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Goethe: Autobiographische Schriften

Title: Goethe: Autobiographische Schriften

Term Paper (Advanced seminar) , 1999 , 17 Pages , Grade: befried.

Autor:in: Detlev Freigang (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Das 5. Buch von DuW entstand zwischen dem 16. IV. und dem 7. VII. 1811, wie wir dem Tagebuch Goethes1 entnehmen können. Über Goethes historische Quellen für die Beschreibung der Kaiserkrönung Joseph II. sind wir durch die Ausleihverzeichnisse der Weimarer Hofbibliothek unterrichtet.

E. Beutler3 hat das Buch prägnant charakterisiert: ,,Dieses 5. Buch ist ... eine Meisterleistung Goethes, ja es ist nicht nur eine der vollendetsten Partien in DuW, sondern ein Kronjuwel der Goethschen Altersprosa schlechthin, nicht an Gehalt, aber in der Kunst des Erzählens, in der Mischung von Intimität und Glanz."

Das 5. Buch kann als ein Musterbeispiel für jene Anforderungen gelten, die Herder, und darauf fußend Goethe, an Inhalt und Stil einer gelungenen Autobiographie stellten.

Inhaltlich zerfällt das Buch in zwei Geschichten: Die Kaiserkrönung Joseph II. am 27. März 1763, mit den Tagen davor und danach sowie die Gretchen-Novelle.

Die erste interessant, als ein kulturhistorisches Dokument - jedoch nicht historischer Bericht-, da diese Kaiserkrönung die letzte, in Frankfurt stattfindende Krönung des Alten Reichs war, die zweite eine ganz intime Schilderung der ersten Liebe Goethes, zu einem Mädchen namens Gretchen, von der weiter nichts bekannt ist, als was Goethe uns in DuW über sie berichtet.

Das Meisterliche des 5. Buches besteht in der komplexen Verschränkung beider Erzählstränge miteinander und den vielfältigen Beziehungen, in die das erzählendes Subjekt (Goethe als junger & alter) dazu gesetzt wird. Damit verwirklicht er seine, in der Kritik an von Müllers Autobiographie geäußerten, Anforderungen (große & kleine Welt, Wechselwirkung derselben aufeinander, Ich und die anderen, Wechselwirkungen; Liebe als Gegenseitige Erziehung · Metamorphosegedanken).

Die nachfolgende Arbeit wird versuchen, die kunstvollen Inszenierungen dieses Abschnitts von Dichtung und Wahrheit auf dem Hintergrund des neuen, von Herder und Goethe erarbeiteten Konzepts der Autobiographie im Zeitalter der Aufklärung darzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Herder und Goethe - die Neukonzeption der „Autobiographie“

3. Genese des 5. Buches von „Dichtung und Wahrheit“

4. Aufbau des 5. Buches

5. Das Gretchen - Eine intime Schilderung?

6. Exkurs: Manon Lescault- Ein literarisches Vorbild des „Grundwahren“

7. Die Kaiserkrönung - Ein historischer Bericht?

8. Zusammenfassung

9. Benutzte Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert die künstlerische Gestaltung und Struktur des 5. Buches von Goethes „Dichtung und Wahrheit“. Dabei wird untersucht, wie Goethe sein autobiographisches Konzept – geprägt durch die Einflüsse von Herder – umsetzt, um private Intimität mit historischem Kontext in einer meisterhaften Altersprosa zu verbinden.

  • Die Neukonzeption der Autobiographie durch Herder und Goethe.
  • Die kunstvolle Verflechtung von Gretchen-Novelle und Kaiserkrönung.
  • Die Rolle der Literatur als „Grundwahres“ und als fiktionales Gestaltungsmittel.
  • Die kritische Distanz des Autors gegenüber historischen Gegebenheiten.
  • Die Abgrenzung von „großer“ und „kleiner“ Welt im erzählerischen Aufbau.

Auszug aus dem Buch

5. Das Gretchen - Eine intime Schilderung?

Mit dem Beginn dieses Erzählstrangs leitet Goethe das 5. Buch von DuW ein. Das wir es mit einer klassischen Novellenerzählung zu tun haben, läßt sich bereits aus den ersten Sätzen entnehmen, die uns die folgende Geschichte als Nachricht von einer unerhörten Begebenheit vorstellen.

Die Geschichte beginnt ganz belanglos mit Goethes Jugendfreund Phylades, über den Goethe die Bekanntschaft neuer Personen macht, die unter der Bezeichnung „die Vettern“ subsummiert werden. Den Anlaß bietet die bereits eingeführte Begabung des jungen Goethe zur Gelegenheitsdichtung.

