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Wandel der Sexualität

Unter besonderer Berücksichtigung des Mittelalters

Titel: Wandel der Sexualität

Hausarbeit , 2006 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Markus Bensch (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Sexualität beschäftigt den Menschen seit seiner Existenz, denn sie gehört zu einem seiner grundlegendsten Wesensmerkmale. In jedem von uns werden im Zusammenhang mit Sexualität persönliche Gefühle und Gedanken wach gerufen. Auch ich habe mich des Themas angenommen und werde mich in der vorliegenden Hausarbeit auf das Mittelalter konzentrieren.
Zunächst werde ich mich aber mit grundlegenden Begriffen auseinander setzen. Dabei scheinen mir Ehe und Sexualität besonders wichtig zu sein. Die Definitionen beziehen sich dabei hauptsächlich auf unser heutiges Verständnis der beiden Begriffe.
Im Hauptteil widme ich mich dem Wandel der Sexualität. Zu Beginn des Hauptteils möchte ich zuerst meine Problemstellung erläutern, damit die weiteren Ausführungen in diesem Lichte erfolgen können. Die mittelalterliche Weltanschauung und das Eheverständnis im Mittelalter und der Frühen Neuzeit sind meines Erachtens wichtige Grundlagen für das richtige Verständnis der gelehrten und gelebten Sexualität im Mittelalter.
In den Ausführungen zur christlichen Sexualmoral und dem realen Sexualverhalten im Mittelalter möchte ich u.a. einzelne Vorschriften herausgreifen und genauer beleuchten. Im Anschluss daran wird sogleich eine Gegenüberstellung des realen Verhaltens erfolgen. Ebenfalls werde ich versuchen die Bedeutung und die Gründe für die damals geltende Sexualmoral zu erläutern. Ich verspreche mir davon eine bessere Nachvollziehbarkeit von Gegensätzen und Übereinstimmungen zwischen der geltenden Moral und dem realen Verhalten. Auch wissenschaftliche Kontroversen sollen Beachtung finden.
Am Ende des dritten Kapitels werde ich dann noch einen kurzen Überblick über die Entwicklung der Sexualität vom 18. Jahrhundert bis heute geben. Ein kurzer Ausblick auf die möglichen Herausforderungen der Zukunft soll die Arbeit abrunden.
Die folgenden Ausführungen können als grundlegend gelten und beleuchten Teilaspekte des Wandels der Sexualität. Sie wollen den Leser zum Einholen von tiefergehenderen Informationen (Literaturverzeichnis) aber auch zum selbstständigem Weiterdenken anregen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. GRUNDBEGRIFFE

2.1. Ehe – Versuch einer Begriffsbestimmung

2.2. Sexualität

3. WANDEL DER SEXUALITÄT

3.1. Entwicklung der Sexualität vom Mittelalter bis zur Industrialisierung

3.1.1. Weltanschauung im Mittelalter

3.1.2. Eheverständnis und Partnerwahl im Mittelalter und der Frühen Neuzeit

3.1.3. Kirchliche Sexualmoral und reales Sexualverhalten im Mittelalter

3.2. Sexualität im 18./19. Jahrhundert bis heute

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel der Sexualität und der Ehekonzepte, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Mittelalter liegt. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen kirchlich normierter Sexualmoral und dem tatsächlich gelebten Verhalten aufzuzeigen und die Transformation dieser Konzepte bis in die moderne Zeit nachzuvollziehen.

  • Historische Entwicklung der Ehebegriffe und Partnerwahl.
  • Mittelalterliche Weltanschauung und ihr Einfluss auf die Sexualmoral.
  • Vergleich zwischen kirchlicher Normierung und realem Sexualverhalten.
  • Wandel der Sexualität ab der Industrialisierung bis heute.
  • Einfluss von Säkularisierung und veränderten Gesellschaftsstrukturen auf das Intimleben.

