Jean-François Lyotard (1924−1998) prägte den Begriff der < Postmoderne >. Durch sein viel diskutiertes Buch La Condition Postmoderne rückte er diesen Begriff ins Zentrum einer geistes- und sozialwissenschaftlichen Debatte, die auch in den Medien breit rezipiert wurde. In diesem Zusammenhang wurde der Begriff der Postmoderne zur reinen Plattitüde. Die vorliegende Arbeit will nun aber dem von Lyotard gemeinten Sinn von <postmodern> auf den Grund gehen. Der Bogen wird sich folgend über die gedankliche Genese Lyotards als Grundlage, seine Bedeutung in der Postmoderne−Diskussion als Folge, über die Aspekte einer postmodernen Wissenschaft nach Lyotard hin zu Überlegungen im Hinblick auf eine mögliche Soziologie der Postmoderne spannen. Außerdem sollen einleitend die Begriffe < Moderne > und < Postmoderne > gegeneinander gestellt werden, um eine Sensibilität gegenüber dem Problem zu erzeugen. Um überhaupt zu verstehen, wogegen sich die postmodernen Denker richten, ist es nötig danach zu fragen, was die Moderne überhaupt ist. Dies wird Gegenstand eines weiteren Abschnittes sein. Was macht die Postmoderne aus, Lyotards Auffassung nach, und wie lässt sich das Prädikat „postmodern“ im sozialen Feld einordnen? Warum braucht die Postmoderne das paralogische Legitimationsmodell für das Wissen? Die folgenden Abschnitte werden versuchen, Lyotards Argumentationslinie aus der Textnähe zu rekonstruieren.
Inhaltsverzeichnis
- Argumentum
- Einführendes
- Der Begriff der
vor und nach Lyotard - Was beinhaltet das Programm der Moderne bzw. der Postmoderne
- Die Moderne und ihre Legitimationsmodelle: die Krise
- Die Postmoderne und ihre Legitimationsmodelle: die Revision
- Die Sprachspiele
- Heterogenität -Inkommensurabilität -Totalitätsprinzip- Differenz
- Wissenschaft und Wissen
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit Jean-François Lyotards Konzept der Postmoderne und untersucht, wie er den Begriff in seinem Buch „La Condition Postmoderne“ neu definiert. Der Text beleuchtet die gedankliche Genese von Lyotards Theorie, analysiert die Krise der modernen Legitimationsmodelle und stellt die spezifischen Merkmale einer postmodernen Wissenschaft dar. Des Weiteren werden die Auswirkungen der Postmoderne auf das soziale Feld und die Frage nach einem möglichen Legitimationsmodell für postmodernes Wissen erörtert.
- Lyotards Konzept der Postmoderne
- Krise der modernen Legitimationsmodelle
- Merkmale einer postmodernen Wissenschaft
- Postmoderne und Soziales
- Legitimationsmodelle für postmodernes Wissen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in Lyotards Leben und Werk sowie einer Klärung des Begriffs der Postmoderne. Im weiteren Verlauf werden die zentralen Elemente von Lyotards Konzept analysiert, darunter die „Krise der Erzählungen“ (crise des récits) und das paralogische Legitimationsmodell. Es werden die verschiedenen Legitimationskriterien in der Wissenschaft und ihre Auswirkungen auf die gesellschaftliche Ordnung diskutiert. Schließlich werden die Sprachspiele und die Bedeutung der Heterogenität, Inkommensurabilität und Differenz im postmodernen Kontext beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf die Schlüsselbegriffe Postmoderne, Moderne, Legitimation, Wissen, Wissenschaft, Sprachspiele, Heterogenität, Inkommensurabilität, Totalitätsprinzip und Differenz. Weiterhin werden die Theorien von Jean-François Lyotard, sowie die Kritik an großen Erzählungen und die Kritik an den Legitimationsmodellen der Moderne behandelt.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Jean-François Lyotard unter Postmoderne?
Lyotard definiert Postmoderne als das Ende der „großen Erzählungen“ (wie Fortschritt oder Emanzipation) und den Übergang zu einer Vielzahl kleinerer Sprachspiele.
Was ist die „Krise der Erzählungen“?
Es beschreibt den Verlust der Glaubwürdigkeit metaphysischer Erklärungsmodelle, die früher Wissen und gesellschaftliches Handeln legitimiert haben.
Warum braucht postmoderne Wissenschaft Paralogie?
Das paralogische Legitimationsmodell setzt auf Dissens und die Erfindung neuer Regeln, statt auf einen erzwungenen Konsens oder universelle Wahrheiten.
Was bedeuten Heterogenität und Inkommensurabilität?
Heterogenität steht für die Vielfalt der Wissensformen; Inkommensurabilität bedeutet, dass verschiedene Sprachspiele nicht nach einem einheitlichen Maßstab verglichen werden können.
Wie unterscheidet sich Wissen von Wissenschaft nach Lyotard?
Wissenschaft ist nur eine Form des Wissens (denotativ), während „Wissen“ im weiteren Sinne auch narrative und soziale Kompetenzen umfasst.
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- Alina Timofte (Author), 2008, "Redigieren der Moderne", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163785