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Mensch und Maschine - Grenzen der Fusion

Title: Mensch und Maschine - Grenzen der Fusion

Thesis (M.A.) , 2010 , 84 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M. A. Oliver Becker (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Ausgangslage: Mensch und Technik

Ob in Gestalt eines simplen Werkzeugs, eines Geräts oder einer hochentwickelten Maschine, die Verbindung zwischen Mensch und Erzeugnissen seiner Technologie ist ebenso vielgestaltig geworden, wie die Verwiesenheit auf deren Existenz und Benutzung zugenommen hat. Diese Verbindung endet heutzutage aber nicht mehr mit einer bloßen Bedienung technischer Hilfsmittel; denn was in den Laboren rund um den Globus bereits praktiziert wird, ist die nächste Stufe der Verbindung zwischen menschlichem Organismus und Technik: Während zunehmend verbesserte Prothesen den Körper äußerlich vervollständigen, bevölkern Elektronik und Nanotechnologien den hohl gewordenen Körper von innen. Das durch Technologien "ausgeweitete" Individuum hat dem Mensch-Maschine-Hybrid Platz gemacht – der Mensch der Zukunft ist da und findet in der Figur des "Cyborgs" seine emblematische Form.

Zielsetzung der Arbeit:

Der menschliche Organismus wird auf technische Art erweitert, bleibt aber gleichzeitig auch immer als notwendiger Träger dieser Erweiterungen erhalten; er mutiert zum Cyborg, und er unterwirft sich so in seiner neuen Gesamtheit einer Steuerbarkeit, die dem menschlichen Streben nach Selbstoptimierung und -steigerung neue Perspektiven eröffnet.

Die drei ausgewählten Untersuchungsgebiete erlauben hierbei, diesen Hybrid unter verschiedenen Aspekten zu durchleuchten: Außenwirkung, Innenansicht und Ausblick sollen ein differenziertes Bild des "neuen Menschen" möglich machen, der mit seinen Implikationen weit über den traditionellen Mensch-Maschine-Komplex hinausweist.
Es soll hier gezeigt werden, wo sich die Grenzen zwischen dem Menschen und den artifiziellen Erweiterungen befinden, wo sie durchlässig werden oder sogar schon undeutlich geworden sind. Diese Grenzen sind aber nicht nur zu lokalisieren, sondern auch auf Begründungsmöglichkeiten und ihre grundsätzliche Sinnhaftigkeit zu untersuchen. Letztendlich schwebt als übergeordnete Frage im Raum, was diese Grenzziehung bzw. -verschiebung für das Selbstverständnis und das Selbstverhältnis des Menschen bedeutet, wenn er erstmalig die Möglichkeit besitzt, sich über Unzulänglichkeiten des eigenen Körpers hinwegzusetzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Ausgangslage: Mensch und Technik

1.2. Zielsetzung der Arbeit

1.3. Aufbau der Arbeit

2. Definition des "Cyborg"

2.1. Etymologie des "Cyborg"-Begriffs

2.2. Gradationen des Cyborgs

2.3. Abgrenzung des Cyborgs

3. Der Cyborg im Sport

3.1. Sport und Gesellschaft - Vorbetrachtungen

3.2. Die Entwicklungen im Leistungssport

3.2.1. Die genetische Disposition prädestiniert das sportliche Ergebnis

3.2.2. Der moderne Athlet als Teil einer "Maschinerie"

3.2.3. Marginale Leistungssteigerungen

3.3. Doping im Sport

3.3.1. Sonderfall Usain Bolt

3.3.2. Doping als Normalfall

3.3.3. Neueste Entwicklung: Gendoping

3.4. Der Cyborg im Sport

3.4.1. Sonderfall Oskar Pistorius

3.5. Die Fusion von Organischem mit Mechanischem – Formen

3.5.1. Umwandlung von Maschine zu Mensch

3.5.2. Umwandlung von Mensch zu Maschine

3.6. Die Fusion von Organischem mit Mechanischem – Grenzen

3.6.1. Gunter Gebauer: Das Problem der Störung

3.6.2. Grenzen der Verschmelzung

3.6.3. Der Mensch ist nur begrenzt technisierbar

3.6.4. Wie sind die Grenzen der Steigerung zu begründen?

3.6.5. Verantwortlichkeit der Steigerungen

3.6.6. "Überbietung" statt "Überschreitung" als konstitutives Prinzip des Leistungssports

