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Zur Renaissance des sozialwissenschaftlichen Kulturbegriffs: Kulturanthropologie, Empirische Kulturwissenschaft, Kultursoziologie

Eine grundlegende Studie für die Politikwissenschaft

Title: Zur Renaissance des sozialwissenschaftlichen Kulturbegriffs: Kulturanthropologie, Empirische Kulturwissenschaft, Kultursoziologie

Term Paper , 2010 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M. A. Silke Herzer (Author), Eveline Hanke (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Die Arbeit wurde gemeinsam mit Eveline Hanke verfasst.
Aus der Einleitung (gekürzt)

Der Terminus „Kultur“ ist sicherlich einer der vieldeutigsten Begriffe unseres Sprachgebrauchs. Er scheint allgegenwärtig – wird er doch immer wieder von Neuem herangezogen, um gesellschaftliche Phänomene jedweder Art zu beschreiben, wie die gegenwärtigen Wortverquickungen „Leitkultur“ oder „Unternehmenskultur“ zeigen. Bereits im Alltag kann es mitunter zu Missverständnissen kommen, was unter dem Kulturbegriff zu verstehen ist. Dies ist aufgrund des vorübergehenden Charakters der Alltagskommunikation nur bedingt problematisch, stellt die Wissenschaft jedoch vor große Herausforderungen. Schließlich sind die Hauptaufgaben der Wissenschaft die Vermehrung, Überprüfung und Weitergabe von Wissen, was vor allem mittels Sprache geschieht. Die systematische Definition von Begriffen nimmt hierbei eine zentrale Stellung ein, indem sie die Grundvoraussetzung zur Erfassung des Untersuchungsgegenstandes und seiner wissenschaftlichen Bearbeitung bildet. Dies wird besonders deutlich, wenn unterschiedliche definitorische Annahmen sich in drastisch unterschiedlichen Forschungsergebnissen niederschlagen.
Vor diesem Hintergrund ist die fortwährend erneut aufflammende Diskussion um den Kulturbegriff, die mitunter sehr kontrovers vonstatten geht, zu sehen. Mit der vorliegenden Arbeit gedenken wir die Debatte um den Begriff der Kultur zu systematisieren, indem seine Problemfelder, sozialtheoretisch wichtige Entwicklungsschritte und aktuelle Konzepte besprochen werden, um den sogenannten Cultural Turn – d.h. die Expansion der kulturwissenschaftlichen Denkweisen in den Sozialwissenschaften im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts – in den Zusammenhang zu stellen.
Nachfolgend wird gesondert auf den für die heutigen Sozialwissenschaften wichtigen bedeutungsorientierten Kulturbegriff eingegangen, der anhand der Theorien der drei Theoretiker Clifford Geertz, Pierre Bourdieu und Victor Witter Turner erläutert werden soll. Diesbezüglich ist zu klären, was jeweils unter Kultur verstanden wird. Im anschließenden Vergleich der drei Begriffskonzepte wird herausgearbeitet, wie die jeweilige Theorie sozialen Wandel erklärt und ob sie soziales Verhalten als mechanistisch oder funktionalistisch auffasst bzw. es von Sozialisations- oder Statusfaktoren ableitet....

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kursorischer Überblick zur Entwicklung des Kulturbegriffs

2.1 Probleme bei der Erfassung von Kultur

2.2 Allgemeine Entwicklung des Kulturbegriffs

2.2.1 Normativer Kulturbegriff

2.2.2 Totalitätsorientierter bzw. holistischer Kulturbegriff

2.2.3 Differenzierungstheoretischer bzw. sektoraler Kulturbegriff

2.2.4 Bedeutungs-, wissens- bzw. symbolorientierter Kulturbegriff

3 Der bedeutungsorientierte Kulturbegriff anhand von drei Theoretikern

3.1 Clifford Geertz – der interpretierende Ethnologe

3.2 Pierre Bourdieu – die soziale Praxis

3.3 Victor Witter Turner – das Ritual als Ausgangspunkt

3.4 Vergleich der Begriffskonzepte

4 Kulturwissenschaftliche Ideen in der Soziologie und Ethnologie

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit systematisiert die Debatte um den Kulturbegriff in den Sozialwissenschaften, indem sie dessen Problemfelder, theoretische Entwicklungsschritte und moderne Konzepte analysiert, um den "Cultural Turn" in einen wissenschaftlichen Gesamtzusammenhang zu stellen.

  • Systematische Aufarbeitung der Problemfelder bei der Erfassung von Kultur.
  • Historische Herleitung und Differenzierung verschiedener Kulturbegriffe (normativ bis bedeutungsorientiert).
  • Vergleichende Analyse der Theorien von Clifford Geertz, Pierre Bourdieu und Victor Witter Turner.
  • Untersuchung der Bedeutung von Kulturtheorien für die empirische Soziologie und Ethnologie.

Auszug aus dem Buch

3.1 Clifford Geertz – der interpretierende Ethnologe

Clifford Geertz (1926-2006) ist einer der bedeutendsten Ethnologen der Gegenwart, dessen Name in einem Atemzug mit den berühmten Anthropologen Claude Lévi-Strauss und Bronislaw Malinowski genannt wird. Er gilt als Vertreter der symbolischen und interpretativen Ethnologie, jedoch wirkte er auch weit über sein Fach hinaus in die Geistes- und Sozialwissenschaften hinein. Diesbezüglich sind insbesondere seine theoretischen Schriften von großem Einfluss.

