Nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes wurden vermehrt Versuche unternommen, die diffus gewordene Welt geistig neu zu ordnen. Am 11. September 1990 sprach Georg H. W. Bush von einer neuen Weltordnung und Francis Fukuyama vertrat die These, dass sich die Prinzipien von Liberalismus, in Form von Demokratie und Marktwirtschaft, bald auch in der ganzen Welt durchsetzen würden. Einen neuen Anstoß lieferte 1993 Samuel P. Huntingtons Aufsatz in der Zeitschrift Foreign Affairs, mit dem Titel „The Clash of Civilizations?“.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Kulturkreise
- Westen, westlich, Verwestlichung
- Die veränderte Weltpolitische Lage
- Die Bedrohung des westlichen Kulturkreises
- Wirtschaftliche Prosperität aus Asien
- Bedrohung Islam
- Konflikte und Bruchlinienkriege
- Perspektive
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Das Werk zielt darauf ab, die sich verändernde Weltpolitik im Kontext des sogenannten "Kampfes der Kulturen" zu analysieren und zu bewerten. Huntington stellt die These auf, dass kulturelle Unterschiede und Konflikte zwischen Kulturen die dominierenden Faktoren für zukünftige Konflikte sein werden.
- Das Konzept des Kulturkreises
- Die Bedrohung des westlichen Kulturkreises
- Die Rolle des Islams in der Weltpolitik
- Die Bedeutung von wirtschaftlicher Prosperität
- Die Dynamik von Konflikten und Bruchlinienkriegen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Huntington stellt die These vom "Kampf der Kulturen" vor und begründet diese mit dem Wandel der Weltordnung nach dem Ende des Kalten Krieges. Er kritisiert die Sichtweise, dass sich Liberalismus und Marktwirtschaft global durchsetzen würden, und argumentiert, dass kulturelle Konflikte an Bedeutung gewinnen.
- Kulturkreise: Huntington definiert Kulturkreise als die größte Ebene kultureller Zugehörigkeit und erläutert, wie sie sich durch gemeinsame Institutionen, Geschichte, Religion, Sprache und Sitten auszeichnen. Er identifiziert verschiedene Kulturkreise, darunter den westlichen, den islamischen, den hinduistischen und den chinesischen.
- Westen, westlich, Verwestlichung: Huntington analysiert den westlichen Kulturkreis und seine spezifischen Eigenschaften. Er beschreibt die Verwestlichung als ein Prozess der kulturellen Angleichung an westliche Werte und Normen.
- Die veränderte Weltpolitische Lage: Huntington untersucht die Veränderungen in der Weltpolitik nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes und betrachtet insbesondere die wachsende Bedeutung von Kulturen als Konfliktursache.
- Die Bedrohung des westlichen Kulturkreises: Huntington diskutiert die Bedrohung des westlichen Kulturkreises durch den Aufstieg Asiens und die Bedrohung durch den Islam.
- Konflikte und Bruchlinienkriege: Huntington analysiert die Ursachen und Dynamik von Konflikten im 21. Jahrhundert und argumentiert, dass diese häufig auf kulturelle Unterschiede und Konflikte zurückzuführen sind.
Schlüsselwörter
Die Hauptthemen des Werkes sind die These vom "Kampf der Kulturen", die Analyse von Kulturkreisen, die Bedrohung des westlichen Kulturkreises, der Aufstieg Asiens, der Einfluss des Islams, die Dynamik von Konflikten und Bruchlinienkriegen, sowie die Bedeutung kultureller Unterschiede für die Weltpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Kernaussage von Huntingtons „Kampf der Kulturen“?
Huntington argumentiert, dass nach dem Kalten Krieg Konflikte nicht mehr ideologisch oder ökonomisch, sondern primär kulturell begründet sein werden. Die Bruchlinien zwischen den großen Kulturen werden zu den Schlachtfeldern der Zukunft.
Wie definiert Huntington einen „Kulturkreis“?
Ein Kulturkreis ist die höchste Ebene kultureller Identität. Er wird durch gemeinsame Merkmale wie Religion, Geschichte, Sprache und Institutionen definiert.
Welche Bedrohungen sieht Huntington für den Westen?
Er sieht den Westen durch den wirtschaftlichen Aufstieg Asiens und das demografische sowie ideologische Erstarken des Islams herausgefordert.
Was sind „Bruchlinienkriege“?
Dies sind lokale Konflikte zwischen angrenzenden Staaten oder Gruppen, die unterschiedlichen Kulturkreisen angehören. Sie bergen die Gefahr einer Eskalation durch die Einmischung der jeweiligen Kernstaaten der Kulturen.
Kritisiert Huntington die These vom „Ende der Geschichte“?
Ja, er widerspricht Francis Fukuyama. Während Fukuyama den weltweiten Sieg des Liberalismus voraussah, glaubt Huntington, dass kulturelle Unterschiede eine globale Vereinheitlichung verhindern werden.
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- Norman Giolbas (Author), 2010, Der Kampf der Kulturen - Zwischen Wissenschaft und Populismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163273