3.7. Teilergebnis "Der Cyborg im Sport" I

3.8. Teilergebnis "Der Cyborg im Sport" II

4. Maurice Merleau-Pontys Konzeption des "Fleisches"

4.1. Vorbetrachtung zur Philosophie Merleau-Pontys

4.2. Wissenschaftskritik und eigene Methodik

4.3. Der Leib

4.4. Das "Fleisch"

4.5. Merleau-Ponty und die Grenze von Mensch & Maschine

4.6. Teilergebnis Merleau-Ponty

5. Donna Haraways Cyborg – (Lustvolles) Verwischen der Grenzen

5.1. Kapitelübersicht

5.2. (Situierter) Wissensbegriff

5.3. Neudefinition des Körpers

5.4. Neudefinition von Natur

5.5. Die Informatik der Herrschaft

5.6. Cyborgisierung

5.7. Haraways Cyborg-Begriff

5.8. Cyborg-Politik

5.9. Teilergebnis Donna Haraway

6. Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Fusion von Mensch und Maschine aus einer explizit philosophischen Perspektive. Ziel ist es, die Grenzen dieser Verschmelzung zu definieren und zu analysieren, wie die Integration technischer Erweiterungen das Selbstverständnis und den Körper des Menschen verändert, wobei der Sport als gesellschaftliches Spiegelbild und der menschliche Leib als phänomenologische Grundlage dienen.

  • Phänomenologische Analyse der Mensch-Maschine-Fusion
  • Leistungssport als Arena für technologische Grenzüberschreitungen
  • Kritik an der technokratischen Optimierung des Körpers
  • Philosophische Konzepte von Leib, Fleisch und dem Cyborg bei Merleau-Ponty und Haraway

Auszug aus dem Buch

1.1. Ausgangslage: Mensch und Technik

Die Beziehung zwischen Mensch und Technik nimmt immer neue Formen an – und wird dabei zunehmend inniger. Der moderne Mensch stellt ein Wesen dar, welches in einer bisweilen schon als symbiotisch zu bezeichnenden Verbindung mit der ihn umgebenden Technik lebt – schon lange ist er Teil eines mannigfaltigen und überbordenden Mensch-Maschine-Komplexes.

Für eine Untersuchung, die neue Erkenntnisse bieten soll, kann es nicht genügen, allein die allgemeine Verbindung des Menschen mit der Technik zu betrachten; denn folgt man der Philosophischen Anthropologie, ist der Mensch durch sein Dasein als "Mängelwesen" bereits konstitutionell auf Technik als einen lebenswichtigen, da kulturschaffenden Faktor ebenso angewiesen, wie er durch seine "Weltoffenheit" zu einer schnellen Adaptionsleistung des Gebrauchs der Erzeugnisse seiner Technologie imstande ist.

Ob in Gestalt eines simplen Werkzeugs, eines Geräts oder einer hochentwickelten Maschine, die Verbindung zwischen Mensch und Erzeugnissen seiner Technologie ist ebenso vielgestaltig geworden, wie die Verwiesenheit auf deren Existenz und Benutzung zugenommen hat. Diese Verbindung endet heutzutage aber nicht mehr mit einer bloßen Bedienung technischer Hilfsmittel; denn was in den Laboren rund um den Globus bereits praktiziert wird, ist die nächste Stufe der Verbindung zwischen menschlichem Organismus und Technik: Während zunehmend verbesserte Prothesen den Körper äußerlich vervollständigen, bevölkern Elektronik und Nanotechnologien den hohl gewordenen Körper von innen. Das durch Technologien "ausgeweitete" Individuum hat dem Mensch-Maschine-Hybrid Platz gemacht – der Mensch der Zukunft ist da und findet in der Figur des "Cyborgs" seine emblematische Form.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Mensch-Maschine-Verbindung, Darlegung der Zielsetzung und Überblick über den Aufbau der Arbeit.

2. Definition des "Cyborg": Untersuchung der Etymologie des Begriffs, Vorstellung der verschiedenen Abstufungen von einfachen bis zu genetischen Erweiterungen und Abgrenzung gegenüber anderen Konzepten wie Robotern.

