Die Hausarbeit behandelt Organisationsstruktur, Rollenverteilung und Machtgefüge innerhalb der bürgerlichen Familie um 1900 und eruiert mögliche Ursachen für die Subordination der weiblichen Familienmitglieder.
Inhaltsverzeichnis
1. Rollenverteilung und Machtgefüge der bürgerlichen Familie im Wilhelminischen Kaiserreich
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Machtgefüge und die Rollenverteilung innerhalb der bürgerlichen Familie im Wilhelminischen Kaiserreich, wobei sie die Familie als Spiegelbild der damaligen gesellschaftlichen Strukturen und als Ort patriarchaler Autorität analysiert.
- Die bürgerliche Familie als Abbild gesellschaftlicher Normen und Leitbilder
- Die Emotionalisierung und Privatisierung des Familienlebens im 19. Jahrhundert
- Das patriarchale Organisationsprinzip und die väterliche Verfügungsgewalt
- Die systematische Ausgrenzung von Frauen und Töchtern aus Bildung und Erwerbsleben
- Die Rolle der „väterlichen Gewalt“ und die Erziehung zur Unterordnung
Auszug aus dem Buch
Rollenverteilung und Machtgefüge der bürgerlichen Familie im Wilhelminischen Kaiserreich
Eine Beschäftigung mit dem System der Wilhelminischen Gesellschaft impliziert automatisch auch eine Untersuchung des Systems der bürgerlichen Familie, denn jene galt und gilt als kleines Abbild der Gesellschaft. Als Teil des gesellschaftlichen Zusammenhangs war und ist sie abhängig von den die gesamte Gesellschaft prägenden Zwängen und Strukturprinzipien. Diese wirkten im 19. Jahrhundert nicht direkt, sondern mittelbar als gesellschaftliche Normen und Leitbilder in die Familie hinein.
Die als Produktionsstätte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wirtschaftlich an Bedeutung verlierende Familie, wurde zunehmend emotionalisiert, es konstituierte sich ein verstärktes Interesse am innerfamiliären und privat- menschlichen Bereich, welches wiederum ihre ideelle und moralische Bedeutung steigen ließ. Der (männliche) Bürger betrachtete sie als Erholungs- und Freizeitraum, als Gegenpol zum täglichen Arbeits- und Existenzkampf.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Rollenverteilung und Machtgefüge der bürgerlichen Familie im Wilhelminischen Kaiserreich: Dieses einleitende Kapitel analysiert die bürgerliche Familie als patriarchales System, das durch strikte Rollenzuschreibungen, väterliche Autorität und die Ausgrenzung weiblicher Mitglieder aus der gesellschaftlichen Teilhabe geprägt war.
Schlüsselwörter
Wilhelminisches Kaiserreich, bürgerliche Familie, Patriarchat, väterliche Gewalt, Geschlechterrollen, häusliche Sphäre, Unterordnung, Sozialgeschichte, Emanzipation, Bildung, Erziehung, Industrialisierung, Privatsphäre, Moralvorstellungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der inneren Struktur und dem Machtgefüge der bürgerlichen Familie im Wilhelminischen Kaiserreich als Spiegelbild der gesellschaftlichen Verhältnisse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die patriarchale Autorität des Familienoberhaupts, die Zuweisung von Geschlechterrollen sowie die systematische Erziehung zur Unterordnung von Frauen und Kindern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Normen des 19. Jahrhunderts in das private Familienleben hineinwirkten und dort Machtstrukturen sowie Bildungschancen maßgeblich beeinflussten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine kulturgeschichtliche Analyse, die zeitgenössische Literatur, historische Rechtsgrundlagen und pädagogische Diskurse des 19. Jahrhunderts kritisch auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die rechtliche und soziale Stellung des Vaters, die künstliche Verlängerung der Unmündigkeit von Kindern und die Begründung der passiven Rolle der Frau durch zeitgenössische wissenschaftliche Traktate.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Patriarchat, väterliche Gewalt, Geschlechterrollen, bürgerliche Moral und die Unterordnung der Frau.
Welche Rolle spielte das "Lied von der Glocke" für die Argumentation?
Das Zitat aus Schillers Werk dient als Beleg für die bereits 1799 programmatisch formulierte patriarchale Rollenverteilung, die den Mann als aktives Familienoberhaupt und die Frau als passive Hüterin des Hauses definierte.
Warum war die Bildung von Mädchen laut damaligen Medizinern problematisch?
Wissenschaftler wie Paul Julius Moebius argumentierten, dass Bildung Mädchen „nervös und schwächlich“ mache und ihre Bestimmung zur Ehe und Mutterschaft gefährde.
Wie korrelierte der Verlust väterlicher Führung mit dem Selbstbild des Vaters?
Die Arbeit stellt fest, dass der Verlust der väterlichen Machtposition oft mit Gefühlen der Wertlosigkeit einherging, was auf die Starrheit des familiären Systems hindeutet.
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- Elena Tresnak (Author), 2009, Rollenverteilung und Machtgefüge in der bürgerlichen Familie um 1900, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162524