In den folgenden Ausführungen wird sich zur Diskussion der Transaktionskostentheorie und seiner Einflüsse auf das Management interorganisationaler Beziehungen im Wesentlichen auf die Argumentationen und die Kernaussagen von Williamson (1981), "The Economics of Organization: The Transaction Cost Approach" und Menard (2004), "The Economics of Hybrid Organizations" gestützt.
Williamson bezieht sich auf eine bipolare Sichtweise des Transaktionskostenansatzes(TAKA) im Sinne von Make-or-Buy- Entscheidungen. Er bezieht sich also auf die organisationale Gestaltung einer Unternehmung und fragt nach der effizientesten Gestaltung von Transaktionen unter cetris paribus Bedingungen: Welche Aktivitäten sollten in der Firma und welche außerhalb stattfinden? In einem zweiten Schritt wird das Humankapital aus Sicht der Transaktionskostentheorie analysiert: Welche internen organisationalen Strukturen sind bei welcher Form von Arbeitskraft angebracht bzw. am effizientesten?
Inhaltsverzeichnis
- Theorie-Essay zum Thema: Kernthesen des Transaktionskostenansatz und seine Implikationen für das Management interorganisationaler Beziehungen
- Transaktionskostentheorie und Make-or-Buy-Entscheidungen
- Humankapital aus Sicht der Transaktionskostentheorie
- Spezifität und Opportunismus als Quelle hoher Transaktionskosten
- Vertikale Integration und die Rolle der Hierarchie
- Effizienzgrenze der Unternehmung
- Effiziente Gestaltung von Organisationsstrukturen
- Begrenzte Rationalität und Opportunismus als Grundannahmen
- Verträge als Mittel der Transaktionsregelung
- Transaktionskostenprobleme und die Rolle von Unsicherheit und Spezifität
- Hybridformen der Marktorganisation
- Franchising und andere Hybridformen
- Regularitäten der Hybridformen
- Wettbewerb und Kooperation in Hybridformen
- Gegenseitige Abhängigkeit und Kontrollmechanismen in Hybriden
- Quintessenz und Bedeutung des Transaktionskostenansatzes
- Effiziente Gestaltung von Steuerungsmechanismen
- Transaktionskosten als Determinante der Organisationsform
- Beispielhafte Anwendung auf Lieferantenbeziehungen
- Anwendung auf ein Joint Venture
- Kritik am Transaktionskostenansatz
- Statik und Vernachlässigung dynamischer Effekte
- Kritik an Make-or-Buy-Entscheidungen
- Anfechtung der eindeutigen Wirkung von Spezifität
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Essay analysiert die Kernthesen des Transaktionskostenansatzes (TAKA) und seine Implikationen für das Management interorganisationaler Beziehungen. Er fokussiert sich dabei auf die Argumente und Kernaussagen von Williamson und Menard, die die bipolare Sichtweise des TAKA im Sinne von Make-or-Buy-Entscheidungen sowie die Hybridformen der Marktorganisation beleuchten.
- Transaktionskosten und ihre Auswirkungen auf die Organisationsstruktur
- Begrenzte Rationalität und opportunistisches Verhalten von Akteuren
- Spezifität und Unsicherheit als Treiber von Transaktionskosten
- Effizienz von verschiedenen Koordinationsstrukturen für Transaktionen
- Hybridformen als alternative Organisationsmodelle für interorganisationalen Beziehungen
Zusammenfassung der Kapitel
Der Essay beginnt mit einer Einführung in die Transaktionskostentheorie und den zentralen Aspekt von Make-or-Buy-Entscheidungen. Im Fokus steht dabei das Konzept der Spezifität, welche als Hauptdeterminante für die Höhe von Transaktionskosten betrachtet wird. Der Essay beleuchtet die Rolle der Vertikalen Integration und die Bedeutung von Kontrollmechanismen in der Hierarchie. Im Weiteren werden die Grundannahmen der begrenzten Rationalität und des opportunistischen Verhaltens von Akteuren untersucht, sowie die Auswirkungen von Unsicherheit und Spezifität auf die Gestaltung von Verträgen.
Der zweite Teil befasst sich mit Hybridformen der Marktorganisation. Dabei werden verschiedene Hybridformen vorgestellt, wie z. B. Franchising und Kooperationen, und deren Besonderheiten im Hinblick auf Ressourcen-Pooling, Vertragsgestaltungen und Wettbewerb beleuchtet. Die Bedeutung von gegenseitigen Abhängigkeiten und Kontrollmechanismen in Hybridformen wird ebenfalls analysiert.
Der Essay schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung des Transaktionskostenansatzes und seiner Bedeutung für das Management interorganisationaler Beziehungen. Anhand von Beispielen werden die Kernaussagen des Ansatzes illustriert und seine Anwendbarkeit in verschiedenen Bereichen, wie z.B. Lieferantenbeziehungen und Joint Ventures, aufgezeigt. Im letzten Abschnitt werden kritische Punkte des Ansatzes aufgezeigt, wie z.B. die Vernachlässigung von dynamischen Effekten und die Anfechtung der eindeutigen Wirkung von Spezifität.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter dieses Essays sind: Transaktionskosten, Make-or-Buy, Spezifität, Unsicherheit, Opportunismus, Vertikale Integration, Hierarchie, Hybridformen, Franchising, Ressourcen-Pooling, Kontrollmechanismen, Management interorganisationaler Beziehungen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern des Transaktionskostenansatzes (TAKA)?
Er untersucht, ob Transaktionen effizienter über den Markt (Buy) oder innerhalb einer Hierarchie (Make) abgewickelt werden sollten.
Welche Rolle spielt die „Spezifität“ bei Transaktionskosten?
Je spezifischer eine Investition für eine Transaktion ist, desto höher ist das Risiko von Opportunismus und damit die Transaktionskosten.
Was sind Hybridformen der Marktorganisation?
Mischformen zwischen Markt und Hierarchie, wie zum Beispiel Franchising, Joint Ventures oder langfristige Kooperationen.
Was versteht Williamson unter „begrenzter Rationalität“?
Die Annahme, dass Akteure zwar rational handeln wollen, ihre Informationsverarbeitungskapazität jedoch begrenzt ist, was Verträge unvollständig macht.
Warum wird der Transaktionskostenansatz kritisiert?
Kritikpunkte sind oft die Statik des Modells und die Vernachlässigung dynamischer Lerneffekte oder strategischer Aspekte.
- Quote paper
- Daniel Stitz (Author), 2010, Kernthesen des Transaktionskostenansatz und seine Implikationen für das Management interorganisationaler Beziehungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161852