Die interpretative Ethnologie zeichnet sich dadurch aus, dass sie die einer Kultur zugrundeliegenden indigenen Symbolsysteme, mit denen die Einheimischen ihre eigenen Erfahrungen deuten und artikulieren, untersucht. Die soziale Welt wird nicht als unabhängig von ihren Akteuren aufgefasst, sondern durch deren Sinnzuschreibung geprägt und letztlich erst konstituiert (Kumoll 2006: 271ff). Geertz erläutert seinen Kulturbegriff in seinem Werk „Dichte Beschreibung: Bemerkungen zu einer deutenden Theorie von Kultur“ wie folgt: „Der Kulturbegriff, den ich vertrete und dessen Nützlichkeit ich in den folgenden Aufsätzen zeigen möchte, ist wesentlich ein semiotischer. Ich meine mit Max Weber, daß der Mensch ein Wesen ist, das in selbstgesponnene Bedeutungsgewebe verstrickt ist, wobei ich Kultur als dieses Gewebe ansehe. Ihre Untersuchung ist daher keine experimentelle Wissenschaft, die nach Gesetzen sucht, sondern eine interpretierende, die nach Bedeutung sucht“ (Geertz 1987: 9).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Vieldeutigkeit des Kulturbegriffs ein und umreißt die wissenschaftlichen Herausforderungen sowie das Ziel der Arbeit, den "Cultural Turn" zu systematisieren.

2 Kursorischer Überblick zur Entwicklung des Kulturbegriffs: Das Kapitel erläutert die Schwierigkeiten bei der wissenschaftlichen Erfassung von Kultur und zeichnet die historische Entwicklung des Begriffs von der Normativität bis hin zur Bedeutungsorientierung nach.

3 Der bedeutungsorientierte Kulturbegriff anhand von drei Theoretikern: Dieser Hauptteil analysiert die Ansätze von Clifford Geertz, Pierre Bourdieu und Victor Witter Turner hinsichtlich ihrer Konzepte von symbolischer Ordnung, sozialer Praxis und Ritualen.

4 Kulturwissenschaftliche Ideen in der Soziologie und Ethnologie: Das Kapitel untersucht, wie kulturwissenschaftliche Denkweisen Eingang in die empirischen Disziplinen Soziologie und Ethnologie gefunden haben und diese transformiert haben.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit der wissenschaftlichen Ausdifferenzierung des Kulturbegriffs für die empirische Sozialforschung.

Schlüsselwörter

Kulturbegriff, Cultural Turn, Soziologie, Ethnologie, Clifford Geertz, Pierre Bourdieu, Victor Witter Turner, Bedeutung, Symbolik, Dichte Beschreibung, Habitus, soziales Drama, Liminalität, soziale Praxis, Kulturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen Aufarbeitung und begrifflichen Klärung des Wandels des sozialwissenschaftlichen Kulturbegriffs sowie seiner zunehmenden Bedeutung in der modernen Forschung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Kulturbegriffs, die Unterscheidung zwischen normativen, holistischen, sektoralen und bedeutungsorientierten Ansätzen sowie deren Anwendung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Systematisierung der Debatte um den Kulturbegriff, um den sogenannten "Cultural Turn" in den Sozialwissenschaften theoretisch in einen Zusammenhang zu stellen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoriegeschichtliche und sozialtheoretische Analyse, die zentrale Positionen führender Theoretiker wie Geertz, Bourdieu und Turner gegenüberstellt und vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifischen Kulturkonzepte von Clifford Geertz (interpretierende Ethnologie), Pierre Bourdieu (Theorie der Praxis) und Victor Witter Turner (Ritualtheorie).

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kulturbegriff, Cultural Turn, Symbolik, soziale Praxis, Habitus und Liminalität charakterisieren.

Was unterscheidet Geertz' Verständnis von Kultur als Text von Bourdieus Theorie der Praxis?

Während Geertz Kultur als ein interpretierbares Bedeutungsgewebe (textualistisch) auffasst, fokussiert Bourdieu auf körperlich verankerte Routinepraktiken und das Kapitalmodell (praxeologisch).

Welche Rolle spielt das Konzept der Liminalität in Turners Arbeit?

Die Liminalität, als ein Zustand des "Dazwischen", dient Turner zur Analyse von dynamischen, anti-strukturellen Prozessen und sozialen Dramen, die kulturellen Wandel ermöglichen.

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Details

Title
Zur Renaissance des sozialwissenschaftlichen Kulturbegriffs: Kulturanthropologie, Empirische Kulturwissenschaft, Kultursoziologie
Subtitle
Eine grundlegende Studie für die Politikwissenschaft
College
University of Heidelberg  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Hauptseminar Wissenschaftstheoretische und forschungs- praktische Aspekte des „Cultural Turn“ in der Politikwissenschaft
Grade
1,0
Authors
M. A. Silke Herzer (Author), Eveline Hanke (Author)
Publication Year
2010
Pages
27
Catalog Number
V164663
ISBN (eBook)
9783640798476
ISBN (Book)
9783640798407
Language
German
Tags
Politikwissenschaft Kultur Geertz Bourdieu Turner
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. A. Silke Herzer (Author), Eveline Hanke (Author), 2010, Zur Renaissance des sozialwissenschaftlichen Kulturbegriffs: Kulturanthropologie, Empirische Kulturwissenschaft, Kultursoziologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164663
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