Die Lupercalia gehört zu den umstrittensten Themen im Bereich der römischen Religion. Die vorliegende Arbeit soll einen kurzen Überblick über das Thema verschaffen und den Zweck des Festes diskutieren.
Plutarch beschreibt den Ablauf des Festtages am ausführlichsten, im Werk Ovids wird ein möglicher Ursprungsmythos aufgezeigt. Der Zweck des Festes wurde bereits auf vielfache Weise untersucht. Der Weg über die etymologische Entwicklung des Namens sowie die Interpretation der Quellen sind lediglich Versuche ohne ein eindeutiges Ergebnis, zumal die Quellen nicht vollständig erhalten sind und auch die antiken Autoren nicht wussten, woher die Riten und Traditionen stammten und deshalb Mutmaßungen anstellten. Viele Probleme sind in der modernen Literatur umstritten, so auch die Frage, wer die Luperci waren oder wo genau die „heilige Grotte“, die Lupercal, lag.
Christoph Ulf, auf dessen Untersuchung über die Lupercalia ich Bezug nehmen werde, hat versucht das Fest genau zu erfassen. Allerdings gibt es auch in seiner Analyse Unstimmigkeiten, wie z.B. Binder zeigt.
Der Ablauf des Festes, die mutmaßlichen Namenspatrone und die beteiligten Akteure sollen am Anfang vorgestellt sowie die Konstellationen näher erläutert werden. Des Weiteren stütze ich mich auf die symbolische Deutung der einzelnen Abläufe und der vorkommenden Akteure. Die verschiedenen Deutungsrichtungen sollen nebeneinandergestellt und die jeweiligen Argumente (pro und contra) herausgearbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Ablauf des Festtages
- Symbolik
- Bock
- Wolf
- Blut
- Milch
- Vorgeschichte und Götterglauben
- Der Raub der Sabinerinnen
- Diskussion
- Die Lupercalia als Fruchtbarkeitsfest
- Opfer, Blutzeremonie, Riemenverfertigung
- Der Umlauf
- Das Mahl
- Betrachtung
- Die Lupercalia als Initiationsritus
- Das Opfer
- Die Blutzeremonie
- Riemenverfertigung und Umlauf
- Das Mahl
- Betrachtung
- Die Lupercalia als Hirtenfest
- Das Opfer
- Blutzeremonie und Riemenverfertigung
- Der Umlauf
- Das Mahl
- Betrachtung
- Die Lupercalia als Inszenierung des Gründungsmythos
- Das Opfer
- Die Blutzeremonie
- Die Riemenverfertigung
- Der Umlauf und das Mahl
- Betrachtung
- Die Lupercalia als Reinigungs- und Sühnekult
- Das Opfer
- Die Blutzeremonie
- Riemenverfertigung und Umlauf
- Das Mahl
- Betrachtung
- Das Hundeopfer
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des römischen Lupercalienfestes und verfolgt das Ziel, einen Einblick in die komplexe Symbolik und den Zweck dieses Festes zu geben. Der Text beleuchtet die verschiedenen Deutungsrichtungen des Festes und untersucht die verschiedenen Argumente, die dafür und dagegen sprechen.
- Der Ablauf des Lupercalienfestes
- Die Symbolik der einzelnen Zeremonienbestandteile
- Die verschiedenen Deutungsrichtungen des Festes
- Die Rolle der Luperci und die historische Entwicklung des Festes
- Die Bedeutung des Festes für die römische Gesellschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung gibt einen Überblick über die Lupercalia und ihre Bedeutung im Kontext der römischen Religion. Das Kapitel "Der Ablauf des Festtages" beschreibt die einzelnen Phasen der Feierlichkeiten, einschließlich der Opferzeremonie, des Umlaufs und des Festmahls. Das Kapitel "Symbolik" behandelt die Bedeutung einzelner Zeremonienbestandteile, wie zum Beispiel des Bocks, des Blutes und der Milch. Die folgenden Kapitel befassen sich mit verschiedenen Deutungsrichtungen des Festes, darunter die Lupercalia als Fruchtbarkeitsfest, Initiationsritus, Hirtenfest, Inszenierung des Gründungsmythos und Reinigungs- und Sühnekult.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Themen der römischen Religion und Kultur, insbesondere mit der Bedeutung von Fruchtbarkeit, Initiation, Mythos und Ritus. Wichtige Schlüsselwörter sind: Lupercalia, römische Religion, Fruchtbarkeitsfest, Initiationsritus, Gründungsmythos, Opfer, Blutzeremonie, Riemenverfertigung, Umlauf, Mahl, Symbolik, Deutungsrichtungen.
Häufig gestellte Fragen
Was war das Lupercalienfest?
Die Lupercalia war ein altrömisches Fest, das jährlich im Februar gefeiert wurde und Riten zur Reinigung und Fruchtbarkeit beinhaltete.
Welche Bedeutung hatten Blut und Milch bei dem Fest?
In einer zentralen Zeremonie wurden die Stirnen von Jünglingen mit Opferblut berührt und anschließend mit in Milch getauchter Wolle abgewischt, was als Symbol für Tod und Wiedergeburt gedeutet wird.
Wer waren die Luperci?
Die Luperci waren eine Priesterschaft, die während des Festes halbnackt durch Rom lief und Passanten mit Riemen aus Ziegenfell schlug, um Fruchtbarkeit zu bringen.
Gilt die Lupercalia als Initiationsritus?
Eine Forschungsthese besagt, dass das Fest ursprünglich ein Initiationsritus für junge Männer war, die symbolisch in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen wurden.
Was hat der Wolf mit dem Fest zu tun?
Der Name leitet sich vermutlich von „Lupus“ (Wolf) ab und steht in Verbindung mit dem Gründungsmythos von Rom (Romulus und Remus) und der heiligen Grotte Lupercal.
Warum wurden Hunde geopfert?
Das ungewöhnliche Hundeopfer während der Lupercalia wird oft als Reinigungs- oder Abwehrzauber interpretiert, ist aber unter Historikern umstritten.
- Die Lupercalia als Fruchtbarkeitsfest
- Quote paper
- Oliver Jäger (Author), 2010, Lupercalia - Ein altrömisches Fest, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165583