Die Reihe von Prozessen, die gegen P. Cornelius Scipio Africanus (cos. 205, 194) und dessen Bruder, L. Cornelius Scipio Asiagenus (cos. 190), in der Zeit zwischen 187 und 184 stattfanden, gehören mit zu den wichtigsten und bedeutendsten innenpolitischen Ereignissen im republikanischen Rom des 2. Jahrhunderts v. Chr.: In mehreren aufeinander folgenden Prozessen wird eine der einflussreichsten Familien der römischen Nobilität, die über einen relativ langen Zeitraum die Innen- und Außenpolitik Roms in entscheidenden Teilen mitbestimmte, so schwer getroffen, dass sie sich viele Jahrzehnte aus dem öffentlichen politischen Leben der römischen Republik zurückziehen musste.
In der folgenden Arbeit bilden die Scipionenprozesse selbst nur den äußeren Rahmen der Darstellung, die am Beispiel dieser Familie einen Einblick in das Leben und das Umfeld der römischen Nobilität im 2. Jahrhundert v. Chr. geben soll. Unter einer solchen Zielsetzung mussten notwendigerweise die chronologischen und juristischen Aspekte, die sich direkt auf die Prozesse und ihrem Verlauf beziehen, stärker zurücktreten, als es bei einer ausschließlichen Behandlung der Prozesse der Fall gewesen wäre: Sie nehmen in der Arbeit deshalb den gleichen Raum ein wie die quellenkritischen, biografischen, politischen und sozio - ökonomischen Aspekte.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung in die Thematik und Arbeitsweise
- I. Die Quellen
- 1. Die Primärquellen
- 2. Die Sekundärquellen
- II. Die Cornelii Scipiones und ihre Bedeutung im 3. und beginnenden 2. Jahrhundert v. Chr.
- 1. Die Ursprünge der gens Cornelia
- 2. Die Cornelii Scipiones bis zum Tod von P. Cornelius Scipio (cos. 218) und C. Cornelius Scipio (cos. 222)
- 3. P. Cornelius Africanus (cos. 205, 194) und die Cornelii Scipiones bis zum Beginn der Scipionenprozesse
- III. Die Rivalität zwischen den Gentes
- 1. Der „Partei“ – Begriff in der römischen Republik
- 2. Die verschiedenen gentes und ihre Parteien
- 3. Die Cornelii Scipiones und ihre Beziehung zu den anderen gentes
- IV. Die Prozesse
- 1.1. Der Prozess gegen L. Cornelius Scipio Asiagenus (cos. 190) im Jahr 187
- 1.2. Der Prozess gegen P. Cornelius Scipio Africanus (cos. 205, 194) im Jahr 184
- 1.3. Der Prozess gegen L. Cornelius Scipio Asiagenus (cos. 190) im Jahr 184
- 2. Die Wertung der Scipionenprozesse
- V. Die Sozio - Ökonomischen Aspekte
- Die Scipionenprozesse als Spiegelbild des politischen Machtkampfes im republikanischen Rom des 2. Jahrhunderts v. Chr.
- Die Rolle der Familie und der Gentes in der römischen Politik und Gesellschaft
- Die Bedeutung der Quellenkritik für die Rekonstruktion der römischen Geschichte
- Die sozio-ökonomischen Aspekte des Lebens der römischen Nobilität
- Die Herausforderungen und Chancen der politischen Macht im republikanischen Rom
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Scipionenprozesse, die gegen P. Cornelius Scipio Africanus und seinen Bruder L. Cornelius Scipio Asiagenus im 2. Jahrhundert v. Chr. stattfanden. Diese Prozesse waren ein bedeutendes innenpolitisches Ereignis im republikanischen Rom, das den Aufstieg und Fall einer der einflussreichsten Familien der römischen Nobilität widerspiegelte. Die Arbeit geht über die bloße Darstellung der Prozesse hinaus und beleuchtet das Leben und Umfeld der römischen Nobilität im 2. Jahrhundert v. Chr. anhand des Beispiels der Scipionenfamilie.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Thematik und Arbeitsweise der Arbeit vor und erläutert die Bedeutung der Scipionenprozesse als Spiegelbild des politischen Machtkampfes im republikanischen Rom. Das erste Kapitel befasst sich mit den Quellen, die für die Rekonstruktion der Prozesse genutzt werden können. Das zweite Kapitel stellt die Cornelii Scipiones und ihre Rolle in der römischen Geschichte vor. Das dritte Kapitel untersucht die Rivalität zwischen den verschiedenen Gentes und ihren Parteien im republikanischen Rom. Das vierte Kapitel analysiert die Scipionenprozesse und ihre Auswirkungen auf die römische Politik. Das fünfte Kapitel befasst sich mit den sozio-ökonomischen Aspekten des Lebens der römischen Nobilität.
Schlüsselwörter
Scipionenprozesse, Römische Republik, Römische Nobilität, Politischer Machtkampf, Gentes, Parteien, Quellenkritik, Sozio-ökonomische Aspekte, 2. Jahrhundert v. Chr.
Häufig gestellte Fragen
Was waren die Scipionenprozesse?
Die Scipionenprozesse waren eine Reihe von Gerichtsverfahren zwischen 187 und 184 v. Chr. gegen die Brüder P. Cornelius Scipio Africanus und L. Cornelius Scipio Asiagenus, die einen politischen Machtkampf im republikanischen Rom darstellten.
Warum waren diese Prozesse politisch so bedeutsam?
Sie führten dazu, dass eine der einflussreichsten Familien der römischen Nobilität, die über Jahrzehnte die Innen- und Außenpolitik mitbestimmt hatte, für lange Zeit aus dem öffentlichen Leben verdrängt wurde.
Welche Rolle spielten die verschiedenen Gentes in Rom?
Die römische Politik wurde stark von rivalisierenden Adelsfamilien (Gentes) geprägt. Die Prozesse gegen die Scipionen waren Ausdruck der Rivalität zwischen diesen Machtblöcken und dem Versuch, die Vorherrschaft einzelner Familien zu begrenzen.
Wer war Scipio Africanus?
P. Cornelius Scipio Africanus war ein berühmter römischer Feldherr und Staatsmann, der vor allem durch seinen Sieg über Hannibal im Zweiten Punischen Krieg bekannt wurde, später jedoch Ziel politischer Angriffe wurde.
Wie ist die Quellenlage zu den Scipionenprozessen?
Die Rekonstruktion der Prozesse stützt sich auf Primär- und Sekundärquellen, wobei die Quellenkritik essenziell ist, da die Berichte oft von den politischen Interessen der jeweiligen Zeit gefärbt sind.
- Citar trabajo
- Bernd Harzmeyer (Autor), 1985, Die Scipionenprozesse - Versuch der Darstellung eines politischen Machtkampfes, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164823