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Meissener Chinoiserien

Title: Meissener Chinoiserien

Seminar Paper , 1999 , 12 Pages , Grade: 2+

Autor:in: Detlev Freigang (Author)

Art - Arts and Crafts
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Summary Excerpt Details

Das Meissner Porzellan ist selbst Gegenstand und Ausdruck einer im späten 17. und frühen 18. Jh. blühenden Chinamode in Europa. Nachdem in einer Anfangsphase chinesische Originale in Form und Dekor lediglich durch direkte Abformung kopiert worden waren, entstanden fast zeitgleich chinoise Dekore europäischen Ursprungs. Die Meissner Manufaktur hat Chinoiserien in allen erdenklichen Formen entwickelt und bis zum heutigen Tage benutzt1. Da dies Dekore außerordentlich gut dokumentiert sind und keine andere Manufaktur im 18. Jh. eine derartig breite Palette chinoiser Dekore verwendet hat, kann die Meissner Manufaktur auf diesem Gebiet als exemplarisch gelten, wenn man sich einen Überblick über diese Dekorform auf Porzellan verschaffen will.

Strenggenommen, müssten unter die Gattungsbezeichnung ,,Chinoiserie" mindestens drei große Dekorgruppen gefasst werden:

- Direkte Übernahmen ostasiatischer Vorbilder2
- Von europäischen Malern entwickelten Dekore im chinoisen Stil3
- Figürliche Chinoiserien (z.B. von Johann Gregorius Höroldt, Adam von Löwenfink, Johann Ehrenfried Stadler)

Die vorliegende Arbeit wird sich ausschließlich mit den figürlichen Chinoiserien befassen, sie in eine Chronologie zu stellen versuchen und ihre jeweiligen Besonderheiten aufzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Thesen

2. Einleitung

3. Chinoiserien in Gold und Silber

4. Chinoiserien in Unterglasurblau

5. Chinoiserien in Aufglasurfarben

5.1. Der Schultz-Codex

5.2. Technik und Entwicklung der Höroldt-Chinoiserie

5.3. Johann Christian von Löwenfinck

6. Chinoiserien in Unter- und Aufglasurfarben

7. Zusammenfassung

8. Benutzte Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und die stilistischen Besonderheiten der figürlichen Meissner Chinoiserien des 18. Jahrhunderts, um diese in eine chronologische Abfolge zu bringen und ihre kunsthistorische Bedeutung einzuordnen.

  • Analyse der verschiedenen Dekorgruppen innerhalb der Meissner Chinoiserie.
  • Untersuchung der technischen Voraussetzungen und farblichen Entwicklungen.
  • Betrachtung der Rolle maßgeblicher Künstler wie Johann Gregorius Höroldt und der Familie von Löwenfinck.
  • Dokumentation der Vorlagenverwendung, insbesondere des sogenannten Schultz-Codex.
  • Einordnung der figürlichen Malerei als Ausdruck eines europäisch geprägten Chinabildes.

Auszug aus dem Buch

5.2 Technik und Entwicklung der Höroldt-Chinoiserie

Wie bereits weiter oben angeführt, liegt den Chinoiserien Höroldts eine malerische Auffassung zugrunde. Voraussetzung dieses Stil waren jedoch Porzellanfarben, die es erlaubten, Techniken der Aquarell- oder Ölmalerei für die Dekoration der neuen Keramik zu nutzen. Böttger hatte in den letzen zehn Jahren seines Lebens zwar intensiv an der Herstellung solcher Farben, insbesondere des Unterglasurblaus geforscht, war jedoch nicht zu befriedigenden Ergebnissen gelangt. Die Farben zeigten kein einheitliches Verhalten im Brand, blieben oft trüb und waren teilweise wenig dauerhaft, da sie sich nicht vollständig mit der Glasur verbanden. Sehr gut können alle dies Fehler noch heute am Grün dieser Zeit studiert werden.

Höroldts großes Verdienst liegt zunächst darin, dass er brauchbare Farben herstellen konnte und das er offensichtlich als erster das Funktionsprinzip einer Porzellanfarbe erfasste, so dass er auf dieser Grundlage eine große Palette miteinander mischbarer, klarer und sich vollkommen mit der Glasur verbindender Farben schaffen konnte.