Zum Scherz und zur Probe seines Talentes wird Goeth gebeten, aus der Perspektive eines verliebten Mädchens einen Liebesbrief an einen ihm Unbekannten zu schreiben, der ihm von den „Vettern“ geschildert wird. Der Spaß gelingt und Goethe erhält über die selben Bekannten den Auftrag, seitens des Genarrten eine Antwort auf diesen entzückenden Brief zu verfassen.

Zum Dank wird Goethe mit den „Vettern“ vom Auftraggeber zu einer kleinen Abendgesellschaft eingeladen. Hier lernt er, unvermutet und zufällig (klassische Novellenmanier!) Gretchen kennen. Goethes Leidenschaft entflammt durch ihren Anblick. Es erfüllt sich an diesem Bildungsbürger der Aufklärung also - wie könnte es anders sein - der alte Ovidisches Liebestopos „Durch das Auge in das Herz“. Das Bild der Angebeteten verfolgt den jungen Mann und er besucht die Kirche, um sie möglichst lange in Ruhe betrachten zu können; in mehrfacher Hinsicht ausserordentlich ironisch.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Entstehungsgeschichte des 5. Buches und Darstellung des hohen literarischen Ranges als „Kronjuwel“ der Altersprosa.

2. Herder und Goethe - die Neukonzeption der „Autobiographie“: Erläuterung des Einflusses von Herders „Confessiones“-Konzept auf Goethes Verständnis von Wahrheit und Fiktion in der Autobiographie.

3. Genese des 5. Buches von „Dichtung und Wahrheit“: Untersuchung der historischen Quellenbasis und des fiktionalen Charakters der Erzählung.

4. Aufbau des 5. Buches: Detaillierte schematische Gliederung der Erzählstränge innerhalb des Werkes.

5. Das Gretchen - Eine intime Schilderung?: Analyse der Novellenelemente und der Darstellung von Goethes erster Liebe sowie der „gegenseitigen Erziehung“.

6. Exkurs: Manon Lescault- Ein literarisches Vorbild des „Grundwahren“: Diskussion über den Einfluss des Romans „Manon Lescault“ auf Goethes Gestaltung der Grethen-Figur.

7. Die Kaiserkrönung - Ein historischer Bericht?: Untersuchung der kritischen Distanz Goethes zum historischen Geschehen und der Einbindung eigener Pagen-Mythen.

8. Zusammenfassung: Resümee über die meisterhafte Verwebung von Kindheitserinnerungen und Altersreflexion.

9. Benutzte Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Goethe, Dichtung und Wahrheit, 5. Buch, Autobiographie, Herder, Gretchen, Kaiserkrönung, Novelle, Grundwahres, Altersprosa, Metamorphose, Literaturkritik, Aufklärung, Konfession, Individuum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das 5. Buch von Johann Wolfgang von Goethes Werk „Dichtung und Wahrheit“ hinsichtlich seiner narrativen Struktur und seiner autobiographischen Konzeption.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen den Einfluss von Herder auf die Gattung der Autobiographie, die erzählerische Verbindung von privater Liebe und historischem Großereignis sowie Goethes eigene literarische Technik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die „kunstvollen Inszenierungen“ des 5. Buches auf dem Hintergrund des aufklärerischen Ideals einer Autobiographie darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die auf historischen Quellenstudien, dem Vergleich mit zeitgenössischen Vorbildern und der Untersuchung von Erzählmustern basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Genese des Buches, die Gretchen-Novelle, den Exkurs zu Manon Lescault sowie die kritische Dekonstruktion der Kaiserkrönung als historischem Bericht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Goethes „Grundwahres“, die Verschachtelung von „großer und kleiner Welt“, das Konzept der „gegenseitigen Erziehung“ und der erzähltechnische Einsatz von Ironie.

Inwiefern spielt der Roman „Manon Lescault“ eine Rolle für das Verständnis des Gretchen-Stoffes?

Goethe erwog, „Manon Lescault“ als Spiegel für den Gretchen-Stoff zu nutzen; der Autor der Arbeit sieht darin einen Beleg dafür, dass Gretchen primär als literarische Fiktion zur Darstellung von Liebe und Leidenschaft konstruiert wurde.

Wie bewertet der Autor die Schilderung der Kaiserkrönung?

Der Autor stellt heraus, dass die Schilderung kein historischer Bericht ist, sondern ein gezielter „Kunstgriff“ Goethes, um die „große Welt“ und soziale Dynamiken seiner Zeit atmosphärisch einzufangen.

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Details

Title
Goethe: Autobiographische Schriften
College
Free University of Berlin  (Deutsche und Niederländische Philologie)
Course
Hauptseminar
Grade
befried.
Author
Detlev Freigang (Author)
Publication Year
1999
Pages
17
Catalog Number
V1685
ISBN (eBook)
9783638110440
Language
German
Tags
Goethe Dichtung und Wahrheit Biographie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Detlev Freigang (Author), 1999, Goethe: Autobiographische Schriften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1685
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