[...] But probably his short novel The Turn of the Screw would
remain unmentioned. The following will take a closer look at this “little tale of horror”, as
James himself has called it in a letter to W. D. Howells. Dealing with literature, one always
has to take into consideration the fact that the literary work cannot be interpreted without
the context of the time in which it was written. Consequently, the time of interest in this
case is the American realism, to whose greatest writers Henry James definitely belongs.
Having chosen The Turn of the Screw as basis for the following analysis, the question how
the short novel fits into the scheme of realism will be present throughout the whole work.
Of course, it would have been possible to concentrate on The Portrait of a Lady, which is
said to be the best and obvious example of the literature of the American realism, but in my
opinion James’s short novel The Turn of the Screw serves as a splendid example to show
how the aims of realism can be developed and shown on the basis of one individual character.
It is not always necessary to write a book full of complex characters and interweaved
actions. My work intends to show that James has succeeded in setting out his realistic ideas
in a short novel of about 80 pages; 80 pages that are “loaded” with tension, unanswerable
questions and mysteries and which are therefore really worth being given a closer look at.
The most interesting part of The Turn of the Screw is the unusual and ingenious way of
narrating and the special and independent position the reader has to take if he does not want
to remain on the text’s surface but to understand its underlying structure. Therefore, my
main interest while writing the following pages will be the complex juxtaposition of different
narrators and their significant effect on the novel’s content.
Furthermore, the analysis is going to show that it is almost impossible to come to a final
and integrated interpretation of the short novel, although there can be found innumerable
critical essays dealing with The Turn of the Screw. In the end, it will become obvious that
this apparent inconspicuous little piece of fiction shows better than any other the complexity
of human psyche and how much the latter depends on the right ability of realistic perception
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort – Preface
2. Der amerikanische Realismus
3. Erzählsituation in The Turn of the Screw
3.1. Frame Story – Rahmenerzählung
3.2. Unzuverlässigkeit der Gouvernante als Ich- Erzählerin
3.3. Naive versus beobachtend- kritische Lesart von The Turn of the Screw
4. Die Unmöglichkeit eines schlüssigen Interpretationsansatzes für The Trurn of the Screw
4.1. Wahrhaftige Geister oder geisterhafte Einbildungen
4.2. Der Schluss der tale
5. Fazit – Conclusion
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht, wie Henry James in seiner Erzählung "The Turn of the Screw" die Prinzipien des amerikanischen Realismus anwendet und durch eine komplexe, ambivalente Erzählstruktur den Leser zur aktiven Partizipation zwingt. Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Text bewusst eine eindeutige Interpretation verweigert und die Unzuverlässigkeit der Wahrnehmung sowie die Subjektivität von Erzählern in den Vordergrund stellt.
- Analyse des amerikanischen Realismus als literarischer Kontext.
- Untersuchung der komplexen Erzählsituation und der "Frame Story".
- Diskussion der Unzuverlässigkeit der Gouvernante als Ich-Erzählerin.
- Deutung der Ambiguität bezüglich der Realität der Geistererscheinungen.
- Herausarbeitung der aktiven Rolle des Lesers bei der Interpretation von Leerstellen.
Auszug aus dem Buch
3.1. Frame Story – Rahmenerzählung
Bei einer Untersuchung der Erzählsituation von The Turn of the Screw stellt sich zunächst die Frage, wo man bei einer derart verwobenen, schwer durchschaubaren Schichtung von verschiedenen Erzählern überhaupt mit der Analyse beginnen soll. Ich wende daher den Blick erst einmal auf den Beginn der novel:
„The story had held us, round the fire, sufficiently breathless, but except the obvious remark that it was gruesome, as on Christmas Eve in an old house a strange tale should essentially be, I remember no comment uttered till somebody happened to note it as the only case he had met in which such a visitation had fallen on a child.“
Der Leser, der mit der gesamten Erzählung bereits vertraut ist, weiß, dass es sich bei diesem einleitenden Satz noch nicht um die eigentlich im Mittelpunkt stehende Erzählung der Gouvernante handelt, doch weisen die eindeutigen Parallelen wie story, gruesome, an old house, visitation und child unmissverständlich auf die folgende Haupterzählung hin. Diese Parallelen werden aber während des ersten Leseprozesses noch nicht unmittelbar gezogen, denn der erste Satz bildet den Beginn einer Rahmenerzählung, einer frame story. Im Allgemeinen übernehmen Rahmenerzählungen die Funktion, einen epischen Rahmen um eine in sie eingebettete Binnenerzählung zu schaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort – Preface: Einführung in die Thematik und die Relevanz der Erzählung im Kontext des amerikanischen Realismus sowie Darlegung der Forschungsabsicht.
