Im ersten Teil der Arbeit wird zunächst gezeigt, weshalb eine analytische Sichtweise, die das Zusammenwirken der Konstrukte Gender und Diversity in den Blick nimmt, gewinnbringender ist als eine getrennte Analyse. Nach dem „Ob“ der Verbindung von Gender und Diversity soll im zweiten Teil das „Wie“ im Mittelpunkt stehen: Es wird der Frage nachgegangen, welche Varianten der Verbindung beider Konstrukte möglich sind. Dabei orientiert sich der Beitrag an den Überlegungen von Gertraude Krell, die drei mögliche Varianten der Kombination mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen vorschlägt: Diversity unter dem Dach Gender , Gender unter dem Dach Diversity sowie Gender & Diversity. Zur Beantwortung der Frage, wie die Verbindung innerhalb dieser Kombinationen aussehen kann, sollen die Handlungsfelder Forschung und Lehre (Gender Studies und Diversity Studies) einerseits, Gleichstellungspraxis (Gender Mainstreaming und Diversity Management) andererseits durchgespielt werden. Befürchtungen und Hoffnungen, die in der derzeitigen Debatte geäußert werden, sollen dabei systematisiert und aus kritischer Perspektive dargestellt werden. Hieran anschließend wird im letzten Teil begründet, weshalb es keinen „one best way“ der Verbindung gibt und diese je nach Kontext entschieden werden muss. Die Arbeit schließt mit Implikationen für Praxis, Forschung und Lehre.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- Relevanz der Diskussion
- Gender und Diversity - eine integrative Verhältnisbestimmung
- Plädoyer für eine vielseitige Verbindung von Gender und Diversity
- Diversity unter dem Dach Gender
- Gender unter dem Dach Diversity
- Gender & Diversity
- Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Dieser Beitrag setzt sich zum Ziel, das Verhältnis von Gender und Diversity im Kontext von Lehre, Forschung und Praxis wissenschaftlich zu beleuchten und plädiert für eine integrative Verbindung der beiden Konstrukte.
- Das Zusammenspiel von Gender und Diversity als gewinnbringende analytische Sichtweise
- Die verschiedenen Möglichkeiten der Verbindung von Gender und Diversity
- Die Relevanz des Konzepts der Intersektionalität für die Analyse von Ungleichheitsstrukturen
- Empirische Belege für die Bedeutung von Diversity-Dimensionen neben Gender
- Die Notwendigkeit, die Verbindung von Gender und Diversity je nach Kontext zu gestalten
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
- Relevanz der Diskussion: Dieses Kapitel zeigt die historische Entwicklung der Debatte um Gender Mainstreaming und Diversity Management auf und beleuchtet die Kontroversen und Spannungsverhältnisse, die mit der Integration beider Konstrukte verbunden sind.
- Gender und Diversity – eine integrative Verhältnisbestimmung: Dieses Kapitel argumentiert für eine integrative Perspektive, die Diversity als Aspekt von Gender und Gender als Aspekt von Diversity betrachtet. Es wird das Konzept der Intersektionalität als analytisches Instrument vorgestellt, das die Verflechtung von Ungleichheitsfaktoren beleuchtet.
Schlüsselwörter (Keywords)
Die zentralen Schlüsselwörter des Textes sind Gender Mainstreaming, Diversity Management, Intersektionalität, Mehrfachdiskriminierung, Gender Studies, Diversity Studies, Gleichstellungspraxis, Lehre und Forschung.
Häufig gestellte Fragen
Warum sollten Gender und Diversity gemeinsam analysiert werden?
Eine integrative Sichtweise ist gewinnbringender, da sie das komplexe Zusammenwirken verschiedener Identitätsmerkmale und Ungleichheitsstrukturen besser erfasst als eine getrennte Analyse.
Was bedeutet "Intersektionalität" in diesem Kontext?
Intersektionalität beschreibt die Überschneidung verschiedener Diskriminierungsformen (z. B. Geschlecht, Herkunft, Alter), die gemeinsam eine spezifische Form der Benachteiligung erzeugen.
Welche drei Varianten der Verbindung schlägt Gertraude Krell vor?
Sie unterscheidet zwischen "Diversity unter dem Dach Gender", "Gender unter dem Dach Diversity" und der gleichwertigen Kombination "Gender & Diversity".
Wie unterscheiden sich Gender Mainstreaming und Diversity Management?
Gender Mainstreaming fokussiert primär auf die Gleichstellung der Geschlechter, während Diversity Management die Vielfalt aller persönlichen Merkmale als wertvolle Ressource für Organisationen begreift.
Gibt es einen idealen Weg, Gender und Diversity zu verbinden?
Nein, die Arbeit begründet, dass es keinen "one best way" gibt. Die Art der Verbindung muss immer je nach spezifischem Kontext in Forschung, Lehre oder Praxis entschieden werden.
- Citation du texte
- Anne-Marie Geisthardt (Auteur), 2010, Konzeptionelle Überlegungen zum Verhältnis von Gender und Diversity, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167824