3. Der Cyborg im Sport: Analyse der technischen und chemischen Modifikationen im Leistungssport, diskutiert anhand von Doping, Gendoping und dem Fallbeispiel Oskar Pistorius.

4. Maurice Merleau-Pontys Konzeption des "Fleisches": Philosophische Untersuchung des Innenaspekts der Verbindung von Mensch und Technik durch die Begriffe Leib und Fleisch als Gegenentwurf zur technischen Instrumentalisierung.

5. Donna Haraways Cyborg – (Lustvolles) Verwischen der Grenzen: Beleuchtung der Cyborg-Figur bei Donna Haraway, die als politisches Instrument zur Dekonstruktion von Dualismen und Herrschaftsstrukturen dient.

6. Ergebnis: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf die gesellschaftlichen Auswirkungen der technologischen Selbstoptimierung.

Schlüsselwörter

Cyborg, Mensch-Maschine-Fusion, Leistungssport, Doping, Gendoping, Merleau-Ponty, Donna Haraway, Phänomenologie, Leib, Fleisch, Posthumanismus, Selbstoptimierung, Techniksoziologie, Kybernetik, Transhumanismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die zunehmende Verschmelzung von menschlichem Organismus und Technik, insbesondere im Kontext von Selbstoptimierung und der Figur des Cyborgs.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind der moderne Leistungssport als Experimentierfeld der Technisierung sowie philosophische Ansätze zur Definition des menschlichen Leibes und die politische Dimension des Cyborgs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine philosophische Durchleuchtung der Grenzen der Fusion von Mensch und Maschine und die Reflexion über die Bedeutung dieser Entwicklung für das menschliche Selbstverständnis.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt einen philosophischen und phänomenologischen Ansatz, ergänzt durch wissenschaftskritische Analysen und den Vergleich mit soziologischen Theorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Cyborgs im Sport (Außenansicht) sowie in die philosophische Auseinandersetzung mit Merleau-Ponty (Innenansicht) und Donna Haraway (politischer Diskurs).

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Leib, Fleisch, Informatik der Herrschaft, Selbstbewegung, technologische Evolution und kybernetisches System.

Inwiefern spielt der Leistungssport eine besondere Rolle?

Der Leistungssport dient als Ort der empirischen Sichtbarkeit, an dem die Transformation des Athleten zur "Maschine" durch Doping und Prothetik besonders deutlich voranschreitet.

Wie unterscheidet sich der Ansatz von Haraway von dem von Merleau-Ponty?

Während Merleau-Ponty den natürlichen, fühlenden Leib als unhintergehbare Basis des Menschseins betont, sieht Haraway im Cyborg eine Chance zur aktiven Neukonstruktion und politischen Befreiung von festen Identitätskategorien.

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Details

Title
Mensch und Maschine - Grenzen der Fusion
College
Free University of Berlin  (Institut für Philosophie)
Grade
1,7
Author
M. A. Oliver Becker (Author)
Publication Year
2010
Pages
84
Catalog Number
V162879
ISBN (eBook)
9783640775484
ISBN (Book)
9783640775330
Language
German
Tags
Android Blade Runner chair Chiasma Cochlea-Implantat corps Cyborg Cyborg-Figur Cyborgisierung Cyborg-Konzept DNS Entlastungsfunktion Erweiterung Exoskelett Extropianer Feminismus Fleisch Fusion Gehirn Gendoping Gentechnologie Gert-Peter Brüggemann Geschlechterkonzeption Grenzgeschöpf Gunter Gebauer Herrschaftsmechanismen Herzschrittmacher Hirndoping Usain Bolt Transhumanismus Terminator Technodoping Situiertes Wissen Automatenmensch Chimäre Cyborg-Politik Donna Haraway Doping Hirnimplantat Sport Human Genome Project Informatik der Herrschaft Künstliche Intelligenz Leib Manfred Clynes Maurice Merleau-Ponty Nathan Kline Norbert Wiener Neuro-Enhancement Neuroprothetik Olympische Spiele Oskar Pistorius Robocop Posthumanismus Singularität Prothese Mensch-Maschine-Komplex Homöostase Manifest Roboter Kybernetik Olympia Netzwerkkörper Implantat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. A. Oliver Becker (Author), 2010, Mensch und Maschine - Grenzen der Fusion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162879
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