den Beschluß fassen, Jesus umzubringen.

Die Pharisäer versuchen immer wieder, Jesus auf die Probe zu stellen und stellen ihm Fallen. Nach der Brotvermehrung beginnen die Pharisäer Streit mit Jesus und fordern von ihm ein Zeichen (8,11-13). Dieser aber läßt sie einfach stehen und warnt seine Jünger „vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes (8,15). In 10,1-9, nachdem Jesus Galiläa verlassen und sich nach Judäa und in das Gebiet jenseits des Jordan begeben hatte, begegnen ihm nochmals Pharisäer, die „ihm eine Falle stellen wollen“, indem sie ihn nach der Erlaubtheit der Ehescheidung befragen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in den biblischen Kanon und erste Definition der Pharisäer als fromme jüdische Gruppe im Konflikt mit Jesus.

1. Das Markusevangelium: Analyse des ältesten Evangeliums, in dem die Pharisäer als schematische negative Kontrastgruppe zu Jesus gezeichnet werden.

2. Das Matthäusevangelium: Darstellung der Pharisäer als Hauptfeinde Jesu, wobei die Polemik durch die Situation der matthäischen Gemeinde verstärkt wird.

3. Das Lukasevangelium: Untersuchung des differenzierteren Pharisäerbildes bei Lukas, das auch positive Begegnungen und Gastfreundschaft kennt.

4. Das Johannesevangelium: Erläuterung der Rolle der Pharisäer als jüdische Führungselite, die Jesus als Bedrohung wahrnimmt.

5. Folgerungen: Reflexion über die antipharisäische Polemik als innerchristlichen Ablösungsprozess von den jüdischen Wurzeln.

Schlüsselwörter

Pharisäer, Neues Testament, Jesus, Evangelien, Markusevangelium, Matthäusevangelium, Lukasevangelium, Johannesevangelium, Judentum, Urchristentum, Gesetzesverständnis, Apostelgeschichte, Polemik, Heidenmission, Synoptiker.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Bild der Pharisäer in den vier Evangelien und untersucht, wie diese Gruppe in der frühchristlichen Literatur dargestellt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die literarische Charakterisierung, die historische Einordnung der Pharisäer und der Einfluss von Gemeindesituationen auf die biblische Darstellung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entwicklung des "Pharisäerbildes" von Markus bis Johannes aufzuzeigen und die Hintergründe für die oft negative Darstellung zu erhellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die exegetische Analyse, insbesondere den Vergleich der Synoptiker und des Johannesevangeliums unter Einbeziehung des historischen Kontextes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung jedes einzelnen Evangeliums, wobei Einführung und Darstellung der Pharisäer für jedes Buch separat beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Pharisäer, Evangelientradition, Gesetzesverständnis, Urchristentum und das Verhältnis von Judentum und Christentum.

Warum werden die Pharisäer im Lukasevangelium positiver dargestellt als bei Matthäus?

Lukas zeichnet ein differenzierteres Bild, das möglicherweise auf weniger verhärtete Fronten oder spezifische theologische Interessen des Autors bei der Integration jüdischer Traditionen hindeutet.

Welche Rolle spielt Nikodemus in der johanneischen Darstellung?

Nikodemus dient als Beispiel für einen Pharisäer, der Jesus wohlwollend begegnet, jedoch aufgrund der drohenden Ausgrenzung aus der Synagoge ein geheimes Verhältnis pflegt.

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Details

Titel
Pharisäer contra Jesus, oder: Wer waren die Pharisäer wirklich? Die Evangelien und die Pharisäer
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Katholisch-theologische Fakultät)
Veranstaltung
Proseminar: Das Verhältnis von Juden und Christen im Neuen Testament und in der Kirchengeschichte
Note
mit Erfolg
Autor
Markus Tiefensee (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1995
Seiten
24
Katalognummer
V16971
ISBN (eBook)
9783638216630
ISBN (Buch)
9783638644860
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pharisäer Jesus Evangelien Proseminar Verhältnis Juden Christen Neuen Testament Kirchengeschichte nt neues testament
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Tiefensee (Autor:in), 1995, Pharisäer contra Jesus, oder: Wer waren die Pharisäer wirklich? Die Evangelien und die Pharisäer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16971
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