Durch Globalisierung und die immer rasanter werdende Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien werden die
Wettbewerbsbedingungen auf den Märkten zunehmend verschärft. Neue
Produktionsländer können heute, nach westlichen Standards vergleichbare Qualität, zu geringeren Produktionskosten liefern. Viele Kunden wünschen keine Massenproduktion mehr, sondern individuelle, maßgeschneiderte und termingerechte Lieferung in hoher Qualität und zu einem günstigen Preis.
Unternehmen mit traditionellen Organisationsformen sind durch die steigenden Kundenanforderungen und den neuen Technologien diesem neuen Erwartungsdruck besonders ausgesetzt. Sie können durch ihre starren Organisationenstrukturen weniger flexibel auf diese neuen Kundenwünsche eingehen.
Um diesem Problem entgegen zu wirken, wird insbesondere in der
Betriebswirtschaftslehre nach neuen, flexibleren und wettbewerbsfähigeren Organisationsformen gesucht. Eine wichtige Anforderung hierfür ist, dass sich Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und die übrigen Leistungen über Kooperationen erbracht werden. Dies hat den Vorteil, dass selten benötigtes Fachwissen nicht teuer selbsterbracht werden muss, sondern
kostengünstiger durch Experten eingebracht wird.
Eine in Zukunft immer wichtiger werdende Form ist das „virtuelle Unternehmen“. William H. Davidow und Michael S. Malone legten mit ihrem 1992 veröffentlichten Buch den Grundstein für die betriebswirtschaftliche Diskussion dieses Modells.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einführung
- 2 Definition.
- 2.1 Virtuelle Unternehmen ohne Unternehmenspool
- 2.2 Virtuelle Unternehmen mit Unternehmenspool.........
- 3 Rechtliche Probleme .....
- 3.1 Rechtliche Einordnung der Vereinbarungen
- 3.2 Gerichtliche Zuständigkeit.......
- 3.3 Rechtsform.........
- 3.4 Haftung der Partner für Gesellschaftsverbindlichkeiten
- 3.5 Geschäftsführung und Außenvertretung.
- 3.6 Erwerb von Vermögensrechten........
- 3.7 Informationsrechte und -pflichten der Partner.
- 3.8 Geheimhaltungspflichten und Wettbewerbsverbote.....
- 3.9 Auflösung des virtuellen Unternehmens........
- 4 Schlussbetrachtung.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit den rechtlichen Aspekten der Gründung eines virtuellen Unternehmens. Ziel ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen für diese neuartige Organisationsform zu beleuchten.
- Rechtliche Einordnung virtueller Unternehmen
- Haftung und Verantwortlichkeit der Partner
- Gestaltung von Verträgen und Vereinbarungen
- Regulierung von Informations- und Geheimhaltungspflichten
- Auflösung und Beendigung virtueller Unternehmen
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung
Das Kapitel erläutert die Herausforderungen, denen Unternehmen im Zuge der Globalisierung und technologischen Entwicklung gegenüberstehen. Es wird die Bedeutung von flexiblen Organisationsformen wie dem virtuellen Unternehmen hervorgehoben, welches auf die Konzentration auf Kernkompetenzen und die Auslagerung von Nebenleistungen setzt.
2 Definition.
Dieses Kapitel definiert den Begriff des virtuellen Unternehmens und unterscheidet zwischen zwei Arten: Virtuelle Unternehmen ohne Unternehmenspool und virtuelle Unternehmen mit Unternehmenspool. Es wird betont, dass die beteiligten Unternehmen oder Einzelpersonen rechtlich unabhängig bleiben und durch moderne Kommunikationstechnologien zusammenarbeiten.
3 Rechtliche Probleme .....
Dieses Kapitel widmet sich den rechtlichen Herausforderungen bei der Gründung und Führung eines virtuellen Unternehmens. Es werden Themen wie die rechtliche Einordnung von Vereinbarungen, die gerichtliche Zuständigkeit, die Wahl der Rechtsform, die Haftung der Partner, die Geschäftsführung, der Erwerb von Vermögensrechten, die Informationsrechte und -pflichten der Partner, Geheimhaltungspflichten und Wettbewerbsverbote sowie die Auflösung des virtuellen Unternehmens behandelt.
Schlüsselwörter
Virtuelles Unternehmen, Rechtliche Rahmenbedingungen, Gründung, Haftung, Informationsrechte, Geheimhaltungspflichten, Wettbewerbsverbote, Auflösung, Outsourcing, Kernkompetenzen, Kommunikationstechnologien, rechtliche Einordnung, Rechtsform, Gesellschaftsverbindlichkeiten, Geschäftsführung, Vermögensrechte.
Häufig gestellte Fragen zu virtuellen Unternehmen
Was ist ein virtuelles Unternehmen?
Ein virtuelles Unternehmen ist eine zeitlich begrenzte Kooperation rechtlich unabhängiger Partner (Firmen oder Einzelpersonen), die gemeinsam einen Auftrag bearbeiten und nach außen als eine Einheit auftreten.
Welche Rechtsform wählen virtuelle Unternehmen meist?
In Deutschland werden sie rechtlich oft als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) eingestuft, sofern keine andere Rechtsform explizit gewählt wurde.
Wer haftet in einem virtuellen Unternehmen?
Da es sich oft um eine GbR handelt, haften die Partner gegenüber Dritten in der Regel gesamtschuldnerisch und unbeschränkt mit ihrem Geschäfts- und Privatvermögen.
Wie werden Geheimhaltung und Wettbewerb geregelt?
Wegen der engen Zusammenarbeit müssen detaillierte Verträge zu Geheimhaltungspflichten und Wettbewerbsverboten geschlossen werden, um das Know-how der einzelnen Partner zu schützen.
Was passiert bei der Auflösung des virtuellen Unternehmens?
Nach Erreichung des gemeinsamen Ziels (z.B. Projektabschluss) wird die Kooperation aufgelöst. Die Verteilung von Gewinnen, Restvermögen und die weitere Haftung müssen vorab vertraglich geklärt sein.
- Quote paper
- Patrick Wuckel (Author), 2011, Rechtliche Aspekte für die Gründung eines virtuellen Unternehmens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168717