Einleitung:
In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit der Situation der Russlanddeutschen in Russland vor ihrer Rückkehr in die Bundesrepublik Deutschland beschäftigen. Besonders herausarbeiten will ich dabei die Gründe, die die Russlanddeutschen veranlasst haben die Sowjetunion verlassen zu wollen. Auch sollen die Lebensumstände ein zentraler Punkt der Analyse sein.
Da die Russlanddeutschen während und auch noch nach Ende des zweiten Weltkrieges unter menschenunwürdigen Bedingungen leben mussten, die Sowjetunion aber nicht verlassen durften, möchte ich die Analyse auf den Zeitraum nach Ende des zweiten Weltkriegen bis zum Fall der Sowjetunion festlegen.
Weil die Deutschen in Russland auch 40 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges so vehement versuchten die UdSSR zu verlassen, was man besonders gut an der enorm großen Zahl von Ausreiseanträgen erkennen kann, wird es interessant sein, herauszuarbeiten, welche Entwicklungen die Lebensumstände der Russlanddeutschen in diesen 40 Jahren gehabt haben, - oder nicht gehabt haben. Bekannt sind die Erlasse des Obersten Sowjets, der die Russlanddeutschen bereits wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von aller Schuld freigesprochen hatte – doch wieso wollen die Russlanddeutschen immer noch aus Russland emigrieren? Was hat sich tatsächlich für die Russlanddeutschen verbessert, nachdem sie noch während des zweiten Weltkrieges quasi rechtlos waren?
Diese Fragen sollen in meiner Hausarbeit geklärt werden.
Diesbezüglich möchte ich den Rahmen dieser Arbeit auf die Zeit vom Ende des zweiten Weltkrieges bis zum Beginn der großen Ausreisewelle 1990 eingrenzen. Außerdem werde ich das Thema chronologisch bearbeiten, sodass die Entwicklungen und Veränderungen jeweils zeitlich nachvollzogen werden können.
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Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1.1) Die Lage der Russlanddeutschen nach 1945, die Erlasse von 1955
- 1.2) Die deutsche Muttersprache
- 2) Die politische Rehabilitierung im Jahre 1964 und ihre Folgen
- 3.) Der letzte Erlass zur Rehabilitierung von 1972 und seine Umsetzung
- 4.) Perestroika und Glasnost
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Situation der Russlanddeutschen in Russland vor ihrer Rückkehr in die Bundesrepublik Deutschland. Die Arbeit untersucht vor allem die Gründe, die die Russlanddeutschen veranlasst haben, die Sowjetunion verlassen zu wollen. Die Lebensumstände der Russlanddeutschen sollen ebenfalls einen zentralen Punkt der Analyse bilden.
- Die Lebensbedingungen der Russlanddeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg.
- Die politischen und rechtlichen Entwicklungen, die die Situation der Russlanddeutschen beeinflusst haben.
- Die Ursachen für den Wunsch der Russlanddeutschen, die Sowjetunion zu verlassen.
- Die Auswirkungen der Moskauer Konferenz von 1955 auf die Situation der Russlanddeutschen.
- Die Rolle von Erlassen und Dekreten des Obersten Sowjets in der Rehabilitierung der Russlanddeutschen.
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt die Thematik der Hausarbeit vor und skizziert den zeitlichen Rahmen sowie die Forschungsziele. Sie beleuchtet die problematische Situation der Russlanddeutschen in der Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg und die Gründe für ihre Emigration.
- 1.1) Die Lage der Russlanddeutschen nach 1945, die Erlasse von 1955: Dieses Kapitel untersucht die Lebensbedingungen der Russlanddeutschen in der Nachkriegszeit und beleuchtet den Erlass des Obersten Sowjets von 1955, der die Aufhebung von Beschränkungen in der Rechtsstellung der Deutschen in Sondersiedlungen verkündete. Die tatsächliche Umsetzung dieses Erlasses und die Auswirkungen auf das Leben der Russlanddeutschen werden analysiert.
Schlüsselwörter
Die Hausarbeit befasst sich mit den Russlanddeutschen, ihrer Situation in der Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg, den Gründen für ihre Emigration, den Erlassen des Obersten Sowjets zur Rehabilitierung, den Lebensumständen und der politischen Entwicklung in Russland.
Häufig gestellte Fragen
Warum wollten Russlanddeutsche die Sowjetunion verlassen?
Die Hauptgründe waren die jahrelange Diskriminierung, menschenunwürdige Lebensbedingungen nach dem Krieg, das Verbot der deutschen Muttersprache und die Sehnsucht nach politischer Freiheit.
Was änderte der Erlass von 1955 für die Deutschen in der UdSSR?
Der Erlass hob die Beschränkungen in der Rechtsstellung der Deutschen in Sondersiedlungen auf, gewährte jedoch keine Rückkehr in ihre ursprünglichen Heimatgebiete oder eine volle Entschädigung.
Was bedeutete die politische Rehabilitierung von 1964?
Mit dem Dekret von 1964 wurden die pauschalen Anschuldigungen der Kollaboration während des Zweiten Weltkriegs offiziell zurückgenommen, was einen wichtigen Schritt zur rechtlichen Gleichstellung darstellte.
Welchen Einfluss hatten Perestroika und Glasnost?
Unter Gorbatschow wurde es möglich, offener über die Geschichte zu sprechen und Ausreiseanträge zu stellen, was ab 1990 zu einer massiven Ausreisewelle in die Bundesrepublik Deutschland führte.
Warum blieb der Wunsch nach Emigration trotz Rehabilitierung bestehen?
Trotz offizieller Freisprüche blieben soziale Benachteiligungen im Alltag bestehen, und die kulturelle Identität sowie die Sprache konnten in der Sowjetunion nicht ausreichend frei gelebt werden.
- Quote paper
- Hans Hahnenkampf (Author), 2010, Analyse der Lage der Deutschen in Russland nach dem zweiten Weltkrieg. Gründe der Remigration, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169509