Die Finanzkrise ließ in diesem Jahr nicht nur viele Anleger um ihr eingesetztes Vermögen bangen, sie entfachte auch viele Diskussionen über den Sinn von profitbasierten Managemententlohnungsformen. Hierbei wurden vor allem Stimmen lauter, die eine Begrenzung von Managergehältern forderten. Bspw. berichtete Frau Prof. Margit Osterloh vom Institut für Organisation und Unternehmenstheo-rie der Universität Zürich, vor einiger Zeit über eine von ihr durchgeführten empirischen Studie . Mit dieser Studie will Osterloh den Beweis antreten, dass eine leistungsabhängige Entlohnung keine besseren Unternehmensergebnisse zur Folge hat. Sie begründet dies unter anderem damit, dass Manager entgegen Fließbandarbeitern weitaus komplexere Tätigkeiten ausführen und hierfür ein Interesse an der Sache selbst Vorraussetzung ist. Intrinsische Motive sollen also hier überwiegen, weshalb von außen gebotene Anreize, zu denen die Entlohnung zählt, einen vergleichsweise geringen Einfluss auf die Leistung haben sollen.
Zielsetzung der Arbeit ist es, diese Anreizsysteme zu untersuchen und zu bewerten. Im ersten Schritt wird die grundsätzliche Gestaltung von Anreizsystemen im wertorientierten Management aufgezeigt . Danach werden die unterschiedlichen Bezugsquellen für Anreizsysteme genauer untersucht. Nach der Kategorisierung der Bezugsquellen geht die Arbeit genauer auf die Anforderungen ein, welche ein rechnungswesenbasiertes Anreizsystem erfüllen soll. Anschließend wird die Umsetztung in der Praxis anhand einer Analyse der DAX 30 Unternehmen genauer betrachtet . Letztendlich wir geprüft ob sich mit Hilfe der Arbeit eine Stellung zu den Ausführungen von Frau Prof. Margit Osterloh beziehen lässt.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- 1.1 Problemstellung und Aktualität des Themas sowie Zielsetzung und Abgrenzung der Arbeit...
- II. Gestaltung von Anreizsystemen im wertorientierten Management
- 2.1 Gründe für Anreizsysteme und Definition von Anreizen..
- 2.2 Komponenten von Anreizsystemen
- 2.2.1 Bemessungsgrundlage..
- 2.2.2 Belohungsfunktion.....
- 2.2.3 Auszahlungsmodus.....
- 2.2.4 Teilnehmer und Freiwilligkeit der Teilnahme……
- 2.3 Bezugsquellen der Bemessungsgrundlage
- 2.3.1 Kapitalmarkt.
- 2.3.2 Rechnungswesen
- a. Wertbeitragskennzahlen....
- b. Rentabilitätskennzahlen...
- III. Anforderungen an rechnungswesenbasierte Anreizsysteme und deren Erfüllung
- 3.1 Einführung und Vorgehensweise..
- 3.2 Anreizkompatibilität………….
- 3.3 Controllability.....
- 3.4 Entscheidungsverbundenheit und Aktualität.
- 3.5 Transparenz und Akzeptanz...
- 3.6 Zusammenfassung..
- IV. Umsetzung in der Praxis
- 4.1 Vorgehensweise bei der Untersuchung der Dax 30 Unternehmen...
- 4.2 Ergebnisse der empirischen Untersuchung
- 4.2.1 Bestandteile der Gesamtvergütung
- a. Fixum...
- b. Erfolgsbezogene Komponente mit kurzfristiger Anreizwirkung...
- c. Erfolgsbezogene Komponente mit langfristiger Anreizwirkung..
- 4.2.2 Variabilität..
- 4.2.3 Obergrenzen, Untergrenzen, Maluszahlungen..
