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Erklärungsansätze zur Paradoxie des Wählens in der Ökonomischen Demokratietheorie

Title: Erklärungsansätze zur Paradoxie des Wählens in der Ökonomischen Demokratietheorie

Term Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Matthias Billen (Author)

Politics - Miscellaneous
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Theorien des rationalen Handelns stellen einen Kernbestandteil der Sozialwissenschaften der Neuzeit dar. Der vermutlich wichtigste Aspekt dieser Theorien, der „homo oecono-micus“, welcher rational handelt und seinen Nutzen maximieren resp. seine Kosten reduzieren will, repräsentiert im Gegenzug aber auch einen der umstrittensten Bestandteile dieser Theorie. Es wird häufig infrage gestellt, ob das „rationale Handeln“ ein realistisches Analyseinstrumentarium darstellt, da die zentrale Aussage davon ausgeht, dass der Mensch egoistisch und vernunftmäßig handelt und grundsätzlich im Sinne seines eigenen Vorteils agiert.
Gerade für die politikwissenschaftliche Demokratietheorie, die dieses ökonomische Prinzip aufgreift, stellt diese Auseinandersetzung ein zentrales Problem dar. Joseph Schumpeter und Anthony Downs stellen die wichtigsten Vertreter dieser Ökonomischen Demokra-tietheorie dar, daher wird im politikwissenschaftlichen Kontext in der Regel auch auf die Arbeiten dieser zwei Protagonisten zurückgegriffen.
Es wurde und wird nach wie vor die Frage aufgeworfen, was den Wähler letztlich dazu antreibt, überhaupt zur Wahl zu gehen, von seinem Stimmrecht Gebrauch zu machen und einer bestimmten Partei seine Stimme zu geben, obwohl dies vermeintlich hohe Kosten für den Bürger bedeutet und sein Einfluss als einzelner Wähler verschwindend gering ist.
In dieser Arbeit soll nun die Frage geklärt werden, inwiefern Downs selbst auf dieses Problem eine Antwort findet bzw. inwieweit die Sekundärliteratur einen Erklärungsansatz für das vermeintlich irrationale Verhalten, trotz Kostenaufwand zur Wahl zu gehen, bieten kann und ob diese Erklärungsansätze sinnvolle und adäquate Argumentationen für die Deutung des Phänomens anbieten können.
Im Folgenden sollen daher die Grundlagen des Rational-Choice-Ansatzes, die Ökonomische Theorie der Demokratie im Sinne Schumpeters sowie Downs´ vorgestellt werden. Des Weiteren werden die positiven wie negativen Kritiken an diesen Ansätzen dargelegt und die Erklärungsansätze zum Urnengang des Bürgers bei Downs und weite-ren Politikwissenschaftlern sollen zur Verfeinerung der Analyse und Beantwortung der obigen Fragestellung herangezogen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Grundlagen der Ökonomischen Demokratietheorie

1.1 Grundzüge der Rational-Choice-Theorie

1.2 Joseph Schumpeter als Vorreiter der ökonomischen Theorie

1.3 Downs´ stringentere Definition der Theorie

2. Allgemeine Kritik an der Ökonomischen Demokratietheorie

2.1 Würdigung des Rational-Choice-Ansatzes in der Politikwissenschaft

2.2 Negative Kritik

2.2.1 Zur Annahme der Rationalität

2.2.2 Zum Aufbau der Theorie

2.2.3 Institutionelle Kritik

2.2.4 Normative Kritik

3. „Paradoxie des Wählens“

3.1 Downs´ Demokratieobulus

3.2 Der expressive Nutzen

3.3 Minimax Regret

3.4 Spieltheoretischer Erklärungsansatz

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der Ökonomischen Demokratietheorie – insbesondere basierend auf den Ansätzen von Joseph Schumpeter und Anthony Downs – auf das Wahlverhalten von Bürgern. Im Fokus steht die Forschungsfrage, ob die „Paradoxie des Wählens“ innerhalb eines rationalen Kosten-Nutzen-Kalküls schlüssig erklärt werden kann oder ob dieses Modell an seine theoretischen Grenzen stößt.

  • Grundannahmen der Rational-Choice-Theorie im politischen Kontext.
  • Kritische Analyse der ökonomischen Demokratiekonzeptionen.
  • Die „Paradoxie des Wählens“: Rationalität vs. Wahlbeteiligung.
  • Erklärungsansätze für Wahlverhalten (Demokratieobulus, Expressiver Nutzen, Minimax Regret).
  • Die Rolle normativer Aspekte in der modernen Demokratietheorie.

Auszug aus dem Buch

3. „Paradoxie des Wählens“

Bei der Betrachtung der Theoriekonzeption wirft sich eine entscheidende Frage auf: Warum geht der Wähler als Teil einer großen Wählerschaft – in den meisten Demokratien stellt er lediglich ein einziges Individuum unter Millionen von anderen Menschen dar – überhaupt zur Wahl, da doch sein Einfluss durch eine Stimme unter vielen anderen relativ gering ist und er hierzu noch weitere Kosten auf sich nehmen muss, nämlich den Weg zur Wahlurne und die dadurch verlorene Lebenszeit, welche er anders nützen könnte, die Gefahren, welche ihm z.B. auf der Straße drohen, die Kosten der Information, um eine sinnvolle Wahlentscheidung zu treffen? In Anbetracht der Tatsache, dass dennoch viele Menschen zur Wahl gehen und von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen, d.h. die Kosten der Wahlkampfinformation und des Weges zum Wahllokal in Kauf nehmen, spricht man in der Politikwissenschaft von der „Paradoxie des Wählens“.

