Ziel dieser Arbeit ist es einen kurzen Überblick über die geschichtliche Entwicklung sowie die verschiedenen Ansätze zur Methodik der Landeskunde im Fremdsprachenunterricht zu geben und die Bedeutung der Landeskunde für den Fremdsprachenunterricht auf zu zeigen. Zu Beginn der Arbeit wird eine Definition erarbeitet. Hierbei sei angemerkt, dass es seit den 70er Jahren eine große Debatte um die Begrifflichkeit gibt. Bis heute existiert noch kein
eindeutiger Konsens über den Kern bzw. den Gegenstand der Landeskunde. Aufgrund der mangelnden Ressourcen kann jedoch auf diese Diskussion in der Arbeit nicht weiter eingegangen werden. Im Anschluss an die Definition wird die geschichtliche Entwicklung der
Landeskunde skizziert.
Der Hauptteil der Arbeit setzt sich mit den verschieden Ansätzen zur Methodik der Landeskunde auseinander. Hierbei wird besonders auf die kognitive, die kommunikative und die interkulturelle Landeskunde eingegangen. Neben diesen drei klassischen Methoden hat sich in den 90er Jahren die integrative Landeskunde als eine weitere herausgebildet. Über die hier ebenfalls ein Überblick geschaffen werden soll. Darüber hinaus befasst sich der Hauptteil der Arbeit mit der Rolle und Bedeutung der Literatur und der Geschichte innerhalb der Landeskunde.
Resümierend wird im Fazit auf die Bedeutung der Landeskunde im
Fremdsprachenunterricht eingegangen. Hierbei wird die Notwenigkeit der Vermittlung von Landeskunde im Fremdsprachenunterricht im Fokus stehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Landeskunde – Eine Definition
3. Geschichte der Landeskunde
4. Ansätze zur Methodik der Landeskunde
4.1 kognitive Landeskunde
4.2 kommunikative Landeskunde
4.3 interkulturelle Landeskunde
4.4 integrative Landeskunde
5. Die Rolle der Literatur und der Geschichte
6. Fazit
7. Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Wandel der Landeskunde im Fach Deutsch als Fremdsprache, um deren Bedeutung für den Fremdsprachenunterricht aufzuzeigen und die verschiedenen methodischen Ansätze von den Anfängen bis zur integrativen Landeskunde kritisch einzuordnen.
- Historische Entwicklung der landeskundlichen Konzepte
- Methodische Ansätze: kognitiv, kommunikativ und interkulturell
- Die Rolle von Literatur und Geschichte als Wissensvermittler
- Das Konzept der integrativen Landeskunde
- Bedeutung landeskundlichen Wissens für die Kommunikationsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
4.1 kognitive Landeskunde
Im Mittelpunkt der Lehr- und Lerninhalte der kognitiven Landeskunde steht die Vermittlung von „Realien, Institutionenkunde, Geschichte und Kultur“(Hackl [et al] 1998, S.7). Diese zu erlernenden Fakten stammen aus den verschiedenen Fachwissenschaften. Dem Lerner soll ein detailliertes Faktenwissen über das Land der jeweiligen Zielsprache vermitteln werden. Das Wissen erstreckt sich „über die Gegebenheiten des alltäglichen Lebens im jeweiligen Land bis hin zu einer Kenntnis vielschichtiger Erscheinungen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft“ (Erdmenger / Istel 1978, S.14). Die kognitive Landeskunde hat somit den Anspruch die Zielkultur in ihrer Gesamtheit darzustellen. Diese Anforderung an die zum einen sehr komplexen Materialien und zum anderen an den Lehrer, der einen allumfassenden Wissenstand besitzen müsste, ist unrealisierbar. Diese Fülle an Materialien müsste in die begrenzte Unterrichtszeit integriert werden und der sprachlichen Kompetenz der Lerner angepasst werden. In dieser Forderung ist einer der größten Kritikpunkte der kognitiven Landeskunde zu sehen. (Vgl. dazu Hackl 2001, S.1211).