Sein zweites großes Verdienst ist es, ein begnadeter Erzähler in der Malerei gewesen zu sein. Dieses Talent in Verbindung mit seinen vollendeten Farben ließ einen bis dahin noch nie auf Porzellan gesehenen Dekorationsstil entstehen, der das Meissner Porzellan bis heute prägte. Dabei ist zu bemerken, dass die Bezeichnung „Höroldt-Malerei“ in gewisser Beziehung irreführend ist; denn sich hat Höroldt zwar die Vorlagen geliefert uns sein Malereistil wurde weitestgehend von den angelernten Kräften des bunten Corps kopiert, aber eigenhändige Arbeiten von ihm gehören zu den großen Seltenheiten. Es war den Meissner Malern verboten, ihre Arbeiten zu signieren und so sind erhaltenen Werke nur in Einzelfällen eindeutig mit ihrem Maler zu identifizieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Thesen: Einführung in die Thematik der Meissner Chinoiserien als Ausdruck der europäischen Chinamode des 18. Jahrhunderts.

2. Einleitung: Historischer Rückblick auf den Porzellanimport aus Fernost und die Versuche der Manufakturen, die ästhetischen Vorbilder europäisch zu adaptieren.

3. Chinoiserien in Gold und Silber: Darstellung der frühen Bemalungsversuche auf Porzellan durch spezialisierte Goldarbeiter unter Verwendung von Edelmetallen.

4. Chinoiserien in Unterglasurblau: Analyse der seltenen figürlichen Motive in Unterglasurblau und die Gründe für deren Abkehr zugunsten anderer Techniken.

5. Chinoiserien in Aufglasurfarben: Untersuchung der klassischen Höroldt-Malerei und ihrer Differenzierung in graphische und malerische Stile.

5.1. Der Schultz-Codex: Analyse der Vorlagenblätter und deren Bedeutung für die Standardisierung und Verbreitung der Höroldt-Chinoiserien.

5.2. Technik und Entwicklung der Höroldt-Chinoiserie: Beleuchtung der Innovationen in der Farbmischung und der künstlerischen Handschrift von Johann Gregorius Höroldt.

5.3. Johann Christian von Löwenfinck: Vorstellung des eigenständigen, graphisch geprägten Stils von Löwenfinck im Kontext der Meissner Malerschaft.

6. Chinoiserien in Unter- und Aufglasurfarben: Erläuterung der aufwendigen Mischtechnik, die zu einer besonderen optischen Tiefe der Dekore führt.

7. Zusammenfassung: Synthese der kunstgeschichtlichen Bedeutung der Meissner Chinoiserie als idealisierte europäische Projektion des fernen Ostens.

8. Benutzte Literatur: Verzeichnis der für die Arbeit herangezogenen Standardwerke und Quellen.

Schlüsselwörter

Meissner Porzellan, Chinoiserie, Johann Gregorius Höroldt, Chinamode, Aufglasurfarben, Unterglasurblau, Schultz-Codex, Johann Christian von Löwenfinck, Porzellanmalerei, Kakiemon, Kunstgewerbe, Manufaktur Meißen, Dekorationsstil.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung und stilistische Einordnung der figürlichen Chinoiserien auf Meissner Porzellan im 18. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die technischen Innovationen in der Porzellanmalerei, die Arbeit der Manufakturmaler sowie der Einfluss ostasiatischer Vorbilder auf den europäischen Geschmack.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die vielfältigen figürlichen Darstellungen zu systematisieren und die künstlerische Entwicklung sowie die Besonderheiten der verschiedenen Dekortechniken aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine kunsthistorische Analyse, die Auswertung von Inventarverzeichnissen, Archivbelegen sowie den Abgleich mit existierenden Vorlagenblättern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung verschiedener Maltechniken (Gold/Silber, Unterglasur, Aufglasur) und stellt die Bedeutung einzelner Künstler wie Höroldt und Löwenfinck heraus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Meissner Porzellan, Chinoiserie, Höroldt-Malerei, Schultz-Codex und europäische Chinamode.

Warum ist die Unterscheidung zwischen dem graphischen und malerischen Stil so wichtig?

Die Unterscheidung verdeutlicht die unterschiedlichen künstlerischen Auffassungen innerhalb der Manufaktur, etwa zwischen den flächig-graphischen Arbeiten eines Löwenfinck und den erzählerisch-malerischen Kompositionen Höroldts.

Welche Rolle spielte der „Schultz-Codex“ für die Manufaktur?

Der Schultz-Codex diente als essenzielles Vorlagenkonvolut, das es den angelernten Malern ermöglichte, den Stil Höroldts zu kopieren und einheitliche Dekore in hoher Qualität und Stückzahl zu produzieren.

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Details

Title
Meissener Chinoiserien
College
Free University of Berlin  (Kunsthistorisches Institut)
Course
Proseminar / Übung
Grade
2+
Author
Detlev Freigang (Author)
Publication Year
1999
Pages
12
Catalog Number
V1681
ISBN (eBook)
9783638110419
Language
German
Tags
Meissen Porzellan Chinoiserie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Detlev Freigang (Author), 1999, Meissener Chinoiserien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1681
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