Die aktuelle Lage an den Finanzmärkten zeigt, dass der Anleger sein Portfolio allein aus traditionellen Anlagen nicht mehr genügend diversifiziert aufbauen kann. Er benötigt alternative Anlagen. Doch wie wirken sich diese alternativen Anlagen im Portfolio überhaupt aus? Sind sie in der Lage die Rendite des Portfolios zu verbessern bzw. das Risiko zu senken?
Diese Arbeit hat zum Ziel dem Anleger die verschiedenen Alternative Investments kurz vorzustellen und ihm aufzuzeigen, dass es für ihn Sinn macht Teile seines Vermögens in Alternative Investments zu investieren, um sein Portfolio besser zu diversifizieren. Der Anleger soll erkennen, dass er durch die Beimischung von alternativen Anlagen eine von ihm gewünschte Rendite mit deutlich weniger Risiko erreichen bzw. mit dem gleichen Risiko mehr Rendite erwirtschaften, kann.
Dies wird anhand empirischer Untersuchungen bewiesen. Da der Bereich der Alternative Investments sehr umfangreich ist, wird aus Aktualitäts- und Bekanntheitsgründen nur auf die Gruppe der Hedge Funds näher eingegangen. Das erste Kapitel zeigt mit der Problemstellung die Notwendigkeit sich mit Alternative Investments zu beschäftigen und diese im Rahmen der Portfoliozusammenstellung zu berücksichtigen. Im zweiten Kapitel wird auf das Portfolio-Selection-Modell von Markowitz eingegangen. Insbesondere wird der im Vorfeld bereits oft genannten Begriff Diversifikation und der damit zusammenhängende Diversifikationseffekt sowie die Portfolioeffizienz erklärt.
Danach werden die traditionellen Investments zu den Alternative Investments abgegrenzt. Durch das nun erlangte Wissen über die Charakteristik von Alternative Investments werden im vierten Kapitel die verschiedenen Arten dieser neuen, dritten Asset-Klasse vorgestellt. Den Hauptteil dieser Arbeit umfasst das fünfte Kapitel. Zunächst wird der herausragende Vertreter der Alternative Investments, der Hedge Funds, ausführlich erklärt und dargestellt. Es werden nicht nur die Grundlagen dieser Anlageform aufgezeigt, sondern auch die verschiedenen Managementstrategien erklärt und untersucht. Schließlich kommt der wichtigste Teil dieser Arbeit: Die Untersuchung der Auswirkungen von Hedge Funds auf ein traditionelles Portfolio. Hier wird aufgezeigt, welche positiven Auswirkungen der Einbezug von Hedge Funds auf ein traditionelles Aktien- und Rentenportfolio hat. Außerdem werden die derzeitigen Möglichkeiten angegeben, wie deutsche Anleger an dieser wichtigen Anlage teilhaben können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
2 Portfolio-Selection-Modell von Markowitz
2.1 Entwicklung der Portfoliotheorie
2.2 Diversifikationseffekt und Portfolioeffizienz
2.3 Grenzen des Portfolio-Selection-Modells
3 Abgrenzung „Traditionelle Investments“ – „Alternative Investments“
4 Alternative Investments
4.1 Überblick
4.2 Hauptvertreter der Alternative Investments
4.2.1 Private Equity
4.2.2 Managed Futures
4.2.3 Rohstoffe (Commodities)
4.2.4 Immobilien
4.2.5 Kunstgegenstände
5 Hedge Funds als ideale Komponente für eine verbesserte Portfolioeffizienz
5.1 Grundlagen der Hedge Funds
5.1.1 Definition und Merkmale von Hedge Funds
5.1.2 Geschichte und aktuelle Entwicklungen
5.2 Managementstrategien
5.2.1 Global-Macro-Strategie
5.2.2 Long-Short-Strategie
5.2.3 Marktneutrale Strategien (Relative Value Arbitrage)
5.2.3.1 Anleihen-Arbitrage (Fixed Income Arbitrage)
5.2.3.2 Wandelanleihen-Arbitrage (Convertible Bond Arbitrage)
5.2.4 Event-Driven-Strategien
5.2.4.1 Distressed Securities
5.2.4.2 Merger-Arbitrage
5.3 Auswirkungen auf ein traditionelles Portfolio
5.3.1 Korrelation
5.3.2 Rendite-Risiko-Vergleich
5.3.3 Optimierung des Risikoertragsverhältnisses des Portfolios
5.3.3.1 Theoretische Grundlagen
5.3.3.2 Integration eines fixen Hedge Fund-Anteils
5.3.3.3 Integration eines variablen Hedge Fund-Anteils
5.4 Hedge Fund-Produkte für deutsche Privatanleger
6 Kritische Würdigung und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung von Hedgefonds als Instrument zur Optimierung traditioneller Portfolios, indem sie deren Diversifikationspotenzial und Einfluss auf das Rendite-Risiko-Profil analysiert und empirisch belegt.
- Grundlagen des Portfolio-Selection-Modells nach Markowitz und dessen Grenzen.
- Differenzierung zwischen traditionellen Anlagen und Alternative Investments.
- Detaillierte Analyse von Hedgefonds, deren Strukturen und Managementstrategien.
- Empirische Untersuchung der Auswirkungen von Hedgefonds auf das Risiko und die Rendite traditioneller Portfolios.