Auszug aus dem Buch

3.1.3. Kirchliche Sexualmoral und reales Sexualverhalten im Mittelalter

Jean-Louis Flandrin (1984) geht in seinen Ausführungen zur Sexualmoral von den kirchlichen Dokumenten wie den Abhandlungen zur Moraltheologie, den Sammlungen von Gewissensfällen, den Beichtbüchern usw. aus. Grundlegend stellt der Autor fest, dass im Mittelpunkt der christlichen Moral ein tiefes Misstrauen gegenüber allen sinnlichen Freuden steht (vgl. Aries / Bejin / Flandrin / Foucault u.a. 1984, S. 147). Cho (1983) merkt ebenfalls an, dass dem christlichem Ideal die „Verachtung alles Geschlechtlichen“, bis hin zur „Verachtung des irdischen Lebens schlechthin“ zugrunde liegt (Cho 1983, S. 11). Die geschlechtliche Vereinigung war nur in der Ehe erlaubt und diente der Zeugung von Kindern und keinesfalls dem sexuellen Vergnügen. Aus welchen Gründen ist nun aber jede sexuelle Betätigung außerhalb der Ehe verboten? Die christlichen Morallehrer erklären, dass sich die Familie am besten für die Kindererziehung eignet und legitime Nachkommen, d.h. Kinder die das Erbe der Eltern antreten können, nur aus einer Ehe hervorgehen. Somit dient jeder sexuelle Kontakt außerhalb der Ehe einem anderen Zweck als der Fortpflanzung und ist eine Sünde (vgl. Aries et al. 1984, S. 147). Aber auch in der Ehe war die geschlechtliche Vereinigung aus zwei Gründen legitim. Wie schon genannt, um Kinder zu zeugen oder um „die gegenüber dem Gatten im Ehevertrag eingegangenen Pflichten zu erfüllen“ (Aries et al. 1984, S. 148). Seit dem 13. Jahrhundert wurde von den Theologen ein dritter Grund hinzugefügt, nämlich „die Absicht, gegen ein sündiges Verlangen anzugehen“ (Aries et al. 1984, S. 148). Als Begründung wurde die Aussage des Apostels Paulus in seinem Brief an die Korinther herangezogen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt die Relevanz des Themas Sexualität als menschliches Grundmerkmal und führt in die spezifische Untersuchung des Wandels vom Mittelalter bis zur Moderne ein.

2. GRUNDBEGRIFFE: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Basis durch die Definition der Begriffe Ehe und Sexualität, wobei der Fokus auf soziokulturellem Wandel liegt.

3. WANDEL DER SEXUALITÄT: Das Hauptkapitel analysiert die historischen Entwicklungen der Sexualmoral, beginnend bei der mittelalterlichen Weltanschauung bis hin zu den gesellschaftlichen Veränderungen nach der Industrialisierung.

Schlüsselwörter

Sexualität, Mittelalter, Eheverständnis, Sexualmoral, Kirche, Industrialisierung, Partnerwahl, Fortpflanzung, christliche Moral, Säkularisierung, Triebunterdrückung, Familiensoziologie, Intimität, Geschlechtsrolle, Soziokultureller Wandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen und historischen Analyse des Wandels von Sexualität und Ehe, mit einem Fokus auf dem Mittelalter.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die mittelalterliche Sexualmoral, die christliche Eheauffassung und deren Wandlungsprozesse durch die Industrialisierung.

Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?

Ziel ist es, das Verhältnis zwischen kirchlichen Normen und dem realen, gelebten Sexualverhalten sowie deren gegenseitige Beeinflussung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die auf soziologischen und historisch-kulturwissenschaftlichen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung mittelalterlicher Strukturen sowie einen Überblick über die Entwicklung ab dem 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sexualmoral, Eheverständnis, Mittelalter, Industrialisierung und Säkularisierung.

Wie wurde die Ehe im Mittelalter definiert?

Die Ehe im Mittelalter war primär ein wirtschaftlich motivierter Vertrag zwischen zwei Familien, nicht eine Liebesbeziehung im heutigen Sinne.

Warum stand die Kirche dem sexuellen Vergnügen so ablehnend gegenüber?

Die Kirche betrachtete sinnliche Freuden als Gefahr für das Seelenheil und sah die Ehe ausschließlich als Instrument zur legitimen Fortpflanzung.

Welche Rolle spielte die Industrialisierung für die Sexualität?

Durch die Trennung von Arbeitsplatz und Wohnraum kam es zu einer Privatisierung der Familie und einer zunehmenden Bedeutung emotionaler Bindungen innerhalb der Ehe.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wandel der Sexualität
Untertitel
Unter besonderer Berücksichtigung des Mittelalters
Hochschule
Universität Augsburg  (Professur für Soziologie mit Berücksichtigung der Sozialkunde)
Veranstaltung
Zur Institutionalisierung von Liebe und Intimität – Paarbeziehungen in der Moderne
Note
1,7
Autor
Markus Bensch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V161905
ISBN (eBook)
9783640754304
ISBN (Buch)
9783640754618
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ehe Sexualität Mittelalter Industrialisierung Partnerwahl kirchliche Sexualmoral Wandel der Sexualität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Bensch (Autor:in), 2006, Wandel der Sexualität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161905
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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