Der Blick auf die Geschichte der Geschichtsdidaktik eröffnet dem ambitionierten Historiker ein interessantes und herausforderndes Betätigungsfeld. Der Begriff vereinigt alle Überlegungen zu Zielen, Methoden und Inhalten des Geschichtsunterrichts .
Das Interesse an der Reflexion der eigenen Herkunft und Genese ist spätestens seit der Wende der 1970er Jahren ein wichtiges Element der Disziplin. Die Phase der Weimarer Republik lässt sich heute als eine der am intensivsten aufgearbeiteten Epochen geschichtsdidaktischer Diskursgeschichte bezeichnen.
Diese Arbeit hat den Anspruch zu untersuchen, wie sich die Stellung der Geschichtsdidaktik von 1918 bis 1932 und die Bedeutung dieser Zeit für ihre weitere Entwicklung beurteilen lässt. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme der institutionellen Ausprägungen sollen der Inhalt und die Reichweite der Diskussion um eine potentielle Neuorientierung didaktischer Methoden im Zentrum der Betrachtung stehen. Der Untersuchung liegt die Leitfrage zugrunde, inwieweit sich in der Zeit der Weimarer Republik eine Profilierung der Geschichtsdidaktik vollzog.
Neben den Studien von B. Müller und M. Riekenberg aus den 1980er Jahren leistete vor allem J. Huhn bedeutende Beiträge zur Aufarbeitung der Weimarer Zeit in Bezug auf die Entwicklung der Geschichtsdidaktik. Die 14 Jahre zwischen Kaiserreich und Drittem Reich untersuchte er dahingehend, ob der zeitgenössische Geschichtsunterricht der Verfassungsforderung des „neuen Staates“ gerecht werden konnte. Sein Interesse galt der Untersuchung der Entwicklung der Institutionalisierung mit einem Blick auf relevante Diskussionen und tatsächliche, praktische Konsequenzen der Geschichtsdidaktik auf den Schulunterricht aus der Weimarer Zeit. Als Verfasser der aktuellsten Arbeiten sind J. Rohlfes und W. Hasberg repräsentativ. Letzterer bemängelt, dass sich immer noch viel zu wenige Arbeiten als geschichtsdidaktisch charakteristisch beschreiben lassen, weil sie historisch-empirische Forschungsdimensionen nicht überwinden und es nicht schaffen, das tatsächliche Geschichtsbewusstsein in der Gesellschaft zur Maxime der Erkenntnis zu erheben .
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Geschichtsdidaktik in der Weimarer Republik
- Fazit
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Profilierung der Geschichtsdidaktik in der Weimarer Republik und befasst sich mit ihrer Stellung und Bedeutung in der Zeit von 1918 bis 1932. Dabei werden die institutionellen Ausprägungen sowie die Inhalte und die Reichweite der Diskussionen um eine mögliche Neuorientierung didaktischer Methoden betrachtet. Die Leitfrage der Arbeit ist, inwieweit sich in dieser Zeit eine Profilierung der Geschichtsdidaktik vollzog.
- Institutionalisierung der Geschichtsdidaktik in der Weimarer Republik
- Diskussionen um die Neuorientierung der Geschichtsdidaktik
- Die Bedeutung des Geschichtsunterrichts für die politische Bildung
- Die Rolle der Geschichtswissenschaft und der Pädagogik in der Gestaltung der Geschichtsdidaktik
- Die verschiedenen Ansätze für eine theoretische Grundlegung des Geschichtsunterrichts
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung
Die Einleitung stellt den Begriff der Geschichtsdidaktik vor und erläutert die Bedeutung der Weimarer Republik als eine der intensivsten aufgearbeiteten Epochen geschichtsdidaktischer Diskursgeschichte. Sie formuliert die Zielsetzung der Arbeit und die Leitfrage, die der Untersuchung zugrunde liegt.
2. Geschichtsdidaktik in der Weimarer Republik
Dieses Kapitel behandelt die institutionellen Ausprägungen der Geschichtsdidaktik in der Weimarer Republik, insbesondere den Verband der Geschichtslehrer und die Zeitschrift "Vergangenheit und Gegenwart". Es beleuchtet die Diskussionen um eine mögliche Neuorientierung der Geschichtsdidaktik und die verschiedenen Ansätze für eine theoretische Grundlegung des Geschichtsunterrichts. Des Weiteren werden die unterschiedlichen Positionen der Geschichtsdidaktiker in Bezug auf die Gestaltung des Geschichtsunterrichts vorgestellt.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter und Fokusthemen der Arbeit sind: Geschichtsdidaktik, Weimarer Republik, Geschichtsunterricht, politische Bildung, Institutionen, Diskussion, Methoden, Theorie, Praxis, Wissenschaftlichkeit, Traditionsbildung, Geschichtsbewusstsein, Verband der Geschichtslehrer, "Vergangenheit und Gegenwart", Friedrich, Tellenburg, Weniger.
Häufig gestellte Fragen
Wie entwickelte sich die Geschichtsdidaktik in der Weimarer Republik?
In der Weimarer Republik vollzog sich eine starke Profilierung der Geschichtsdidaktik, geprägt durch Diskussionen über die Neuorientierung didaktischer Methoden und die politische Bildung im neuen Staat.
Welche Rolle spielte der Verband der Geschichtslehrer?
Der Verband der Geschichtslehrer war eine zentrale Institution zur Professionalisierung des Fachs und zur Diskussion über die Ziele des Geschichtsunterrichts.
Was war die Bedeutung der Zeitschrift „Vergangenheit und Gegenwart“?
Diese Zeitschrift diente als wichtigstes Publikationsorgan für geschichtsdidaktische Debatten und die methodische Weiterentwicklung des Unterrichts zwischen 1918 und 1932.
War der Geschichtsunterricht in der Weimarer Republik demokratisch orientiert?
Die Forschung (z.B. J. Huhn) untersuchte kritisch, inwieweit der Unterricht der Verfassungsforderung des demokratischen Staates gerecht wurde oder in alten Traditionen verhaftet blieb.
Wer waren wichtige Theoretiker der Geschichtsdidaktik dieser Zeit?
Bedeutende Impulse kamen unter anderem von Denkern wie Friedrich, Tellenburg und Weniger, die sich mit der wissenschaftlichen Grundlegung des Fachs befassten.
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- Anonym (Author), 2010, Profilierung der Geschichtsdidaktik in der Weimarer Republik , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166663