- 4.2.1 Bestandteile der Gesamtvergütung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit setzt sich zum Ziel, Anreizsysteme im wertorientierten Management zu untersuchen und zu bewerten. Dabei werden die grundlegende Gestaltung, Bezugsquellen, Anforderungen und die praktische Umsetzung in der Praxis beleuchtet.
- Gestaltung von Anreizsystemen im wertorientierten Management
- Untersuchung der Bezugsquellen von Anreizsystemen
- Anforderungen an rechnungswesenbasierte Anreizsysteme
- Umsetzung von Anreizsystemen in der Praxis anhand von Dax 30 Unternehmen
- Bewertung von Anreizsystemen im Hinblick auf ihre Effektivität
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema ein und erläutert die Problemstellung sowie die Zielsetzung der Arbeit. Kapitel II befasst sich mit der Gestaltung von Anreizsystemen im wertorientierten Management. Es werden die Gründe für Anreizsysteme und die Definition von Anreizen erläutert sowie die Komponenten von Anreizsystemen näher betrachtet. Im Anschluss werden die verschiedenen Bezugsquellen für Anreizsysteme untersucht, wobei insbesondere die Verwendung von Rechnungswesenkennzahlen hervorgehoben wird. Kapitel III geht auf die Anforderungen ein, die an rechnungswesenbasierte Anreizsysteme gestellt werden. Es werden wichtige Aspekte wie Anreizkompatibilität, Controllability, Entscheidungsverbundenheit und Transparenz behandelt. Die Umsetzung von Anreizsystemen in der Praxis wird in Kapitel IV untersucht. Dabei werden die Ergebnisse einer empirischen Studie anhand von Dax 30 Unternehmen präsentiert, welche die verschiedenen Bestandteile der Gesamtvergütung, die Variabilität und die Gestaltung von Obergrenzen und Untergrenzen beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf das Thema rechnungswesenbasierte Entlohnungssysteme im Kontext von Anreizsystemen und wertorientiertem Management. Wichtige Schlüsselwörter sind dabei: Anreizsysteme, Wertorientiertes Management, Rechnungswesenkennzahlen, Anreizkompatibilität, Controllability, Entscheidungsverbundenheit, Transparenz, Empirische Untersuchung, Dax 30 Unternehmen, Gesamtvergütung, Variabilität.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel von Anreizsystemen im Management?
Anreizsysteme sollen die Interessen von Managern mit den Zielen des wertorientierten Managements in Einklang bringen, um den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern.
Was bedeutet "Anreizkompatibilität"?
Anreizkompatibilität liegt vor, wenn das Anreizsystem so gestaltet ist, dass ein Manager durch die Verfolgung seiner eigenen Ziele (z. B. höhere Entlohnung) gleichzeitig die Ziele des Unternehmens fördert.
Welche Rolle spielt das Rechnungswesen bei der Managerentlohnung?
Rechnungswesenbasierte Kennzahlen wie Wertbeiträge oder Rentabilitätskennzahlen dienen häufig als objektive Bemessungsgrundlage für erfolgsbezogene Vergütungskomponenten.
Was ist die Kritik von Prof. Margit Osterloh an Leistungsentlohnung?
Osterloh argumentiert, dass externe Anreize bei komplexen Tätigkeiten die intrinsische Motivation verdrängen können und daher nicht zwangsläufig zu besseren Unternehmensergebnissen führen.
Wie sind die Vergütungssysteme der DAX-30-Unternehmen aufgebaut?
Sie bestehen meist aus einem Fixum sowie kurz- und langfristig orientierten variablen Komponenten, wobei Obergrenzen (Caps) und Maluszahlungen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Was versteht man unter dem Prinzip der "Controllability"?
Dieses Prinzip besagt, dass Manager nur für Ergebnisse verantwortlich gemacht und belohnt werden sollten, die sie durch ihr eigenes Handeln auch tatsächlich beeinflussen können.
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- Sabine Müller (Author), 2010, Anreizsysteme und wertorentiertes Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164264