Darüber hinaus beinhaltet die kognitive Landeskunde auch den Aspekt der Völkerverständigung. Landeskundliches Wissen kann dazu beitragen „dem Fremden“ mit einer aufgeschlossenen und unvoreingenommenen Haltung gegenüber zu treten (vgl. Erdmenger / Istel 1978 , S.14). Auf diese Weise soll einem möglichen Kulturschock entgegen gewirkt werden. Ein Verständnis für „den Anderen“ und „das Andere“ soll vermittelt werden. Landeskundliche Informationen dienen als Fundament für erfolgreiches Handeln. Jedoch beschränkt sich der kognitive Ansatz darauf, dass landeskundliches Wissen nur in sofern erworben werden muss, wie es für die inhaltliche Klärung der sprachlichen Zeichen notwendig ist. Da die Festlegung der Bedeutung von sprachlichen Zeichen innerhalb der einzelnen Gesellschaften willkürlich geschieht, führt eine Gleichsetzung zwischen Mutter- und Fremdsprache zu Missverständen. Hier wird der zweite Kritikpunkt der kognitiven Landeskunde deutlich: Landeskundliches Lernen ist dem Sprachlichen untergeordnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung und methodische Ansätze der Landeskunde im Fremdsprachenunterricht zu geben.
2. Landeskunde – Eine Definition: Dieses Kapitel erläutert, dass Landeskunde eine interdisziplinäre Wissenschaft ist, die sprachliche, kulturelle und soziale Phänomene eines Ziellandes integriert.
3. Geschichte der Landeskunde: Die historische Entwicklung wird von einem elitären Kulturverständnis im 19. Jahrhundert über die Ideologisierung während des Nationalsozialismus bis hin zur kommunikativen Wende der 60er Jahre nachgezeichnet.
4. Ansätze zur Methodik der Landeskunde: Hier werden verschiedene methodische Ansätze (kognitiv, kommunikativ, interkulturell, integrativ) hinsichtlich ihrer Zielsetzungen und Kritikpunkte detailliert analysiert.
5. Die Rolle der Literatur und der Geschichte: Das Kapitel beleuchtet, wie literarische Texte und historische Informationen als Bedeutungsträger der Kultur effektiv in den Unterricht integriert werden können.
6. Fazit: Das Fazit unterstreicht, dass Landeskunde heute ein unverzichtbarer Bestandteil des Faches Deutsch als Fremdsprache ist, um Kommunikationsfähigkeit und Völkerverständigung zu fördern.
7. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur und Handbücher.
Schlüsselwörter
Landeskunde, Deutsch als Fremdsprache, Fremdsprachenunterricht, Kommunikationsfähigkeit, Kulturvermittlung, kognitive Landeskunde, kommunikative Landeskunde, interkulturelle Landeskunde, integrative Landeskunde, Alltagskultur, Völkerverständigung, Literatur im Unterricht, Geschichte, Didaktik, Zielkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und der Entwicklung der Landeskunde innerhalb des Fachbereichs Deutsch als Fremdsprache (DaF).
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die historische Genese landeskundlicher Konzepte, deren methodische Ausgestaltung sowie die Einbindung von Literatur und Geschichte in den Fremdsprachenunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über die Entwicklung und die verschiedenen Ansätze der Landeskunde zu geben, um deren Notwendigkeit und Bedeutung für den modernen Fremdsprachenunterricht aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse bestehender didaktischer Ansätze, Konzepte und Literatur zur Landeskunde, um den Wandel des Fachbereichs kritisch zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der verschiedenen methodischen Ansätze (kognitiv bis integrativ) sowie die spezifische Betrachtung der Rolle von Literatur und Geschichte für das interkulturelle Lernen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Kommunikationsfähigkeit, Kulturvermittlung, interkulturelle Kompetenz und der Wandel vom Faktenwissen zur integrativen Didaktik.
Warum wird die kognitive Landeskunde heute kritisch betrachtet?
Der kognitive Ansatz wird kritisiert, da er auf einem unrealistischen Anspruch an Faktenwissen basiert und die Landeskunde dem reinen Sprachunterricht unterordnet.
Welche Rolle spielt die Alltagskultur in neueren Konzepten?
In modernen Ansätzen wie der kommunikativen und interkulturellen Landeskunde ersetzt die Alltagskultur das ehemals elitäre Kulturverständnis, um den Lernenden praxisnahe Kompetenzen zu vermitteln.
Wie unterscheidet sich die integrative Landeskunde von den klassischen Ansätzen?
Die integrative Landeskunde vernetzt Grammatik, Literatur und Landeskunde miteinander und vermeidet dabei die Isolation einzelner Fachbereiche, um eine ganzheitliche Sprachkompetenz zu fördern.
Worauf sollten Lehrkräfte bei der Integration historischer Themen achten?
Lehrkräfte sollten vor allem fundiertes Wissen besitzen und sensibel mit potenziell tabuisierten Themen oder Stereotypen umgehen, wobei ein Fokus auf die Geschichte der deutschsprachigen Länder nach 1945 empfohlen wird.
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- Wiebke Krestin (Author), 2009, Landeskunde im Deutsch als Fremdsprachenunterricht im Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163813