Um diese Paradoxie zu verstehen, wird häufig eine mathematische Formel verwendet, welche die unterschiedlichen Nutzenwerte und Kosten einbezieht und veranschaulicht, warum es aus ökonomischer Sicht als irrational erscheint, den Weg zur Wahl mit seinen hohen Kosten in Kauf zu nehmen: U (W) = P x B – C. Der Gesamtnutzen U (W) ist also der entscheidende Aspekt bei der Wahl, welcher betrachtet werden muss, um eine Entscheidung zu treffen, ob der Weg zur Stimmabgabe angetreten wird. Die Wahrscheinlichkeit P, dass die eigene Stimme zum entscheidenden Wahlfaktor bei der Wahl wird, nähert sich in der Regel jedoch Null an, da die einzelne Stimme lediglich eine marginale Bedeutung innerhalb der gesamten wahlberechtigten Bevölkerung hat. Der Nutzen B ergibt sich aus der jeweiligen Politik der favorisierten Partei, falls diese die Mehrheit erhält. P und B werden beide multipliziert, so marginalisiert sich ebenso die Bedeutung von B, daher stellt die wichtigste Variable in dieser Formel C dar. Sind die Kosten zu hoch, würde der Bürger nicht wählen und es wäre irrational, diese Belastungen auf sich zu nehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundlagen der Ökonomischen Demokratietheorie: Dieses Kapitel führt in die zentralen Annahmen des Rational-Choice-Ansatzes ein und erläutert die Demokratieverständnisse von Joseph Schumpeter und Anthony Downs.

2. Allgemeine Kritik an der Ökonomischen Demokratietheorie: Hier werden sowohl die methodischen als auch die normativen Schwachstellen des ökonomischen Ansatzes diskutiert und der Rational-Choice-Ansatz innerhalb der Politikwissenschaft gewürdigt.

3. „Paradoxie des Wählens“: Dieses Kapitel analysiert das Phänomen, warum Bürger trotz geringen individuellen Einflusses und hoher Kosten an Wahlen teilnehmen, und stellt verschiedene theoretische Lösungsansätze vor.

Schlüsselwörter

Rational-Choice, Ökonomische Demokratietheorie, Homo Oeconomicus, Anthony Downs, Joseph Schumpeter, Paradoxie des Wählens, Wahlverhalten, Kosten-Nutzen-Analyse, Demokratieobulus, Expressiver Nutzen, Minimax Regret, Spieltheorie, Politische Partizipation, Politische Elite, Rationalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung ökonomischer Logik auf politisches Handeln, insbesondere mit dem Ziel zu prüfen, ob die Demokratie und das Wahlverhalten der Bürger rein als Nutzenmaximierung verstanden werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Rational-Choice-Theorie, der Kritik an dieser ökonomischen Sichtweise auf die Politik sowie den Erklärungsmodellen für die Wahlbeteiligung trotz hoher individueller Kosten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob die ökonomische Theorie eine adäquate Antwort auf das vermeintlich irrationale Verhalten von Wählern bietet, die trotz verschwindend geringen Einflusses Zeit und Aufwand in den Wahlvorgang investieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die zentrale Demokratietheorien vergleicht, deren Kritikpunkte aufarbeitet und die mathematischen Modelle zur Erklärung des Wahlverhaltens auf ihre Plausibilität hin untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen nach Downs und Schumpeter, eine umfassende kritische Auseinandersetzung mit diesen Modellen und eine detaillierte Erläuterung der „Paradoxie des Wählens“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören „Rational-Choice“, „Ökonomische Demokratietheorie“, „Paradoxie des Wählens“, „Kosten-Nutzen-Analyse“ und „Homo Oeconomicus“.

Wie unterscheidet sich der „expressive Nutzen“ vom „instrumentellen Nutzen“?

Während der instrumentelle Nutzen auf das Wahlergebnis und den Einfluss des Wählers abzielt, beschreibt der expressive Nutzen die Befriedigung, die der Wähler aus dem Akt des Wählens selbst zieht, etwa durch die Erfüllung einer demokratischen Pflicht.

Was besagt der Minimax-Regret-Ansatz?

Dieser Ansatz argumentiert, dass ein Wähler zur Wahl geht, um das worst-case-Szenario zu vermeiden: das Bedauern darüber, dass seine bevorzugte Partei nur aufgrund seiner eigenen Nicht-Teilnahme die Wahl verloren hat.

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Details

Title
Erklärungsansätze zur Paradoxie des Wählens in der Ökonomischen Demokratietheorie
College
University of Trier
Grade
2,7
Author
Matthias Billen (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V162173
ISBN (eBook)
9783640757619
ISBN (Book)
9783640757954
Language
German
Tags
Erklärungsansätze Paradoxie Wählens Demokratietheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Billen (Author), 2006, Erklärungsansätze zur Paradoxie des Wählens in der Ökonomischen Demokratietheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162173
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