2. Der amerikanische Realismus: Erläuterung des historischen und literarischen Hintergrunds des amerikanischen Realismus und dessen Anspruch auf eine neue, erfahrungsbasierte Romanform.
3. Erzählsituation in The Turn of the Screw: Analyse der komplexen narrativen Struktur, beginnend mit der Funktion der Rahmenerzählung.
3.1. Frame Story – Rahmenerzählung: Untersuchung des Eingangsrahmens und seiner Bedeutung für die Authentizität und die Einleitung der Binnenerzählung.
3.2. Unzuverlässigkeit der Gouvernante als Ich- Erzählerin: Kritische Betrachtung der Erzählerrolle und der subjektiven Verzerrungen durch das erzählende Ich.
3.3. Naive versus beobachtend- kritische Lesart von The Turn of the Screw: Kontrastierung der konventionellen "Geistergeschichte"-Lektüre mit einer analytischen, kritischen Leseweise.
4. Die Unmöglichkeit eines schlüssigen Interpretationsansatzes für The Trurn of the Screw: Diskussion darüber, warum der Text bewusst keine finale Auflösung der Rätsel zulässt.
4.1. Wahrhaftige Geister oder geisterhafte Einbildungen: Auseinandersetzung mit der Ambivalenz zwischen übernatürlichen Erscheinungen und psychologischer Projektion.
4.2. Der Schluss der tale: Analyse des offenen, unbefriedigenden Endes im Kontext der realistischen Intentionen des Autors.
5. Fazit – Conclusion: Zusammenfassende Bestätigung, dass die Erzählung die Anforderungen des Realismus durch die aktive Einbeziehung des Lesers perfekt erfüllt.
Schlüsselwörter
Henry James, The Turn of the Screw, Amerikanischer Realismus, Erzählsituation, Rahmenerzählung, Unzuverlässiger Erzähler, Ambivalenz, Subjektivität, Wahrnehmung, Geistergeschichte, Interpretation, Leseraktivierung, Psychologischer Realismus, Erzählstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Henry James' "The Turn of the Screw" unter dem Aspekt, wie der Text als herausragendes Beispiel des amerikanischen Realismus fungiert, indem er den Leser durch eine komplexe Erzählstruktur und bewusste Leerstellen zur aktiven Interpretation herausfordert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Erzählsituation, der Rolle der Rahmenerzählung, der Unzuverlässigkeit der Ich-Erzählerin sowie der literaturtheoretischen Debatte über die Realität der Geistererscheinungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass es unmöglich ist, eine schlüssige, alleingültige Interpretation der Erzählung zu finden, da dies den bewussten Intentionen von Henry James widersprechen würde, der die Ambiguität als Strukturmerkmal einsetzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die primär textimmanente Beobachtungen (Erzählperspektiven, Struktur, Metaphorik) mit literaturtheoretischen Konzepten zum Realismus und zur Erzählforschung (z.B. Brinkmann/Keller) verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil untersucht die Schichtung der Erzähler, die Rolle der Rahmenerzählung, die psychologische Unzuverlässigkeit der Gouvernante und die verschiedenen Interpretationslager – von der Geistergeschichte bis zur psychologischen Fallstudie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Realismus, Ambivalenz, Erzählstruktur, Unzuverlässiger Erzähler, Wahrnehmung und Leseraktivierung charakterisiert.
Warum ist die Rahmenerzählung für die Analyse so wichtig?
Die Rahmenerzählung liefert den notwendigen Kontext und die zeitliche Distanz, die den Leser dazu zwingt, die Zuverlässigkeit des nachfolgenden Manuskripts der Gouvernante kritisch zu hinterfragen.
Welche Bedeutung hat das "Prinzip der Vertauschung" für das Verständnis der Geschichte?
Das Prinzip der Vertauschung verdeutlicht, dass die Gouvernante ihre eigenen Konflikte und Ängste auf die Kinder und die Geister projiziert, wodurch die Grenze zwischen der Identität der Geister und der Rolle der Gouvernante zunehmend verschwimmt.
- Quote paper
- Meike Julia Schurreit (geb. Greinert) (Author), 2002, Henry James: The Turn of the Screw - Realistische Ghost Story ohne eindeutigen Interpretationsansatz?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16438