US-Präsident Ronald Reagan folgte in seiner Wirtschaftspolitik dem Grundsatz, dass nur durch ein Stoppen des wachsenden Staates - soll heißen: zunehmende Regulierung, Besteuerung oder Ausgaben - ein Wachstum der Wirtschaft erreicht werden kann. Jedwedes Vorgehen seinerseits lässt sich auf diesen Grundsatz zurückführen. Als Ronald Reagan 1989 das Weiße Haus verlässt, ist infolge dieses Handelns die wirtschaftliche Struktur der USA und großer Teile der westlichen Welt eine andere. Tiefgreifende Umstrukturierungen prägen das Bild der 80er Jahre. Die vorliegende Arbeit nimmt sich zur Aufgabe, diese Umstrukturierungen in ihren Ursachen, ihrer Gegenständlichkeit und ihren Auswirkungen fassbar zu machen und sucht abschließend nach einer Beurteilung dieses Wandels.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Die Wirtschaftliche Situation der USA Anfang der 80er Jahre und die „Supply-Side-Economics“
3. Die theoretischen Grundlagen von Reagans Wirtschaftspolitik
4. Die Umsetzung der Supply-Side Economics
5. Erfolg oder Misserfolg - eine Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die wirtschaftspolitischen Maßnahmen unter Präsident Ronald Reagan, bekannt als „Reaganomics“, und analysiert deren Ursachen, Umsetzung sowie die daraus resultierenden Auswirkungen auf die US-Wirtschaft. Ziel ist eine kritische Beurteilung des Wandels, der durch die Abkehr von keynesianischen Ansätzen hin zu einer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik eingeleitet wurde.
- Analyse der wirtschaftlichen Ausgangslage der USA zu Beginn der 1980er Jahre (Stagflation).
- Darstellung der theoretischen Grundlagen des Monetarismus und der Supply-Side-Economics.
- Untersuchung der praktischen Umsetzung der vier wirtschaftspolitischen Grundpfeiler Reagans.
- Kritische Reflexion der Erfolge und Misserfolge, insbesondere im Hinblick auf Staatsverschuldung und Deregulierung.
- Einordnung der Reaganomics in den historischen und wirtschaftspolitischen Kontext der Nachkriegszeit.
Auszug aus dem Buch
Die theoretischen Grundlagen von Reagans Wirtschaftspolitik
Reagans Wirtschaftspolitik ist nicht nur geistig, sondern auch personell sehr stark durch die Ansätze des Monetarismus und der Chicagoer Schule geprägt. Letztere findet ihre Wurzeln bereits in den auslaufenden 20er Jahren an der Wirtschaftsfakultät der Universety of Chicago, wo vor allem Frank Knight, Jacob Viner und Henry Simons lehrten. Einer ihrer Studenten ist ab 1932 Milton Friedman, der 1946 als Professor an diese Universität zurückkehrte. Die Chicagoer Schule geht dabei im Gegensatz zur keynesianischen Theorie von einer Stabilität des privaten Sektors in Wirtschaftssystemen aus. Folglich koordinieren die Mechanismen des Marktes die Wirtschaftsobjekte von selbst optimal und gleichzeitig entsteht ein permanenter Trend zur Vollbeschäftigung (Rudolf 2000: 210). Der Grund für Störungen im Wirtschaftsablauf oder für Beschäftigungsschwankungen, ist nach den Anhängern der Chicagoer Schule vor allem in Staatseingriffen zu suchen.
Der Nobel-Preisträger Robert Lucas und seine Anhänger der "rational expectations theory" gehen darüber hinaus davon aus, dass staatliche Eingriffe unwirksam bleiben, weil wirtschaftliche Akteure diese antizipieren (Collins 2007: 62). Diesen neoklassischen Thesen folgend stellt Reagan seine Forderung nach „reduce Regulierung“ mit der Begründung, dass gesetzliche Regulierungen nichts anderes seien als staatliche Eingriffe in den Markt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Diese Einleitung führt in die Grundphilosophie von Reagans Wirtschaftspolitik ein, die auf der Annahme basiert, dass staatliche Reduktion das Wirtschaftswachstum fördert.
2. Die Wirtschaftliche Situation der USA Anfang der 80er Jahre und die „Supply-Side-Economics“: Das Kapitel beschreibt den historischen Kontext der Stagflation und definiert die vier zentralen Säulen der angebotsorientierten Reaganomics.
3. Die theoretischen Grundlagen von Reagans Wirtschaftspolitik: Hier werden die monetaristischen Wurzeln und die Einflüsse der Chicagoer Schule erläutert, die Reagans Abkehr vom Keynsianismus theoretisch untermauerten.
4. Die Umsetzung der Supply-Side Economics: Dieser Abschnitt beleuchtet die praktische Implementierung der Steuerreformen, Haushaltskürzungen und Deregulierungsmaßnahmen sowie deren Ambivalenz zwischen Anspruch und Realität.
5. Erfolg oder Misserfolg - eine Schlussbetrachtung: Das Fazit wägt das gesteigerte Wirtschaftswachstum gegen die massive Staatsverschuldung ab und hinterfragt die langfristigen Auswirkungen der wirtschaftspolitischen Paradigmenwechsel.
Schlüsselwörter
Reaganomics, Supply-Side-Economics, Monetarismus, Wirtschaftswachstum, Staatsverschuldung, Stagflation, Deregulierung, Laffer-Kurve, Steuersenkungen, Fiskalpolitik, Ronald Reagan, Chicagoer Schule, Konjunktur, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftsordnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirtschaftspolitik der USA unter Ronald Reagan in den 1980er Jahren und analysiert die Implementierung der sogenannten „Reaganomics“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, Monetarismus, staatliche Deregulierung, Steuerpolitik sowie deren Einfluss auf Wachstum, Inflation und Staatsverschuldung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Ursachen, die praktische Umsetzung und die Auswirkungen der Reagan-Politik zu analysieren und zu beurteilen, ob diese als Erfolg oder Misserfolg zu werten ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Berichten, ökonomischen Statistiken und Quellen aus dem direkten Umfeld Reagans basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den theoretischen Hintergrund (Monetarismus/Chicagoer Schule), die Umsetzung der wirtschaftspolitischen Grundpfeiler wie Steuersenkungen und Deregulierung sowie die daraus resultierenden Haushalts- und Wirtschaftsdaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Reaganomics, Supply-Side-Economics, Monetarismus, Stagflation und Staatsverschuldung.
Warum konnte Reagan sein Ziel eines ausgeglichenen Haushaltes trotz der Kürzungen nicht erreichen?
Der Haushalt konnte nicht ausgeglichen werden, da massive Ausgabensteigerungen im Rüstungsbereich und die durch die Rezession sinkenden Steuereinnahmen die Einsparungen an anderer Stelle überkompensierten.
Welche Rolle spielte die Deregulierung für den späteren Kollaps der „saving and loan industry“?
Die Deregulierung des Finanzsektors schuf Freiräume ohne ausreichende Überwachung, was dazu führte, dass Hypothekenbanken risikoreiche Wertpapiergeschäfte eingingen, die 1986 zu Insolvenzen und staatlichen Rettungsmaßnahmen führten.
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- David Jugel (Author), 2010, Die Wirtschaftspolitik unter Ronald Reagan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166115