Auszug aus dem Buch
5.1.1 Definition und Merkmale von Hedge Funds
Der Name „Hedge Fund“ ist zunächst einmal verwirrend, da der Begriff „Hedge“ normalerweise als Absicherung einer Anlage vor bestimmten, möglicherweise eintretenden Ereignissen verstanden wird. Ein solches Ereignis kann z.B. ein Börsencrash oder eine Wechselkursänderung sein. Hedge Funds haben mit einer Absicherung wenig zu tun, sondern zielen auf eine absolute positive Rendite ab. Zwar sind sie in der Lage Leerverkäufe zu tätigen und in derivative Finanzinstrumente zu investieren, allerdings nicht primär aus Absicherungs-, sondern vielmehr aus Anlagegedanken.
Auch der Begriff „Fund“ kann zur Verwirrung beitragen, da Hedge Funds außer dem Kapitalpooling mit (Anlage-)Fonds wenig gemein haben.
Für den Begriff Hedge Fund gibt es weder eine einheitliche, wissenschaftliche Legaldefinition, noch eine allgemein gültige Abgrenzung. Nicht einmal in den USA, dem Herkunftsland der Hedge Funds, wird der Begriff in einer der Wertschriftengesetze erwähnt. Unter dem Begriff Hedge Fund fasst man eine Vielzahl von Anlagevehikeln zusammen, die sich unterschiedlicher Anlagestrategien bedienen. So schreibt Cottier in seinem Buch treffend: „The term „hedge funds“ has become a catch-all for various non-traditional funds, some of which are partially hedged and some of which are not.“
Eine andere Beschreibung bringt sehr treffend die Vielzahl der unterschiedlichen Hedge Fund-Strategien zum Ausdruck: „Hedge funds are as varied as the animals in the African jungle“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Schwierigkeiten bei der Portfolio-Diversifikation in traditionellen Märkten und führt Hedgefonds als notwendige Alternative ein.
2 Portfolio-Selection-Modell von Markowitz: Es werden die theoretischen Grundlagen der Portfoliotheorie dargelegt und die Grenzen des Modells aufgezeigt, insbesondere in Bezug auf systematisches Marktrisiko.
3 Abgrenzung „Traditionelle Investments“ – „Alternative Investments“: Dieses Kapitel definiert und grenzt Anlageklassen voneinander ab, wobei der Fokus auf den besonderen Merkmalen alternativer Investments liegt.
4 Alternative Investments: Ein Überblick über verschiedene Anlageklassen wie Private Equity, Managed Futures, Rohstoffe, Immobilien und Kunst sowie deren Rolle im modernen Portfoliomanagement.
5 Hedge Funds als ideale Komponente für eine verbesserte Portfolioeffizienz: Das Hauptkapitel bietet eine detaillierte Analyse der Hedgefonds, ihrer Strategien und den empirischen Nachweis ihres positiven Einflusses auf die Portfolioeffizienz.
6 Kritische Würdigung und Ausblick: Eine zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse unter Berücksichtigung historischer Daten sowie ein Ausblick auf die zukünftige Marktentwicklung in Deutschland.
Schlüsselwörter
Hedgefonds, Alternative Investments, Portfoliomanagement, Diversifikation, Markowitz, Rendite-Risiko-Optimierung, Absolute Rendite, Korrelation, Managed Futures, Private Equity, Finanzmarkt, Portfolioeffizienz, Asset-Allokation, Kapitalanlage, Privatanleger.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung von Hedgefonds als zusätzliche Asset-Klasse, um die Effizienz von klassischen Portfolios zu steigern, die hauptsächlich aus Aktien und Renten bestehen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit deckt die Portfoliotheorie, die Definition und Abgrenzung alternativer Investments sowie eine tiefe inhaltliche Analyse der Hedgefonds-Branche und deren Strategien ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass die Beimischung von Hedgefonds das Rendite-Risiko-Verhältnis eines Portfolios signifikant verbessern kann, insbesondere durch die geringe Korrelation mit traditionellen Märkten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine theoretische Herleitung durch das Portfolio-Selection-Modell, ergänzt durch eine empirische Untersuchung der Performance und Korrelationen verschiedener Hedgefonds-Strategien im Vergleich zu Standardindizes.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Hedgefonds-Grundlagen, die detaillierte Klassifizierung der Managementstrategien und die quantitative Analyse der Auswirkungen auf die Portfoliostruktur.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Hedgefonds, Diversifikation, Rendite-Risiko-Optimierung, Alternative Investments und Portfoliomanagement.
Wie unterscheiden sich Hedgefonds von traditionellen Fonds im Hinblick auf das Risikomanagement?
Hedgefonds nutzen Strategien wie Leerverkäufe, Leverage und Derivate, um absolute Renditen unabhängig vom allgemeinen Markttrend zu erzielen, während traditionelle Fonds meist benchmark-orientiert sind.
Was zeigt die empirische Analyse im Hinblick auf den "DAX-Rückgang"?
Die Analyse verdeutlicht, dass Hedgefonds in Quartalen mit stark negativer Marktentwicklung deutlich geringere Verluste aufweisen als traditionelle Aktienindizes und somit als effektiver Schutz fungieren.
- Quote paper
- Mario Bügler (Author), 2003, Alternative Investments zur Optimierung des traditionellen Portfolios anhand von Hedge Funds, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16596